Archiv für Januar, 2010
Geschrieben am Januar 31, 2010 - von reisekalle
Eine Spazierfahrt von Rumpenheim über Heusenstamm und Jügesheim bis Hanau
Als nächste Orte besuchte ich Rumpenheim, dann Heusenstamm und Jügesheim, die beide etwas abseits liegen.  Den Abschluss bildete meine Heimatstadt Hanau.
In Rumpenheim gibt es ein Barockschloss, das um 1780/ 90 für den Landgrafen Friedrich von Hessen erbaut wurde und die evangelische Pfarrkirche von 1756 – 61, welche im Schlosspark steht.  Durch glückliche Umstände konnte ich recht interessante Motive herausholen. Beim Schloss ware es die langen Schatten. Bei der Kirche  erlaubten die vom Laub befreiten Herbstbäume bei blauem Himmel eine gute Sicht auf die sonst verdeckte Kirche.
Gleich hinter dem Torbau steht links die katholische Pfarrkirche St. Cäcilia, deren Innenausstattung mir sehr gut gefiel.Für kunstinteressierte möchte ich erwähnen, dass für die Deckengemälde der Asam-Schüler Christoph Thomas Scheffler und für den Hochalter und anderen bildhauerischen Kunstwerken Johann  Wolfgang von der Auwera zuständig war. Wenn man die Schlossstraße weiterläuft findet man auf der rechten Seite Schloss Schönborn, einen Barockbau, der aber in seinen Umrissen noch ganz der Tradition der Renaissance verhaftet war.
Heusenstamm:
In Jügesheim erregte der 1938 errichtete Wasserturm meine Aufmerksamkeit, der mir immer ins Auge fiel, wenn ich von Hanau kommend in Richtung Dieburg fuhr.Der zylindrische Wassebehälter wird von über Kreuz stehenden Backsteinpfeilern gehalten.
Wie in vielen deutschen Städten schrecken auch in Hanau die ausgedehnten Industrie- und Gewerbegebiete erst einmal ab. Bei so viel Häßlichkeit kann ich mir oft nicht vorstellen, dass kulturelle Schmuckstücke zu finden sind.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass Hanau fast rundum mit Schnellstraßen und Autobahnen zugebaut ist. Von den Brücken kann man den täglich Verkehrswahnsinn beobachten. Und als Höhepunkt steht ganz in unserer Nähe das Staudinger Kraftwerk, eines der größten Energielieferanten Deutschlands. All diese Dinge schaffen natürlich eine besondere Lebensqualität.
Ungeachtet dessen ist Hanau Besitzer einiger Superlativen, auf die es stolz sein kann. Beginnen wir mit Schloss Philippsruhe, welches 1700 bis 1725 für den Grafen Philipp Reinhard errichtet wurde. Da Hanau die Geburtsstadt der Gebrüder Grimm ist, liegt es nahe, dass hier Märchenspiele abgehalten werden. Diese finden seit 1986 jährlich im Schlosspark oder im Amphitheater hinter dem Schlosspark statt. Im Jahre 2006 wurde der Millionste Besucher registriert. Damit hat sich Hanau als Festspielstadt etabliert.
Schloss Philippsruhe:
Das Alte Rathaus wird auch das Goldschmiedehaus genannt. Es zählt zu den bedeutendsten historischen Bauten in Hanau und gleichzeitig zu den wichtigsten Ausstellungszentren de Gold- und Silberschmiedekunst in Deutschland.
Nicht weit davon entfernt steht ein moderner Bau, der Congress Park.
2. Am 3. April 1848 trafen sich hier unter anderem Turnvater Jahn und August Schärrtner und gründeten im Rahmen des ersten allgemeinen Turntages den Deutschen Turnerbund, den DTB.
Der Hanauer Wochenmarkt gilt mit seinen über 100 Ständen als einer der größten und schönsten in Hessen. Er bietet Mittwoch und Samstag von 6.00 Uhr bis 14.00 Uhr Spezialitäten aller Art; angefangen von Obst und Gemüse bis hin zu Kräutern, Blumen, Käse aus ganz Europa, Geflügel und Wild.
Hanauer Wochenmarkt:
Der Hanauer Hafen ist eine wichtige Schnittstelle von Wasser, Schiene und Straße und zählt zu den umschlagsgrößten Häfen am Main, Main-Donau-Kanal und Donau.
Der Hanauer Hafen:
Wilhelmsbad war ein Kurbad. Angeblich sollen hier zwei Kräuterfrauen eine Quelle gefunden haben, der man aufgrund seines Mineralienreichtums heilende Wirkung zusprach. Heute wird stattdessen nur noch Bier und andere Getränke ausgeschenkt. Zwischen 1177 und 1785 ließ der Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel einen der ältesten Englischen Gärten anlegen. Im Gegensatz zu den französischen Barockgärten wird hier versucht ein begehbares Landschaftsgemälde zu schaffen. Künstlerische Elemente, wie die Pyramideund die Burgruine sollen das Auge erquicken.
Wilhelmsbad:
Steinheim ist ein Stadtteil Hanaus. Hier findet man gut erhalten Befestigungsanlagen, wie kaum sonst wo am Untermain; zum Beispiel die Stadtmauer mit Turm, das Schloss. Auch der Kirchturm der Gedächtniskirche war ein ehemaliger Wehrturm. Das kann man an den schmalen Schießscharten erkennen.
Steinheim:
Die Alte Fasanerie geht auf das Jahr 1710 zurück. Sie wurde damals als Jagdrevier der Mainzer Bischöffe und später von den Herzögen von Hessen-Darmstadt genutzt. 1967 wurde das 107 ha große Gelände als Wildpark angelegt.Es soll natürliche Lebensbedingungen für einheimische Tierarten schaffen. Seit 2000 enstanden hier große artgerechte Anlagen. Auf über 15 Kilometer langen Wanderwegen können die Tiere beobachtet werden.
Alte Fasanerie:
Liebhaber der Eisenbahn werden ihre Freude haben. Auf das Eisenbahnmuseum bin ich durch Zufall gestoßen, als ich lange an einem Bahnübergang warten musste und dabei der alte Rangierbahnhof mein Interesse weckte. Das Museum wird in privater Iniative liebevoll aufrecht erhalten.
Das Eisenbahnmuseum:
Zum Schluss einfach noch ein paar Impressionen über Hanau. Manchmal  braucht es keine Worte.
Geschrieben am Januar 30, 2010 - von reisekalle
Entlang des Mains zwischen Frankfurt bis Hanau: Offenbach
Der nächste Abschnitt meiner Reise entlang des Mains liegt zwischen Frankfurt am Main und Hanau. Zur besseren Übersicht habe ich diese Orte auf der Landkarte eingerahmt. Die nächstgelegene Stadt nach Frankfurt, die ich besucht habe, ist Offenbach. Offenbach hat 118.000 Einwohner und ist somit die fünftgrößte Stadt in Hessen.Als wichtiger Industriestandort wurde sie im 2.Weltkrieg stark zerstört. Fast alle historischen Bauten wurden vernichtet. Entsprechend fehlt ein gewisses Ambiente. Deswegen ist Offenbach nicht gerade meine Lieblingstadt. Dennoch konnte ich ihr ein paar nette Motive entlocken. Das Offenbacher Schloss aus dem 16. Jht. hat die Zerstörung überlebt. Das Büsing-Palais entstand in seinen Grundzügen um 1780 und beherbergt heute das Klingspor-Museum. Es ist das Museum für Buchkunst und zählt zu den bedeutensten Spezialmuseen in Deutschland. Die französisch-reformierte Kirche von 1718 wurde nach dem 2.Weltkrieg wiederhergestellt.
Geschrieben am Januar 29, 2010 - von reisekalle
Geschichten aus den Jahren 1981 bis 1987: 01-Begegnung im Teutoburger Wald
Heute habe ich in Bezug auf meine Weltreise Kontakt mit Vodafone aufgenommen. Ich brauche eine Lösung für eine weltweite bezahlbare Internetverbindung, insbesondere und naheliegend für Afrika. Wenn jemand diesen Artikel lesen sollte, der Erfahrung mit extravaganten Bedürfnissen in Bezug auf Internet in außereuropäischen Ländern hat, der möge mich doch bitte kontaktieren. Vorerst warte ich in Hanau, wie sich die Dinge entwickeln werden. Während ich so warte, krame ich Erinnerungen aus langer Zeit hervor.
Die Zeit zwischen 1980 bis 1987 war eine wilde Zeit. Es ist  damals so viel passiert, das ich meine Erlebnisse nicht mehr auf ein genaues Datum fixieren kann. Exakt weiß ich nur, dass mein fester Wohnsitz – meistens eigentlich nur eine Anschriftadresse –  Berlin war. Manchmal eine Wohngemeinschaft, manchmal ein Bekannter, der mir seine Adresse zur Verfügung stellte und manchmal tatsächlich eine eigene Wohnung, die ich – allein um Geld zu sparen - meistens auflöste, wenn ich länger als drei Monate unterwegs war. Es gab auch Mitwohngelegenheiten, in denen ich für eine gewisse Zeit unterkommen konnte. Insegesamt hatte ich in Berlin mindesten 15 verschieden Adressen gehabt. Die Umzüge waren recht unproblematisch. Alles was ich brauchte, passte in zwei oder drei Koffer rein. Es war eine fantastische Zeit; ein acht Jahre andauernder Augenblick der Unabhängigkeit und der Freiheit, die man sich weder durch Reichtum noch durch Macht erkaufen kann.
