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Landschaftsbilder, Reisebilder, Reiseblog

Archiv für Dezember, 2009


Geschrieben am Dezember 31, 2009 - von reisekalle

Am 3.01.2010 beginnt die Reise – Die Zeit davor

Ich möchte mich kurz vorstellen, damit ihr wißt, mit wem ihr es zu tun habt. Diesen Artikel findet ihr auch, wenn ihr “Über mich” anklickt. Es ist nur ein kleiner Lebenslauf. Nichts besonderes. Ein Leben wie jedes andere, das eine besondere Eigenschaft des Menschen – nämlich die des “Freien Willens” –  auslebt

11.09.1957

Eine Zeichnung von Rautie. Reisekalle ist lässig und zufrieden träumend an einem Baum. Die hängt an seiner linken Schulter herunter. Das Stativ liegt vor ihm auf dem Boden. Die Sonne scheint. Ein Schmetterling fliegt. Reisekalle hat ein Glas Rotwein in der rechten Hand.
Rotweinpause

Ich machte meine erste, die einzige ungewollte Reise. Ich wurde geboren.

Vorschulzeit

Danach gewöhnte ich mich an das Erdenleben und fand sogar Gefallen daran. Schon als kleines Kind unternahm ich die ersten Reisen, die aber auf Grund der mangelnden körperlichen Kondition eines Kleinkindes immer schon frühzeitig scheiterten. Ich kann mich daran erinnern, dass ich bei meinem ersten Erkundungsversuch aus dem Kinderwagen fiel. Ein anderes Mal, als mich ein Alptraum beim Schlafen störte, wollte ich zur Tür hinaus. Leider war ich noch zu klein um die Türklinke zu erreichen. So musste ich wohl oder übel umkehren.

Schulzeit

Bis zur sechsten Klasse ging alles gut. Dann erkundete ich immer öfter die nahe und bald auch die fernere Umgebung der Schule. Heute nennt man das Schwänzen. Dennoch achtete ich darauf, dass ich mit dem Wissensstand meiner Schulkameraden mithalten konnte, so dass ich mit knapper Not das Abitur bestand. Ich muss gestehen, dass wir damals im Kreuzburg-Gymnasium in Großkrotzenburg als erste Klasse zum Abitur geführt wurden. Aus diesem Grunde wurde ein Externes Abitur von Fremdlehrern vorgenommen. Es zählte nicht meine  dauerhafte Leistung der letzten Schuljahre  (“was ein wunderbares Glück für mich!”) , sondern nur das aktuelle Prüfungsergebnis. Das war 1979.

Die Zeit vor dem Arbeitsleben

Dieser Zeitraum dauerte bei mir relativ lange. Schonallein deswegen, weil ich relativ viel Energie aufbringen musste, um mich vor der Bundeswehr zu drücken. Irdendwann als es brenzlig wurde, hatte ich den genialen Einfall Westberliner zu werden. Damals wurden die dort lebenden Menschen nicht zum Militärdienst gezwungen. Berlin hatte aber noch viele andere Vorteile. Vor allem gab es keine Sperrstunde.

Ich drückte michalso recht lange vor dem düsteren Alltagstrott, indem ich meine Ausbildungszeit durch mehrere Unterbrechungen hinauszögerte. Ich suchte mir erst mal ein paar Gelegenheitsjobs und machte die ersten kleinen “Weltreisen”. Damals lernte ich 1981 den Sudan auf dem Höcker eines Kamels und 1982 Irland auf dem harten Sattel eines Fahrrads kennen.

Einundeinhalb Jahre lebte ich auf Teneriffa, was gar nicht schlecht war. Schließlich kam mir die Erleuchtung. Ich erkannte wie wertvoll es ist, doch einen gescheiten Beruf zu erlernen. Also biss ich die Zähne zusammen und wurde Physiotherapeut. 1989 durfte ich endlich offiziell diese Bezeichnung tragen.

Das Arbeitsleben

Der Arbeitsalltag war gar nicht so übel, zumal ich den Reichtum an Freizeit dem finanziellen Reichtum vorzog. Dafür hatte ich nie Geld, aber viel Zeit zum Lesen, zum Nachdenken und zum Rotwein trinken.

Reisen in kleinem Stil

In einem Zeitraum von 30 Jahren habe ich mindestens 20mal den Wohnsitz gewechselt; allein in den ersten 10 Jahren in Berlin mindestens 15mal. Natürlich ebenso oft den Arbeitsplatz. Für größere Reisen – bis auf ein paar kleine Urlaube – hatte es aus Geldmangel nie gereicht.