Eigentlich bin ich wegen der Ausbildung nach Berlin gekommen. Die Prof. Vogler-Schule war die erste Krankengymnastikschule, die mir auf meine schriftliche Bewerbung sinnvoll geantwortet hatte. Es gab nämlich Schulen, die mich auf 5 Jahre vertrösteten. Damit meinten sie nicht, dass ich in fünf Jahren dort anfangen könnte, sondern noch einmal neu bewerben. Ich entschied mich also für die Prof. Vogler-Schule und hatte gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich konnte mich augenblicklich von den familiären Ketten befreien - es lag ja nun die DDR dazwischen – und zum anderen von der Willkür, die damals unser “Demokratischer Staat” Kriegsdienstverweigeren angedeihen lies.
Westberliner waren damals vom Wehrdienst befreit. So konnte ich allen Staatsdienern, die die das freie Denken eines deutschen Staatsbürgers mit Füßen traten, über die große Mauer hinweg eine lange Nase ziehen. Meine Ausbildung hatte ich erfolgreich von zwei Jahren auf fast acht Jahre ausgedehnt. Einmal hatte ich sie abgebrochen und das andere Male unterbrochen. Beim ersten Mal musste ich nämlich wieder von vorne anfangen, beim zweiten Mal habe ich mir nur eine Semesterpause gegönnt. Immerhin bin ich doch noch Physiotherapeut geworden.
Das Bedeutende meines Berlinaufenthaltes war jedoch, dass mich das Fernweh langsam, fast unmerklich, dann aber immer heftiger ergriff. Vielleicht waren die Mauern daran Schuld, die mir ein Gefühl des Eingesperrtseins vermittelten. Jedenfalls sehnte ich mich, bald nachdem ich wieder die Schulbank drückte, auf das Wochende. Sobald am Freitag der Unterricht zu Ende war, schulterte ich meinen Rucksack, der schon den ganzen Tag bereitstand, und fuhr nach Dreilinden um meinen Daumen hochzustrecken.  Armeeschlafsack und Springerstiefel, die ich in einem Secondhand-Laden erstanden hatte, waren die einzigen Dinge, durch die ich jemals mit der Bundeswehr in Berührung kam. Und sie taten gute Dienste. Mehr brauchte ich fast nicht für meine Exkursionen. Ein wenig zu Essen und zu trinken und für alle Fälle 10 DM. Ich hatte nicht einmal ein Zelt dabei. Aufgrund dieser minimalistischen Ausstattung und weil ich fast bei jedem Wetter aufbrach, ergaben sich unterwegs einige kleine Abenteuer.
Im Wohnzimmer machte er zur Feier des Abends eine Flasche Eiswein auf. Wir tranken noch bis spät in die Nacht und ich erzählte eine abenteuerliche Geschichte nach der anderen. Zum Schluss durfte ich im Garten in seinem verglasten Pavillon schlafen, der innen vollständig mit Fellen ausgelegt und  mit wertvollen Souvenirs aus aller Welt vollgestellt war. Selbst als ich ihm erzählte, dass ich schon in der Morgendämmerung aufbrechen würde, bevor er die Augen öffnete, ließ er mich vertrauensvoll dort übernachten.
Geschrieben am Januar 28, 2010 - von reisekalle
Der letzte Abschnitt der Wetteraurundreise – Höhepunkt: Büdingen
Heute stelle ich folgende Städtchen vor:  Langenhain (Ortsteil von Ober-Mörlen), Echzell, Lissberg, Ortenberg, Staden und Stammheim (Ortsteile von Florstadt) und Büdingen. Büdingen ist – mit seinem gut erhaltenen und geschlossenen Stadtbild – allemal einen Ausflug wert. Eine gut erhaltene Festungsanlage, unzählige Fachwerkhäuser und die vielen Straßencafés, Eisdielen und Restaurants in der Vorstadt bieten ein unvergeßliches Flair.
Alle Bilder von der Wetterau aus den letzten drei Artikeln  könnt ihr auch in Bilder > Deutschland  > Categories betrachten
Geschrieben am Januar 27, 2010 - von reisekalle
Und weiter geht es durch die Wetterau
Heute stelle ich als erstes Friedberg vor, mit einer der größten Burganlagen Deutschlands und einem der wenigen in Deutschland erhaltenen Judenbäder. Weiter geht es dann nach Bad Nauheim. Dort findet sich die größte Jugendstilanlage Europas. Zum Abschluß seht ihr Bilder von Steinfurth dem ältesten und größten deutschen Rosendorf.
Die Stadtkirche ist leider so in die benachbarten Häuser hineingezwängt, dass sich mir kein besonderes Motiv zum fotografieren bot. Dafür lohnte sich ein Besuch im Inneren der Kirche. Unabhängig von der Bedeutung einiger Kunstwerke, wie zum Beispiel eine Madonna von 1280, die zu den hervorragensden gotischen Skulpturen des Mittelrheingebietes zählt, war mir ein Gesamteindruck der Kirche wichtiger. Deswegen wollte ich nicht auf Einzelheiten eingehen. Der Höhepunkt ist das Judenbad. Die Juden mussten seit 1488 bis Anfang des 19. Jhts. in einem mit Toren abgesperrten Ghetto leben.
Das Judenbad oder Mikwe in Friedberg ist eines von den wenigen, die in Deutschland erhalten sind. Ein Mikwe ist ein rituelles Tauchbad. Die Frauen mussten es vor der Hochzeit, nach jeder Geburt oder nach der Menstruation zum “Reinwaschen” aufsuchen. Das Wasser für solche Zwecke musste natürlichen Ursprungs und durfte nicht von Menschenhand berührt sein. Es kam also nur Quell- oder Grundwasser in Frage. Die Frauen mussten durch einen 25 Meter tiefen Schacht hinuntersteigen. Ich hoffe, ihr könnt euch von dem einen Bild, das ich zur Verfügung habe, eine Vorstellung machen. Leider  hatte in diesem dunklen und engen Loch keine bessere Möglichkeit für eine andere Aufnahme.
Wenn man von der Kaiserstraße über die 1972 erbaute Steinbrücke, durch das Burgtor hinter die Mauern tritt, trifft man auf eine eigene kleine Welt. Diese Burganlage mit Schloss, Park, Schmiede, Schule, Zeughaus, Kirche und Kanzlei zählt zu den größten Burganlagen Deutschlands. Wegen der strategisch günstigen Lage hatten hier bereits die Römer 14 bis 16 n. Chr. ein Kastell errichtet. Im 9.Jht. legten die Franken einen Herrenhof an und Ende des 12. Jhts.wurde diese Burganlage im Auftrag König Barbarossas gegründet.
Burg Friedberg:
Weiter geht es nun nach Bad Nauheim. Dort beeindruckte mich vor allem der Sprudelhof. Er wurde von dem Darmstädter Architekten Wilhelm Jost zwischen 1905 und 1911 geschaffen und ist einer der größten Jugendstilanlagen Europas. Überall, wo ich hinging, erzählten die Kunstwerke Josts und des Bildhauers Heinrich Jobst vom Mythos Wasser und seinen heilenden Kräften. Und überall findet man in Bad Nauheim einen Ort der Ruhe und Entspannung. Das Gasthaus zur Krone ist das älteste Gasthaus der Stadt und beeindruckte mich mit seiner schönen Fassadenmalerei.
Impressionen aus Bad Nauheim:
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Geschrieben am Januar 27, 2010 - von reisekalle
Dienstag, 10.01.2010 – Reisevorbereitungen: Komunikation mit meinem Computer
Geschrieben am Januar 26, 2010 - von reisekalle
Die Weltreise beginnt nächstes Jahr! Dieses Jahr ist Deutschland dran! Heute die Wetterau!
Neben der geplanten Weltreise ist Deutschland mein bevorzugtes Thema, aktuell die Städte und Landschaften entlang des Mainverlaufs. Wenn ihr in meinen Bilderalben gestöbert habt, dann werdet ihr wissen, dass ich bis jetzt Bilder von den Städten zwischen Mainz und Frankfurt einschließlich gezeigt habe.
Frankfurt am Main ist ein guter Ausgangspunkt um die Wetterau kennen zu lernen. Die Wetterau liegt nördlich von Frankfurt und wird im Westen vom Taunus und im Nordosten vom Vogelsberg begrenzt. Sie hat ihren Namen vom Flüsschen Wetter, das im Vogelsberg zwischen Laubach und Schotten entspringt und bei Niddatal-Assenheim in die Nidda mündet.
Die Wetterau gehört zu den ältesten Kulturlandschaften. Sie weist selbst unter bescheidenen Bedingungen ertragreiche Böden auf und wurde daher schon sehr früh dicht besiedelt. Dementsprechend bietet sie keine besonderen Wandermöglichkeiten in Naturreservaten an. Felder über Felder reihen sich aneinander, was auch seinen Reiz haben kann, wie die Bilder zeigen.
Auf alle Fälle lohnt sich eine Spazierfahrt durch die verschiedenen Dörfer und Städtchen. Man findet einige versteckte Kulturdenkmäler. Wir werden eine Rundfahrt machen, die in Frankfurt Seckbach beginnt und uns dann über Bad Vilbel, Ilbenstadt und in einem Halbkreis über Bad Nauheim bis nach Büdingen bringt, um schließlich in Stammheim und Staden, Stadtteile von Florsstadt, abzuschließen.
Heute starten wir in Frankfurt-Seckbach und Bergen-Enkheim und begnügen uns mit Bad Vilbel und Ilbenstadt, dass einige Kilometer nördlich liegt. Bad Vilbel liegt an der südlichen Spitze der Wetterau und ist mit seinen Heilquellen überregional bekannt. Ansonsten eine kleine ruhige Stadt mit schönen Fachwerkhäusern. Einige Kilometer nördlich sehen wir schon von weitem die mächtige Klosterkirche der Prämonstratenser in Ilbenstadt. Während die Kirche bereits um 1132 errichtet worden sein muss, ist das Klostergebäude ein barocker Neubau, der zwischen 1707 und 1715 entstandt. Das Obere Tor wurde 1721 entworfen. Das Innere der Klosterkirche wurde ebenfalls völlig neu im Barock ausgestattet.
Geschrieben am Januar 25, 2010 - von reisekalle
Es geht weiter!
Wie zu erwarten war, was einige schon wußten, ich musste diese Reise abbrechen. Darüber habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Vorerst sei gesagt, dass es nur aufgeschoben ist. Es wird sehr bald weitergehen. In der Zwischenzeit werde ich weiterhin Kommentare und Artikel meiner früheren Reisen einflechten und mindestens alle zwei Tage Bilder aus Deutschland, Spanien, Tschechien hochladen. Die neuen Reisen sind in Vorbereitung und ich werde sie bald vorstellen.
Heute möchte ich ein paar Überlegungen zwischen meinen früheren und den jetzigen Reisen  darlegen. Früher, das ist schon 30 Jahre her, da dachte ich nur ans Reisen. Ich hatte weder eine Kamera und erst recht kein Laptop. Ein Computer hatte damals noch etwas geheimnisvolles. Heute muss ich fotografieren und meine Webseite pflegen. Dafür ist eine technische Ausrüstung möglich, die ich nicht in einen Rucksack stecken kann. Übernachtungen im Freien – dass heißt, sich einfach mit dem Schlafsack in den Wald legen – sind ebenfalls ausgeschlossen. Die Feuchtigkeit würde den empfindlichen elektrischen Geräten schaden. Damals, ohne die hochtrabenden Ziele einer Reisedokumentation, war das Unterwegssein viel einfacher. Da musste nur der Körper und der Geist funktionieren. Ich stand in Berlin “Drei Eichen” und hielt den Daumen hoch. Heute muss zusätzlich noch die Technik funktionieren, was ich nicht gündlich genug bedacht habe. Zu Hause bin ich ja verwöhnt. Sobald etwas nicht funktioniert habe ich den Fachmann um die Ecke. Nachschauen, Diagnose stellen und Reparieren gehen reibungslos von statten, so dass ich mir solcher Probleme nie richtig bewußt wurde.  Das Leben, bzw. die Arbeit lief ab, als ob es keine Probleme gäbe. Es gab praktisch keine Unannehmlichkeiten. Und diese “nichtvorhandenen” Schwierigkeiten  hatten sich plötzlich auf meinen Trip bemerkbar gemacht und damit bewiesen, dass man sie nicht wegdenken kann. Eigentlich gab es eine ununterbrochene Kette von technischen Katastrophen.  Letztendlich war die Tatsache, dass kein effektives Arbeiten mehr auf meinem Laptop möglich war, ausschlaggebend.
Alle Ereignisse dieser 15 tägigen Reise werde ich bei der nächsten großen Tour berücksichtigen und vorher genauestens durchorganisieren. Diesmal werde ich mich nicht mit Kleinigkeiten abgeben. Den verlorengegangenen sechsmonatigen Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln vermisse ich nicht so sehr. Es wäre ja – im Verhältnis zu dem, was mir im Kopf vorschwebt – nur ein Kurztrip gewesen. Ich möchte spätestens nächstes Jahr im März/April alle 5 Kontinente bereisen. Dies benötigt Vorbereitungszeit. Ein Jahr wird reichen. Bis dahin habe ich vor, meine Route entlang des Mains fortzusetzen, bis Würzburg bin ich bereits gekommen und die auf der Karte markierten Städte bis Gemünden am Main und Würzburg habe ich besucht und fotografiert.
Ich werde in der nächsten Zeit die entsprechenden Bildergalerien auf meiner Webseite einbauen. Ab März – sobald die erste Schönwetterperiode beginnt – werde ich dann von Würzburg aus bis zu den Mainquellen vorstoßen. Steigerwald, Haßberge, Frankenwald, Fichtelgebirge und  Fränkische Schweiz werde ich erwanderten und dann die Reise in der Fränkischen Alb bis zur Donau fortsetzen, um zum Abschluss noch durch das Altmühltal zu wandern. Mindestens 1500 Kilometer werde ich dabei zu Fuß zurücklegen und größtenteils in meinem Auto und auf Campingplätzen übernachten.
Geschrieben am Januar 24, 2010 - von reisekalle
Freitag, 15.01.2010 – Abends hatte ich eine ganz andere Stimmung als morgens
Die nächste mögliche Aktion, ohne mehr Körperteile zu entblößen, war rasieren. Ich schäumte zwar den Kragen meines Parkers mit ein, war mir aber egal. Um aber den Restschaum vom meinem Gesicht zu entfernen, blieb mir nur eine Spülung mit Wasser übrig. Damit aber das Wasser nicht aus Versehen, falsche Wege benutzte, musste ich Parker und Jacke öffnen. Nachdem ich nun soweit war, die besagten Kleidungsstücke aber trotzdem nass wurden, befreite ich letzendlich meinen Oberkörper vollständig. Als ob ich eine Kettenreaktion gestartet hätte, gab ein ausgezogenes Kleidungsstück dem anderen den Impuls weiterzumachen, bis ich da stand, wie Gott mich geschaffen hatte. Die reinigende Flüssigkeit rieselte aus meinem Wassersack und ich  wunderte mich, warum ich mich so angestellt hatte.
Bald nachdem mein Badevergnügen abgeschlossen war und die Sonne das Umfeld aufs peinlichste erhellte, erschienen die ersten Einheimischen, spazierten am Strand, schauten aufs Meer und schauten auf einen frisch gewaschenen und angezogenen Reisekalle.
Bevor ich mich auf den Weg nach Cádiz machte, spazierte ich die Mole entlang, die weit ins Meer hinausragte. Ich brauchte mindestens 20 Minuten bis ich die Spitze erreichte hatte. Die knapp über dem Horizont schwebende Sonne, der blaue Himmel, der kleine Puerto Comercial von El Puerto Santa Maria, El Puerto Real dahinter in der Ferne, rechts davon am Horizont El PUerto Comercial de Cádiz, dann das offene Meer und ganz rechts der kleine Puerto Sherry, der wieder zu El Puerto Santa MarÃa gehörte, diese gesamte Konstellation ließ mich in einem zufriedenen Fernweh verweilen.
Die Eindrücke von der Mole aus fotografiert:
In Cádiz wurde ich regelrecht auf den Boden der Tatsachen geworfen. Der Computerfuzzi teilte mir – ich kam wie vereinbart um 14:00 Uhr, kurz vor der Siesta – mit, dass er zwar Vodafone angerufen habe, aber nichts ausrichten konnte, weil er meinen Namen nicht mehr gewußt hatte. Ich sollte am Abend wieder kommen, wie üblich kurz vor Ladenschluss.
Ich ging bei Acciona vorbei und klärte ab, ob für morgen noch Plätze auf der Fähre frei seien und ob ich das Ticket morgen kaufen könnte. In dieser Richtung ging alles in Ordnung. Dann erforschte ich die restlichen Gebiete in und um Cádiz herum.
Geschrieben am Januar 24, 2010 - von reisekalle
Donnerstag, 14.01.2010 – Nachtrag: Schlafplatzsuche
Geschrieben am Januar 23, 2010 - von reisekalle
Neue Bildergalerie – Frankfurt Palmengarten
Heute habe ich die letzte Bildergalerie über Frankfurt am Main eingefügt. Diese ist wie alle anderen unter Bilder > Deutschland > All Categories zu finden.