Der Ernst des Lebens

Jede gute Zeit geht einmal ein zu Ende. Ich kam langsam in ein Alter, in dem ich nicht mehr so einfach den Arbeitsplatz wechseln konnte. Das lag jedoch nicht nur an meinem Alter, sondern auch an der wirtschaftlichen

 Eine Zeichnung von Rautie. Reisekalle massiert einen Patienten. Er schwitzt von der vielen Arbeit. Während die Finanzbeamten im Hintergrund sich auf seine Kosten amüsieren. Der eine zieht ihm die Geldscheine, die aus der Hosentasche schauen, heraus. Der andere sitzt bereits betrunken im Sessel, neben Champagner, gutem Essen und einer barbusigen Frau.

Wenn du zuviel arbeitest, freut sich nur das Finanzamt

Situation in Deutschland. Nachdem ich drei Monate arbeitslos war und nicht auf unseren Staat zählen konnte, da ich nichts in die Arbeitslosenkasse eingezahlt hatte, machte ich mich selbständig. Das war im Jahre 2002. Und nun hatte ich plötzlich eine 60-Stundenwoche. Da es mal wieder etwas Neues für mich war, hatte ich nichts dagegen. Langsam merkte ich jedoch, dass dies für mich kein Zustand auf Dauer sein konnte. Das Verhältnis von Arbeitszeit und Gewinn fällt für einen kleinen und ehrlichen Selbständigen wie mir zu negativ aus. Bei dem Kampf ums Überleben bleibt kaum Freiraum um mein Bedürfnis nach Kreativität und Abenteuer zu befriedigen.

Ein neues Leben beginnt

Daher tue ich jetzt das, wofür ich geboren worden bin: Ich stehe am Anfang meiner Weltreise. Na ja. Es sind erst einmal die Kanarischen Inseln, dann sehen wir weiter. Am 3.01.2010 ist Starttermin!

 Zeichnung von Rautie. Reisekalle steht auf einer Weltkugel - und zwar genau auf der Stelle die mit Hanau gekennzeichnet ist - an einer der Fahnenstangen gelehnt, welche die Startfahne tragen. Er steht lässig, mit umgehängter Kamera auf der linken Schulter und einem Glas Rotwein in der rechten Hand. Die Reise beginnt.

Die Weltreise startet in Hanau

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Geschrieben am Dezember 31, 2009 - von reisekalle

Projekt: Kanarische Inseln 2010

[Mit PicLens anzeigen]
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Ursprünglich wollte ich bereits im November 2009 den trüben Tagen des Spätherbstes und Winters in Deutschland entfliehen. Leider hatten mich ein paar Hindernisse aufgehalten.

Das Wetter war doch wieder einmal grässlich, oder? Und als endlich die klirrende Kälte, das Eis und der Schnee auftauchten, wie es sich für einen anständigen Winter gehört, da wunderte sich ganz Deutschland, als ob es noch nie etwas von diesen schönen Dingen gehört hätte. Viele hatten noch Sommerreifen auf ihren Autos, die Straßen konnten nicht schnell genug vom Schnee befreit werden.  Staus, Unfälle und Erstaunen waren die Begrüßung für diese seltsamen Geschehnisse, die eigentlich ganz normal sein sollten. Der Winter hielt nicht lange. Bald gewannen die grauen Tage, die nicht wissen ob sie wieder Winter oder ein wenig Herbst oder sogar schon Frühling werden wollen, erneut die Oberhand.

Jetzt ist endlich die Zeit gekommen um abzuhauen. Dorthin, wo das Wetter weiß was es will; nämlich mit warmen Sonnenstrahlen mein Herz von der Düsternis des deutschen Winterwetters zu befreien.

Landkarte: Gesamtansicht der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Westsahara ist noch im unteren rechten Bildrand zu sehen. Der Maßstab beträgt 1:5000000. Von rechts nach links liegen Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro liegen leicht versetzt etwa auf dem gleichen Längengrad. El Hierro liegt südlicher und etwas westlicher.

Gesamtansicht der Kanarischen Inseln

Am 5. Januar verlässt meine Fähre Cádiz in Richtung Arrecife. Von dort werde ich in einem Zeitraum von knapp fünf Monaten ca. 1500 Km durch die Kanarischen Inseln wandern und dabei ca. 120000 Höhenmeter zurücklegen.