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Donnerstag, 14.01.2010 – Wenn’s nicht funktioniert? Da kann man nichts machen!
Geschrieben am Januar 22, 2010 - von reisekalle
Neue Bildergalerie – Impressionen vom Frankfurter Hauptbahnhof
Die Galerie ist ebenfalls unter  Bilder > Deutschland > All Categories > Frankfurt Hauptbahnhof  zu finden.
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Der krönende Abschluss des Mittwochs, 13.01.2010
In der Oficina de Turisma bekam ich alles, was ich wollte. Die Adresse von Acciona, einen Stadtplan von Cádiz und eine Liste von Unterkunftsmöglichkeiten in und um Cádiz. Es war jetzt kurz nach 14 Uhr. Jeder anständige Spanier schließt sein Geschäft und macht bis 17 Uhr Siesta. Somit konnte ich mir den Weg zum Office von Acciona sparen. Das war ein Glück, denn sonst hätte ich zum zweiten Mal ein Ticket nach Lanzarote in der Hand gehabt. Diese Geschichte hebe ich mir aber als Höhepunkt bis zum Schluss auf. Ticketkauf war also im Moment ausgeschlossen. Für eine Sightseeingtour hatte ich auch keine Ambitionen, daher wurde der Stadtplan weggesteckt. Ein Vodafoneshop kam – wegen der erwähnten Siesta – auch nicht mehr in Frage. Blieb mir nur noch die Möglichkeit zu Faulenzen oder eine Unterkunft zu suchen. Ich wählte letzteres. Der Himmel hatte sich nämlich zusehends bewölkt. Es sah nach Regen aus. Und es regnete später tatsächlich. Nein, es regnete nicht nur, es stürmte.
Nicht dass ihr jetzt denkt, ich hätte mich zu einem Weichei entwickelt, weil ich nicht in meinem Wagen schlafen wollte. Die Suche nach einer Unterkunft hatte jedoch einen Grund. Ich wollte am Abend in Ruhe am Laptop arbeiten und dafür brauche ich eine Rundum-Ordnung. Im Chaos auf engem Raum kann ich mich einfach nicht konzentrieren und in meinem Auto war Chaos. Das kam daher, weil ich nach dem unwillkürlich aufgetauchten Defekt meines Toyotas in Bordeaux gleichzeitig meiner Schlaf- und Wohnstätte beraubt war. Ich musste schnellstmöglich umziehen. Alles, was ich dafür als brauchbar und notwendig erachtete, gramte ich aus allen Ecken und Winkeln meines Toyotas zusammen. Dann, als nach einer Woche alle Probleme gelöst waren, hinderte das Halteverbot und die Enge der Straße vor meinem Hotel, ein ruhiges zurückpacken des ganzen Gerümpels. Ich warf alles nur hinten in den Wagen. Planlos lag alles verstreut.
Nie und nimmer hätte ich in diesem Chaos arbeiten können. Der einsetzende Regen verhinderte, dass ich alles in seelenruhe um meinen Wagen hätte ausbreiten und im Anschluss wohl geordnet einpacken können. Und mit diesem Chaos im Rücken hätte ich nur stumpfsinnig auf mein Laptop gestarrt, während ich spürte, wie meine Reiseutensilien nach Ordnung verlangten. Ich weiß es so genau, weil ich es schon versucht hatte. Ich unterwarf mich also diesem Verlangen nach Ordnung  und quartierte mich auf einem Campingplatz in El Puerto Santa Maria ein. Gottseidank hatte der Campingplatz ganzjährig geöffnet. Ich nahm einen Bungalow und war 48 € ärmer. Damit ihr mir die Sache mit der Unordnung glaubt habe ich meinen Gepäckhaufen, bevor ich mit dem Einordnen begann fotografiert.
In der letztgenannten Form hatte ich ihn schon in der Pfanne, als mir einfiel, dass ich so ein Ding vielleicht ausnehmen müsste. Ich angelte den Kalmar also wieder aus der Pfanne und schnitt ihn auf. Das war gut so. Als ich den Bauch aufschnitt kam so allermöglicher, undefinierbarer Glipper heraus, den ich kaum anfassen, geschweige in den Mund nehmen wollte. Dann zog ich etwas heraus, von dem ich  dachte, der Tintenfisch hätte ein Stück Plastik verschluckt, das durchsichtig und einige Zentimeter lang war. Wahrscheinlich aber hatte dieses Etwas so eine ähnliche Bedeutung, wie bei uns der Knochen.  Nachdem ich alles, was zum Würgreiz einladen wollte, entfernt hatte, schmiß ich den übrig gebliebenen Rest wieder in die Pfanne.
Falls hier jemand lachen will, weil ich mich so dämlich angestellt habe, kann ich nur sagen, ich bin normalerweise gewohnt, dass – wie zum Beispiel beim Hähnchen – alles tischfertig ausgenommen ist. Zum Schluss konnte ich meine Kochkünste genießen, schluckte den Fischgeschmack mit  einer Literflasche Cruzcampo herunter. Später musste ich zur Beruhigung noch eine Flasche Wein aufmachen, denn als ich mich gegen 20:30 Uhr an die Arbeit machen wollte, da streikte mein Vodafone-USB-Stick. Und wenn ich gewußt hätte, was die nächsten drei Tage auf mich zukommt, dann hätte ich an diesem Abend wahrscheinlich mit einem grundlegenden Besäufnis begonnen.
Geschrieben am Januar 21, 2010 - von reisekalle
Neue Bildergalerie – Frankfurter Flughafen
Ihr findet die Galerie auch unter Bilder > Deutschland > All Categories > Frankfurter Flughafen
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Immer noch Mittwoch, 13.01.2010 – Wer suchet, der findet!
Ich hatte auf einer Tankstelle in Cádiz halt gemacht, um zu tanken.
In anbetracht, dass ich in drei Tagen in Richtung Kanarische Inseln einschiffe, dort das Benzin nur die Hälfte kostet und ich in Cádiz wenig herumfahren werde, weil ja notgedrungen mein Hobby Problemlösungssuchender geworden ist, tankte ich nur für 20 €. Ich kann hier schon erwähnen, dass sich dieser Akt in kurzer Folge noch zweimal wiederholte.
A propo Problemlösungssuchender: Kennt ihr noch die Sendung “Heiteres Beruferaten” mit Robert Lembke. Ich dachte gerade daran, dass ich, wenn es diese Sendung noch gäbe, mich dort anmelden könnte, um die Nebenfolgen des beginnenden Geldmangels auszugleichen. Was für eine typische Handbewegung hätte ich nur machen sollen. Diese Handbewegung war vor dem Raten notwendig, damit Profirater, einen Anhaltspunkt oder noch mehr Verwirrung hätten. Ich hätte die Wahl gehabt, verzweifelte Hände über den Kopf zusammenschlagen oder freudige Hände gegen Himmel strecken zu lassen. Oder gleich beides? Ich habe diese Kombination einmal ausprobiert. Eignet sich gut als choreografische Einlage für einen Ausdruckstanz. Damit hätte ich schon die zweite Einnahmequelle. Ich stelle nämlich gerade eine Liste auf, was ich so neben dem Reisen als Beruf machen könnte, um das finanzielle Loch zu stopfen.
Erst einmal fragte ich jedoch den Tankwart nach der Oficina de Turismo und war äußerst überrascht, dass er mich genau entgegen des zuletzt gesehenen Hinweisschildes schicken wollte. Genauer gesagt an das andere Ende der Avenida de AndalucÃa, also mehr als 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Da er mir den Weg mit so einer unverschämten Sicherheit erklärte, war ich fast geneigt ihm zu glauben. Andererseits kannte ich die spanische Mentalität. Ich hatte immerhin einundeinhalb Jahre in Teneriffa gewohnt. Es sind zwar dreißig Jahre her, aber typische Eigenschaften ändern sich, glaube ich, nie. Oder höchstens sehr langsam. Gute Gründe für meine Zweifel waren das Hinweisschild, dass ja genau in die entgegengesetzte Richtung zeigte, aber ebenfalls eine Tatsache ist, die nicht stichhaltig sein muss. Auf der Autobahn wurde ich auch öfters auf eine Tankstelle oder Raststätte hingewiesen, die dann entweder nachts geschlossen hatten oder mich als Baustelle oder als Ruine begrüßten.
Der ausschlaggebende Punkt, nicht dem Tankwart zu trauen, war die Logik, dass sich Touristenbüros eher im Zentrum der Stadt befinden. Meine scharfsinnige Kombination wurde bald darauf bestätigt, als ich einen Pasanten nach dem Weg fragte. Zu dieser Zeit hatte ich mein Auto bereits im Parkhaus abgestellt und war zu Fuß unterwegs. Dieser besagte Pasant wies mich in die Nähe des Rathauses. Das war glaubhaft und nicht mehr weit weg, höchstens 500 Meter. Da ja, wie ich schon im letzten Artikel erwähnte, ab einem bestimmten Punkt alle Hinweisschilder, verschwunden waren, musste ich mich in der Nähe des Ayuntamientos (so nennt man ein Rathaus in Spanien) erneut nach dem Weg erkundigen. Die nächste Spanierin führte mich wieder vom Rathaus weg. Da ich nicht weit laufen musste, akzeptierte ich den Vorschlag. Nachdem ich eine Weile gesucht hatte, bestätigte auf Anfrage eine zweite Spanierin die Richtung, wobei sie mir zwei Straßen, in denen ich suchen sollte, als Möglichkeit anbot.
Nachdem sich nun mein anfänglich 500 Meter langer Weg durch das Ablaufen der beiden Straßen vervierfacht hatte, traf  ich endlich ein Pärchen, dass wieder zurück in Richtung Ayuntamiento deutete. Diesmal aber hatte der Himmel die beiden geschickt. Die Senora erinnerte ihren Mann mich aufzuforden, sie zu begleiten, da sie an der Oficina de Turismo vorbeikämen. Ich kam wirklich dort an.
Geschrieben am Januar 20, 2010 - von reisekalle
Neue Bildergalerie – Frankfurt am Main
Falls ihr euch gern Bilder anschaut, so habe ich heute endlich in der Deutschlandgallerie speziell eine für Frankfurt am Main fertig gestellt!
Geschrieben am Januar 20, 2010 - von reisekalle
Mittwoch, 13.01.2010 – Die Suche, Teil 2
Ich bin mit meinen Artikeln schon eine Woche im Verzug, ich weiß. Es hat aber zurzeit keine Eile und ich muss noch eine Menge nebenher erledigen. Beim letzten Artikel hatte ich mich  so lange mit der Einleitung aufgehalten, dass ich ihn in zwei Abschnitte aufteilen musste. Nun geht es weiter:
Der Himmel war noch verhangen, aber nicht so eintönig, langweilig und depressiv grau wie in Deutschland. Er war heller. Die Grundfarbe näherte sich einem lichten weiß und war mit grau-bläulichen Schattierungen versetzt, die der Wolkendecke eine interessante Atmosphäre aufdrückten. Und ganz in der Ferne schimmerten sogar gelbliche Farben durch, so als ob die Sonne mir signalisieren wollte, dass sie sich bald bequemen würde zu erscheinen. Na ja, abends stürmte und regnete es erst einmal gewaltig. Wenigstens blieb es warm.
vom Süden her – von San Fernando aus – ist die Stadt durch eine schmale Landzunge mit dem Kontinent verbunden.
Hoch über dem Wasser, die Werften schemenhaft vor Augen und den Geruch von Salz und Fisch in der Nase, stieg in mir das Fernweh und das Gefühl des Abenteuers empor.
Diese Stadt, die der Sage nach bereits von Herkules gegründet wurde, wies bereits im 6. Jht. eine erste Siedlung auf. Um 1100 von den Mauren eingenommen, später von Franzosen und Engländern bombardiert und in Brand gesetzt, geschwächt und immer wieder erschüttert, war sie doch einst der Haupthandelshafen  von Spanien für die überseeischen Kolonien. Sie erhielt sogar das Monopol für den Amerikahandel. Bei solch einer stürmischen Historie muss das Herz beben.
Nachdem ich die Brücke überquert hatte, bot mir die mehrspurige Avenida de Andalucia sofort  Ernüchterung. Sie führte mich schnurstracks kilometerlang durch die Wohnblocks der Neustadt. Auf dieser Straße schien immer Hauptverkehrszeit zu sein. Da war ein Gehetze, ein Gedrängel, ein Linksausscheren, ein Rechtsausscheren. Mopeds und sogar Motorräder schlängelten sich teilweise im Zickzack zwischen den engen Autoreihen durch. Alle drei Minuten wurde dieses Autorennen von einer kurzen Stille unterbrochen. Auf dieser über drei Kilometer langen Avenida reihten sich nämlich im Abstand von 50 – 100 Metern Fußgänger- und Kreuzungsampeln aneinander. Es gab hier keine grüne Welle. Alle Ampeln – es müssen über 100 gewesen sein -schalteten zum gleichen Zeitpunkt auf rot.  Autos und Mopeds standen still, dafür zappelten die Fußgänger kreuz und quer über die Straße.
Ich wußte nicht recht, wie – und ob überhaupt – ich in diesem Gewimmel das Touristbüro  finden sollte. Dabei war es äußerst wichtig für mich, nicht nur wegen der geplanten Sightseeing-Tour. Ich musste wissen, wo das Büro der Acciona  Fährgesellschaft liegt. Plötzlich sah ich ein Hinweisschild, dann noch eines und dann stand ich im Dunkeln, bzw. mitten in der Altstadt.
Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es kein weiteres Hinweisschild mehr gab und das Touristenbüro sowie so nicht zu sehen war. Dafür musste ich mich nun durch engste Gassen schlängeln. Man stelle sich nur den
Kontrast vor. Eben befand ich mich noch auf einer mehrspurigen Hauptverkehrsader und nun – von einer Sekunde auf die andere – eingezwängt zwischen alten und hohen Häusern. Wenn ich an einer Kreuzung, sofern man das Zusammentreffen zweier Miniaturstraßen so nennen sollte, abbiegen wollte, dann musste ich  mehrmals rangieren. Es dauerte jedenfalls eine geraume Zeit, bis ich trotz Navigationsgerät aus diesem Irrgarten herausgefunden hatte. Teilweise waren nämlich einige Straßen, in die mich mein Navi einlud, Einbahnstraßen. In anderen befand sich eine kleine Baustelle oder es parkte einfach ein Auto oder ein Moped, das eine Weiterfahrt unmöglich machte.  Außerdem brachte dieses nicht eingeplante Vergnügen meine Tanknadel gefährlich Nahe an die 0-Liter-Grenze, eine Tatsache, die mich nicht gerade beglückte. Jedenfalls kam ich doch noch heil heraus und fand bald eine Tankstelle.
Geschrieben am Januar 19, 2010 - von reisekalle
Die Suche
Dabei hat der ganze Entwicklungswahnsinn – und natürlich die Gier – unseren Planeten zu einem Abfallhaufen gemacht. Das wenige Schöne, dass uns geblieben ist, sind alte historische Kulturdenkmäler und ein paar wenige Oasen fast unberührter Natur. Daneben gibt es natürlich noch das Internet. Das ist die neue Welt, welche die alte Welt langsam ersetzt. Letztendlich ist das egal, denn beide Welten entstehen aus dem gleichen binären Prinzip: Ja oder nein.  An oder aus. In der Computerwelt sind es Bit oder kein Bit. In der alten Welt sind es nach dem Taoismus Yin oder Yang.
Normalerweise neige ich dazu, das Leben  auf mich regnen zu lassen. Manchmal komme ich aber auch auf die Idee, etwas zu suchen. Wenn mich solche Gedanken aus heiterem Himmel wie der Blitz treffen, dann hat es schwerwiegende Folgen. Solche Folgen sind dann meistens Geldmangel, aber auch eine totale Veränderung der Lebenssituation. Einer dieser ganz entscheidenden Blitze traf mich mit 42 Jahren. Dabei hätte alles so schön bleiben können. Ich hatte eine 20-Stunden-Woche und viel Zeit zum Bücher lesen, Rotwein trinken und Musik hören. Wenn ich vorhin erwähnt habe, dass meine plötzlichen Anwandlungen meistens zu Geldmangel geführt haben, dann war es in diesem Fall umgekehrt. Geldmangel hat mich bewogen, etwas zu tun, was ich eigentlich nie machen wollte, nämlich mehr arbeiten. Und wenn ich es mir richtig überlege, dann war es noch nicht einmal meine Entscheidung, sondern die meiner Arbeitgeber. Der erste Arbeitgeber wollte mich nicht mehr haben, obwohl ich gute Ideen eingebracht habe. Der zweite Arbeitgeber war geizig und dachte ständig, dass er mich zu gut bezahlen würde. Weil ich aber zu stolz war, um für einen Mindestlohn zu arbeiten, musste ich dort ebenfalls gehen.
Vom Staat konnte und wollte ich keine Unterstützung erwarten, da ich umgekehrt und mit großem Erfolg jede Chance genutzt habe um ihm meine Unterstützung zu verweigern. Wenn ich Einfluss auf eine sinnvolle Verwendung der Steuergelder hätte, dann würde ich auch mit mehr Freude geben wollen. Ich machte mich selbständig. Plötzlich war ich ein anständiger Bürger. Ich arbeitete 60 Stunden in der Woche und zahlte sogar Steuern.  Alles hätte gut gehen können. Ich hatte sogar das erste Mal in meinem Leben richtig viel Geld. Sagen wir mal: Verhälntnismäßig viel Geld! Dann musste mich dieser neue Ideenblitz treffen. Ich beschloss eine Kamera zu kaufen. Eine Minolta Dimage 7. Nun fing dieser Entwicklungswahnsinn an. Bald war die Minolta nicht mehr gut genug. Es musste eine Canon her und zwar die EOS 300. Sie war damals die Spitze der bezahlbaren Amateurkameras. Doch ein und einhalb Jahre später musste die semiprofessionelle 5D angeschafft werden. Mit dieser Entscheidung und dem dazugehörigen Objektivsatz hatte ich mich wieder einmal in die gewohnte Situation des Geldmangels und einer radikalen Veränderung der Lebensituation gebracht.