Ansicht meines ausgebauten Land Cruisers von hinten. Die Hecktür ist geöffnet. Mann sieht zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene ist Stauraum für Gepäck. Der Stauraum ist in ein rechtes und linkes Fach eingeteilt. Links ist ein Koffer zu sehen. Im rechten Fach eine größere Kosmetiktasche. Die untere Ebene wird von einem sperrholzbrett ähnlichem Brett überdacht. Darauf liegt links das Bett. Rechts ist ein Regalsystem. Auf der heckwärts weisenden Wand des Regals sind vier kleine Spiegelfliesen angebracht. Davor auf einem kleinen Vorsprung steht eine Rolle Toilettenpapier. Rechts davon ein Rasierpinsel und eine grüne Tasse, aus der die Zahnbürste und der Nassrasierer herausschaut. Kurz und gut ein Schlafplatz und provisorischer Waschraum.

Mein Land Cruiser ist als Schlaf- und Arbeitsplatz umgebaut. Somit bin ich im höchsten Maße unabhängig und kann überall dort Station machen, wo die Sonne am schönsten aufgeht.

Ich beginne meine Reise in Lanzarote. Die Nummerierungen auf der Landkarte entsprechen der Reihenfolge der geplanten Wanderungen. Es folgen – entsprechend ihrer natürlichen Lage – die Inseln Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und La Palma. El Hierro, die westlichste der Inseln lasse ich aus, weil ich sie bereits die Jahre zuvor zweimal besucht habe. Ihr könnt meinen Trip hier im Reiseblog verfolgen. Die Highlight-Bilder findet ihr in „Reisealben“. Ein weiteres Anliegen, dass ich gern mit euerer Hilfe umsetzen möchte ist ein gewisses soziales Engagement. Mehr darüber findet ihr in „1001 kleine Schritte“.

Landkarte von Lanzarote. Die Insel ist leicht s-förmig und erstreckt sich diagonal von der linken unteren Ecke des Bildes zur rechten oberen. Am nördlichsten Zipfel befindet sich die zu Lanzarote gehörigen Inseln Insel La Graciosa und Isla de Montaňa Clara.  Die 21 Zahlen, die über die Karte verteilt sind entsprechen den geplanten Wanderungen auf der InselEine kurze Vorstellung meiner weiteren Vorhaben findet ihr, wenn ihr „Über mich“ anklickt.

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Geschrieben am Dezember 30, 2009 - von reisekalle

Rückblick: Schwere Zeiten, teure Zeiten

[Mit PicLens anzeigen]
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Irgendwann – genauer gesagt, vor ca. einundeinhalb Jahren – tauchte der unwiderrufliche Entschluss auf: “Ich hau ab!” Ich wollte aber nicht nur reisen, sondern dokumentieren, was ich sehe und erlebe.
Zuerst begnügte ich mich mit dem Fotografieren. Dann dachte ich, dass es doch viel interessanter aussehen würde, wenn ich die Darstellung meiner Bilder in ein gewisses Schema, in die Form einer Diashow brächte. Schließlich war mir auch dies nicht mehr genug. Ich wollte mehr Dynamik hineinbringen, also machte ich mich daran, einen Film zu produzieren. Eine Kombination aus Szenen und Fotografien. Und als der Film schon fast fertig war, machte man mir klar, dass ich für die Hintergrundmusik, die ich so liebevoll ausgesucht hatte, unbezahlbare Gebühren ausgeben müsste.
Jeder wollte absahnen. GEMA, Tonträger, Komponisten und Interpreten. Von allen bräuchte ich eine Genehmigung. Und wenn ich die hätte, dann käme ich auf eine monatliche Zahlung von ca. 400 € pro Song. Ich hatte ja nur 12 Lieder ausgewählt, also nur 4800 € monatlich zu bezahlen.  Ich bräuchte also nur jeden Monat  500 DVDs zu verkaufen und schon könnte ich nicht nur alle Geldgeier, die sowieso schon genügend Geld besitzen, mit meinen schwer erkämpften Moneten aushalten, es käme sogar schon ein kleiner Verdienst heraus.
Ich fand jedoch keinen Gefallen an diesen Gedanken. Keiner kennt mich, wie sollten sich also  für meine DVDs monatlich 500 Interessenten finden. Ich wäre ja schon froh, wenn ich so viele in einem Jahr verkaufen könnte.
Da mir das alles ganz schön auf den Keks ging, produzierte ich die Musik ebenfalls selber. Es kostete wieder ein bisschen Zeit, es fraß wieder eine Menge Geld.
Am Ende jedoch war ich der stolze Besitzer eines eigenen Filmes und leerer Taschen.
Pressebericht über meinen ersten Film mit einem Bild von Reisekalle, der stolz seine DVD präsentiert
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