Was macht man denn mit einer Kamera, die so viel wie ein neuer Kleinwagen kostet. Man stellt sie sich bestimmt nicht in die Vitrine um sie jeden Tag zu bewundern. Obwohl dieser Entschluss das Loch in meinem Geldbeutel in Kürze repariert hätte. Eine Kamera degradiert man aber nicht als Anschauungsstück, sondern  macht damit Bilder. Und mit einer 5D macht man nicht nur Bilder im Urlaub und zu besonderen Anlässen, sondern man benutzt sie täglich. Ich wollte also Bilder aufnehmen. Manche sammeln Briefmarken, Bierdeckel oder Streichholzschachteln. Das habe ich bereits alles hinter mir. Manche sammeln sogar Frauen und geben damit an, obwohl ich es ja beschämend finde, weil es deutlich macht, dass wir Menschen – im Speziellen wir Männer – nicht die Herren der Schöpfung, sondern umgekehrt das Testosteron der Herr über uns ist. Ich wollte also Bilder sammeln und zwar Bilder von den letzen verbliebenen Kulturstätten und Naturoasen, bevor der Abfallhaufen Welt noch schlimmer wird. Daher beschloss ich den Wechsel von einem anständigen Steuerzahler zu einem brotlosen Fotografen und Weltenbummler. Das ist das Schöne, wenn man das Leben auf sich regnen lässt, man verbaut sich nicht sein ganzes Dasein durch Vernunft und Regeln.
Geschrieben am Januar 18, 2010 - von reisekalle
Unvorhergesehene Ereignisse
Aufgrund einiger katastrophaler Ereignisse, die Planungsänderungen nach sich ziehen, fällt für die nächste Zeit das 1001-Schritte-Projekt aus. Allen, die mich finanziell unterstützt haben, danke ich. Da ich meine Angebote in Bezug auf Bilder-CD, Verlosung und Hilfeprojekt zeitlich nicht einhalten kann, bleibt es jedem überlassen, die eingezahlten Spenden zurückzufordern oder als Unterstützung meiner Webseite zu betrachten. Eine formlose E-Mail mit Angabe der Bankverbindung genügt.
Liebe Grüsse
Reisekalle
Geschrieben am Januar 18, 2010 - von reisekalle
Dienstag, 12.01.2010 – Nachtrag: Das Wetter fährt Achterbahn und meine Gefühle ebenfalls
Alls ich aufwachte, es muss gegen 7:30 Uhr gewesen sein, da lachte mir Wolke 7 entgegen. Draußen waren es 0 Grad, aber das war egal. Ich hatte ja wieder saubere Wäsche im Schrank. Und, ich konnte meinen Toyota abholen.  Eine Woche musste ich mich gedulden und trotz der Kälte und der vielen grauen Tage hatte ich Bordeaux, seinen Wein und eigentlich ganz Frankreich liebgewonnen. Dennoch war ich wie ein Gefanger ohne Bewährung gewesen.  Ich musste meine Tage absitzen. Die Gefängnismauern hatten einen japanischen Namen und die Wärter waren die Kfz.-Mechaniker, die genauestens darauf achteten, dass sich die Mauern nicht vor dem 11.01. 2010 öffneten. Der Richter war das Schicksal, dass sich das erste Mal in 52 Jahren gegen mich entschieden hatte. Damit war das Ende noch lange nicht erreicht. Das wusste ich aber zu diesem Zeipunkt nicht.
Wie ich auch überlegte, so war ich mir keiner richtigen Schuld bewusst, außer vielleicht der Voreiligkeit. Wie hätte ich aber noch länger mit meiner Reise warten können, wenn sogar Menschen, die mich erst kurze Zeit kannten, bereits davon wussten, dass ich seit Jahren von einem solchen Unternehmen redete. Schon allein wegen der Glaubwürdigkeit musste ich es tun. Jawohl, diese Glaubwürdigkeit war die Übeltäterin, zusammen mit ihrer hinterhältigen Genossin, der Ungeduld. Dass diese beiden hinterlistigen Bekannten frei davon gekommen sind, während ich rücksichtslos vom Schicksal verurteilt wurde, kann ich mir nur aufgrund eines Komplottes erklären.  Die Götter – vor allem die des griechischen und römischen Himmels sollen ja manchmal neidisch sein, wenn ein Mensch zu viel Glück hat.
Und da standen sie, schön leuchtend rot.
Mit der Straßenbahn musste ich durch die halbe Stadt fahren. Ich sah die schönen Gebäude, die Gassen in denen ich spazieren ging und ließ die vielen kleinen Geschehnisse Revue passieren. Ich ging noch einmal am ersten Hotel vorbei, bedankte und verabschiedete mich von der Empfangsdame. Beim Toyotahändler verabschiedete ich mich ebenfalls von der Empfangsdame und nahm meinen Autoschlüssel entgegen.
Es war ein erhabener Augenblick, der mich von Wolke Sieben eine Etage höher putschte, als ich endlich wieder im Cockpit saß und langsam, jede Sekunde auskostend, den Zündschlüssel herumdrehte und dann satte 178 PS in Dieselmotor-Manier dröhnen hörte. Es war ein Gefühl, wie das erste Mal verliebt zu sein oder die erste wichtige Prüfung bestanden zu haben. Solche “Erste Mal”-Gefühle  kommen so selten vor im Leben. Beim zweiten Mal spielt schon ein Hauch der Gewohnheit mit. Ich war wieder unterwegs.
Erst nach 300 Kilometern stiegt das Thermometer auf plus 1 Grad. Das war verdammt wenig. Ich wollte gerade eine Hochrechung machen, um sicher zu gehen mit welchen Temperaturen ich bei dieser Quote in Cádiz in Fühlung gehen könnte, als mich kurz vor der spanischen Grenze ein drastischer Anstieg auf 12° Grad überraschte. Grund genug um die Autobahn zu verlassen und eine kleine Pause an der Meeresküste zu machen. Immerhin wollte ich mein restlichen drei Stunden, die ich auf dem französischen Internetkonto hatte, nicht verstreichen lassen. Ich musste ja sparen. Also baute ich meine Arbeitsplatte auf und schloss mein Laptop mit meinen beiden externen Festplatten an.  Gerade wollte ich so richtig loslegen, als Stromschwankungen den Arbeitsfluss meiner elektrischen Geräte störten. Die Dateien konnten nicht richtig hochgeladen werden. Meine Festplatten konnten ab und zu nicht geöffnet werden und schließlich meldete auch noch mein Laptop, dass der Akku fast leer war. Als ich nachforschte, bemerkte ich, dass mein Adapter für die Stromzufuhr durchgeschmort war. Solche Augenblicke meinte ich vorhin, als ich vom Neid der Götter redete. Die drei Internetstunden konnte ich nun in den Wind schreiben. Zusätzlich quälten mich die Zweifel ob eventuell meine Festplatten einen Schaden genommen hätten. Mir blieb nichts übrig als einzupacken. Weiterhin fragte ich mich, ob es hier unten im Süden solch einen technischen Firlefanz überhaupt zu kaufen gäbe. Ich konnte mir nicht vorstellen, das Franzosen wie Spanier ihren Lebensstil mit derartigen technischen Entwicklungen einschränken ließen. Uns dagegen ist Technik, Computer und Internet wichtiger geworden, als das wirkliche Leben.
Zu allem Überdruß sanken die Temperaturen hinter der spanischen Grenze auf 1 Grad. Ich überquerte die westlichen Ausläufer der Pyrenäen. Es schneite oder regnete, was sowie so egal war.  Es war düster, neblich und überall lag Schnee. Mit einem Schlag überfielen mich depressive Anwandlungen, die mich in ein derartiges Tief hinabstürzten, von dem aus Wolke Sieben nicht einmal mehr zu erahnen war. Manchmal wünschte ich, dass ich dieses Mittelmaß besäße, in dem das Leben einfach so dahinplätschert; schön geordnet duch Paragraphen und Vorschriften. Ich hätte nicht solche Abstürze. Natürlich würde ich auch nichts erleben.
Ich hatte im Hinterkopf, dass es in Spanien MediaMärkte gäbe. Normalerweise halte ich nicht viel von diesen Supermarktketten. Egal ob Aldi, Lidl, Saturn, McDonalds und wie sie alle heißen. Überall wuchern sie wie Unkraut empor und nehmen den jeweiligen Ländern ein wenig von ihrem Charme. Irgendwann wird die ganze Welt nur noch von einem solchen Einheitsbrei beherrscht werden. Diesmal aber war ich froh bei dem Gedanken, auf so etwas Gewöhnliches stoßen zu können.
Geschrieben am Januar 12, 2010 - von reisekalle
Dienstag, 12.01.2010 – Wieder unterwegs
Es ist so weit. Ich kann meinen Land Cruiser abholen. Vermutlich werde ich heute in Spanien ankommen. Was kann mich denn jetzt noch hintern, außer dass mir der Himmel auf den Kopf fällt.
Sobald ich angekommen bin muss ich mich um eine Internetverbindung kümmern. Bis jetzt hatte ich das französische Netz SFR gebucht. Die Auslandsangebote vom deutschen Vodafone sind nicht zu gebrauchen. Zu viele Einschränkungen und zu teuer. Es war bereits in Frankreich ein großer Akt etwas bezahlbares zu finden. Nun geht es in Spanien von vorne los. Es kann also sein, dass ich vielleicht für einen oder zwei Tage nicht online gehen kann, bis ich alles geklärt habe.
Geschrieben am Januar 11, 2010 - von reisekalle
Montag, 11.01.2010 – Der Kampf mit der Waschmaschine
Es war der Tag der Entscheidung. Würde der Toyota-Händler sein Wort halten. Würde demnach mein Auto im Laufe des Nachmittags wieder fahrbereit sein. Mich überkam eine Abschiedsmelancholie. Ich hatte mich an Bordeaux gewöhnt. Trotz des Missgeschicks, trotz der vielen kleinen chaotischen Geschehnisse, trotz der Sprachschwierigkeiten. Bordeaux schmeichelte mir mit Sonnenstrahlen und blauen Himmel, wie eine egoistische Geliebte, die mich nicht fortlassen wollte. Der Gedanke abzureisen, fiel mir schwer. Dennoch traf ich am frühen Nachmittag die ersten Vorbereitungen. Mein Wäsche war fast aufgebraucht. Ein paar Ecken weiter hatte ich einen öffentlichen  Waschsalon gesehen. Ich packte meine Tasche und machte mich auf den Weg.
Da stand ich nun in diesem Saal, zwischen sieben Waschmaschinen auf der einen Seite und drei Wäschetrocknern auf der anderen. Alle Anweisungen waren auf französisch, was ja wohl normal  ist, in Frankreich. Ratespiele mochte ich noch nie und dies schien hier eines zu werden. Ich machte erst einmal die Tür der Waschmaschine auf, die mir am nähesten Stand, um erst einmal ein gegenseitiges Vertrauen zu gewinnen. Dann füllte ich die Öffnung mit Wäsche. Auch das klappte und selbst das schließen der Tür. Soweit war es wie zu Hause. Nun gab es aber Münzschlitze ohne Preisangabe, schließlich einen Automaten, der die Waschmaschinen aus der Ferne steuerte. Auch er hatte Münzschlitze. Welche sollte ich nun benutzen.  Schließlich gab es noch eine Waschpulverausgabe, die über den gleichen Automaten dirigiert wurde.
Nun habe ich aber bereits einiges vorwegenommen, was ich erst im Laufe meines  90 minütigen Aufenthaltes im Waschsalon in Erfahrung brachte. Ich stand also vor dieser –  mit meiner Wäsche gefüllten Waschmaschine – und wollte mir gerade den Kopf zerbrechen, wie es weitergehen würde, als sie plötzlich ein Eigenleben entwickelte. Zuerst machte die Trommel zaghaft eine Umdrehung. Darauf folgte bald eine zweite. Als schließlich  noch Wasser immer reichlicher dazufloß, war mir klar, dass es diese Maschine ernst meinte, obwohl ich sie weder mit Waschpulver noch mit Geld gefüttert hatte. Ohne Waschpulver waschen war etwa so, wie überhaupt nicht waschen. Es machte meine Wäsche feucht und kostete mich Zeit. Ich wollte nun die Tür zu meiner Wäsche öffnen. Die Maschine weigerte sich. Schließlich bat ich die einzige Frau, die hier anwesend war um Hilfe. Das war ein Fehler. Sie konnte mir auch nicht viel weiter helfen, weil sie nur französisch verstand und eigentlich genauso fassungslos der Eigenwilligkeit meiner Waschmaschine gegenüberstand. Nun überschüttete sie mich mit einem französischen Redefluss, den sie nur ab und zu unterbrach um sich regelmäßig mit ein paar Schlucken aus der Weinflasche zu stärken.
Da die Waschmaschine nicht anzuhalten war, ich zurzeit noch nicht wußte, wie ich das Waschpulver aus dem dazugehörigen Automaten bekommen sollte, lief ich schnell zurück zum Hotel um das meinige zu holen. Da die Maschine immer noch regelmäßig Wasser nachfließen ließ, schüttete ich einfach mein Waschmittel dazu, in der Hoffnung, dass alles gut gehen würde.
Dann vertiefte ich mich in mein Buch, während die Französin weiter aus ihrer Weinflasche trank, zwischendurch ein Wäschestück zusammenlegte und hin und wieder Unterhaltungsversuche mit mir pflegte.  Schließlich war die Weinflasche leer,  die drei Kleidungsstücke zusammengelegt und ich hatte endlich den Waschsalon für mich.  Nach einer Weile bemerkte ich den Schleudervorgang, der das Ende der Waschprozedur einleitete. Dann war endlich Ruhe. Dankbar betrachte ich eine Weile das beendete Werk. Griff zur Tür der Waschmaschine um sie zu öffnen. Sie schien zu haken. Und plötzlich, ich wollte es nicht glauben, da bewegte sich die Trommel schon wieder. Ich rüttelte an der Tür, ich ließ innerlich Schreie los. Die Waschmaschine ließ unbeeindruckt Wasser ein und begann aufs neue zu arbeiten.
Könnt ihr euch an Kishons Geschichte mit der Waschmaschine errinnern, die ebenfalls nicht mehr aufhören wollte und sich sogar durch das ganze Haus bewegte. Zusätzlich fiel mir noch Dürrematts Kurzgeschichte “der Tunnel” ein, in den ein Zug ohne Wiederkehr immer tiefer in die dunkle Ewigkeit raste. So fühlte ich mich. Eine Hilflosigkeit gegenüber der Technik mit dem Gefühl des Nie-enden-wollens. Ich glaubte, meine Wäsche nie wieder zu bekommen. Schließlich riss ich die Telefonnummer, die einsam auf einem Zettel an der Wand klebte, herunter und ging damit in mein Hotel. Ich bat den englisch sprechenden Hotelbesitzer das Problem für mich zu klären.
Ein paar Minuten später bekam ich die Lösung. Es gab einen gelben Signalknopf. Ich erinnerte mich nicht nur, ihn gesehen zu haben, ich hatte sogar probeweise darauf gedrückt, bevor das Schicksal bzw. die Waschmaschine  seinen lauf nahm. Ich müsste ihn drei Minuten  drücken – nicht kürzer, so wurde mir nahegelegt – um das Ungetüm zu stoppen.
Nun stand ich vor der Waschmaschine. Ich wartete auf den Schleudervorgang. Ich wartete auf die anschließende Ruhe. Dann drückte ich, was das Zeug hielt, auf diesen gelben Knopf. Mein Daumen verbog sich und meldete bereits Schmerzen. Nur nicht nachlassen. Nur nicht zu früh loslassen. Ich wollte nicht im Waschsalon übernachten und ich wollte meine Wäsche zurück. Diese drei Minuten waren eine Ewigkeit der Ungewißheit. Wird es gelingen? Es gelang! Die Waschmaschine gab Ruhe. Sie ließ sich öffnen, wie ein sanftes Lamm.
Nun war ich Herr des Waschsalons. Ich wusste, wie man Waschpulver bekommen, wie man eine Waschmaschine zur Vernunft bekommen würde. Ich konnte sogar die Anweisungen verstehen, auch wenn ich sie nicht aussprechen, geschweige denn merken konnte. Ich würde die Worte aber wieder erkennen. Doch morgen bin ich in Spanien.
Der Toyota-Händler hat mich angerufen. Mein Auto ist fertig. Ich feierte dieses Ereignis mit einer letzten Flasche Bordeauxwein.
Au revoir Bordeaux!
Geschrieben am Januar 11, 2010 - von reisekalle
Sonntag, 10.01.2010 – Endlich ein normaler Tag
Ich stand das erste Mal ohne Kopfschmerzen auf, aber spät. Es war schon 9:30 Uhr. Alle anderen Hotelgäste schienen das warme Wasser bereits verbraucht zu haben. Für mich blieb nur noch lauwarmes.  Lauwarm – ob Wasser, Geschehnisse oder Emotionen – war noch nie etwas prickelndes, also begnügte ich mich mit einer Katzenwäsche. Ich wollte heute sowie so nicht unter Leute und mein Laptop würde sich bestimmt nicht beschweren. Selbst Napoleon wollte seine Joséphine  (so hieß sie, jetzt weiß ich es genau) lieber ungewaschen. Deswegen ließ er rechtzeitig eine Nachricht schicken, damit sie sich darauf vorbereiten konnte.
Ich arbeitete also bis in die Nacht. Mein Laptop hielt es mit mir aus und ich auch.
Geschrieben am Januar 11, 2010 - von reisekalle
Samstag, 9.01.2010 – Freier Tag, Arbeitstag, Einkaufstag
Heute war wieder ein grauer, wolkenverhangener Tag und das war gut so. Er lud richtig zum arbeiten ein. Und da alle bisher aufgetauchten Probleme praktisch im Hintergrund liefen und sich auf eigene Weise zu lösen versuchten, blieb mir nichts anderes übrig als abzuwarten. Somit hatte ich genügend Zeit meine Webseite weiter zu pflegen, die bisherigen Bilder aus Bordeaux zu bearbeiten und zu sortieren, und später die Deutschlandgallerie endlich langsam mit Bildern aufzufüllen.
Ehe ich es versah, war es jedoch Abend, ohne zufriedenstellend vorangekommen zu sein. Ich hatte noch nicht einmal die Hälfte von dem geschafft, was ich wollte. Es war 17:30 Uhr. Es war Samstag und ich musste so schnell wie möglich Lebensmittel einkaufen, denn bis auf zwei Tomaten und ein Liter Wasser war Ebbe in meinem Bestand.
Ich besuchte zum zweiten Mal, seitdem ich in Bordeaux bin, das Centre Commercial Mériadeck. Ein riesiges, dreistöckiges Einkaufszentrum,  für das ich einen Geldbeutel bräuchte, an den ich nicht einmal im Anflug zu denken wagte. Ich begnügte mich mit dem Lebensmittelgeschäft im Erdgeschoss. Dieses allein, ließ mich wünschen, ich hätte so eine Art “Tischlein deck dich”-Portemonnaie. Am Bierregal war ich diesmal standhaft. Das war kein Wunder, denn die Biere, die ich probiert hatte, schmeckten genauso exotisch, wie sie aussahen, nur nicht wirklich nach Bier. Zwei von den sechs Flaschen hatte ich zur Hälfte wegschütten müssen. Dennoch wachte ich am nächsten Morgen mit leichten Kopfschmerzen auf. Diese waren erträglich, so dass ich auf die Aspirin verzichten konnte. Immerhin war ich die Kopfschmerzen schon die letzten drei Tage gewohnt, sozusagen als kleines Present der abendlichen Flasche Bordeauxwein.
Da diese Kopfschmerzen zurzeit meine intimsten Bekannten waren, wollte ich diese Treue nicht durch ein bisschen Chemie aufs Spiel setzen. Das war gut so, denn dadurch ging ich auch ebenso standhaft an den Weinregalen vorüber. Schwach wurde ich dagegen bei den vielen verschieden Lutsch-, Kau- und Gummibonbons. Nur 1,70 €! Was soll’s. Irgendeinen Ersatz brauchte ich doch.
Wie sehr ich ihn nötig hatte, sah ich daran, wie schnell diese kunterbunte Mischung innerhalb von einer Stunde in meinem Mund verschwunden war.
An den einladenden Fleisch- und Fischständen blieb mir nichts anderes übrig, als zu widerstehen, wenn ich nicht – aus Ermangelung einer Kochstelle – diese wunderbaren Schätze roh essen wollte. Stattdessen kaufte ich viel Gesundes. Obst und Gemüse.
Ich hatte diesmal keinen Stadtplan mitgenommen, weil ich die Lage des Einkaufszentrums kannte. Worauf ich nicht gefasst war, dass ich diesmal einen anderen von den vielen Ausgängen benutzte und plötzlich die Umgebung ganz anders aussah. Zuerst ging ich in die Richtung, von der ich glaubte, dass es die meine wäre. Da aber weiterhin alles so fremd wirkte, machte ich eine 180° Wendung und übte das “Nach-Hause-Kommen” in die andere Richtung. Das fremdartige Aussehen meines Umfeldes blieb fremdartig. Ich wechselte noch ein paar Male die Richtungen. Jedoch erfolglos.
Wenn ich nicht immer wieder am Centre Commercial Mériadeck vorgelaufen wäre, dann hätte ich geglaubt, ich wäre in einer anderen Stadt. Solch eine Orientierungslosigkeit kenne ich eigentlich nur von – sie möge mir verzeihen – Helena oder überhaupt von einem großen Teil des weiblichen Geschlechts. Nachdem ich so mit zwei schweren Taschen und immer kälter werdenden Händen ein Sightseeing der besonderen Art gemacht hatte, fiel mir plötzlich ein, nach dem Weg zu fragen. Und siehe, bald entpuppte sich diese fremde Stadt zu meinem vertrauten Bordeaux.
“Zu Hause” in meinem Hotel verschwanden die Süßigkeiten, wie vorher schon erwähnt. Ich schaute wehmütig auf die Ablage an der Wand, die zwar übervoll mit Lebensmitteln, aber ohne Weinflaschen war und bereute bereits meine Entscheidung dieser “gesunden” Lebensweise. Da es auch keine Möglichkeit mehr gab dieses Fehlurteil zu korrigieren – es war 19:30 Uhr und alle Geschäfte waren, oh Graus, für zwei Tage geschlossen – machte ich mich erneut an die Arbeit. Um 1:00 Uhr nachts fuhr ich mein Laptop herunter , hatte ganz vergessen, dass  ich eventuell Wein wollte, legte mich ins Bett und schlief sofort und nüchtern ein.
Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle
Freitag, 8.01.2010 – Ein Spaziergang in Bordeaux
Es war 9:30 und ich war mit dem Kaffeetrinken fertig und gerade im Begriff mich auf mein Zimmer zu begeben,  als  mein Blick aus dem Fenster fiel. Ein fantastischer, wolkenlosener Himmel strahlte mir entgegen. Augenblicklich vergaß ich meine geplante Arbeit, schnappte meine Kamera und ging auf Sightseeing-Tour.
Auf meinem Streifzug sind mir Besonderheiten französischen Verhaltens an Zebrastreifen und Fußgängerampeln aufgefallen. Den Autofahrern ist es einerlei, ob ein Pasant auf den gekennzeichneten Flächen die Straße überquert, sie fahren einfach. Den Fußgängern hingegen ist es gleich, ob die Ampel für sie rot oder grün leuchtet. Sie gehen einfach. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, fand ich diese Regelung sogar gut. Zebrastreifen und Ampeln bedeuten eigentlich nur “etwas mehr aufpassen”. Man muss hier einfach mitdenken und selbst entscheiden, ob eine gefahrlose Straßenüberqüberuerung möglich ist oder nicht. In Deutschland sehe ich jeden Tag genug Idioten, die – ohne zu Denken und ohne nach links und rechts zu schauen – über die Straße laufen. Hinterher wundern sie sich, dass sie – obowhl im Recht, man staune –  überfahren werden. Selbst Kindern bringt man bei, bei rot stehen zu bleiben und bei grün zu gehen, statt sich zu vergewissern ob sie eine Straße gefahrlos überqueren können.
Am Nachmittag geriet ich in ein türkisches Viertel und ich fühlte mich wie in Hanau. Viele kleine türkische Läden, Kebabläden und verschleierte Frauen. Die Häuser waren ein wenig höher, die Straßen dafür enger. Das gab dem ganzen einen eher orientalischen Flair.
Ich streifte durch den Marché des Capucins und war wieder einmal überwältigt von den vielen Angeboten an Lebensmitteln. Dort aß ich – sozusagen als Vorgeschmack auf Spanien -
Empaňadas. Das sind  Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen, von Fleisch angefangen über Käse und Gemüse bis in zu Gambas.
Auf der Cours d’Alsace et Lorraine sprach mich ein Franzose an, der mir etwas verkaufen wollte. Er riß mich aus meinen Gedanken. Ich wollte nichts kaufen und um ihn loszuwerden sagte ich ganz benommen “I don’t speak German”, was natürlich purer Unsinn war.  Gottseidank verstand er kein Englisch. Die Fremdartigkeit meiner Sprache hinderte ihn jedoch nicht, weiterhin aufdringlich zu sein. jetzt erkannte ich erst, dass er mir eine Kamera verkaufen wollte, was mich sehr wunderte, da ich doch ein riesiges Exemplar vor dem Bauch hängen hatte. Um ihn abzuwimmeln musste ich wirklich energischer werden. Ich deutete vor meinen Bauch und demonstrierte ihm eindrucksvol meine Canon 5D Mark II damit er endlich verstand, dass ich keinen Bedarf hätte. Er brummelte etwas Unverständliche und verschwand dann.
Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle
Donnerstag, 7.01.2010 – Livestyle in vier Akten – 4.Akt: Lifestyle in Bordeaux
Seitdem mich mein Toyota so schmählich im Stich gelassen hatte, brauchte ich etwas zur Beruhigung.  Und was konnte sich da besser anbieten, als ein guter Rotwein der Region, nämlich ein Bordeaux. Was das Essen betrifft, so machte ich heute meinen ersten ruhigen Spaziergang auf der Suche nach Lebensmitteln. Plötzlich wurde in von einem völlig neuen Lebensgefühl überrumpelt.
Ich kam an so vielen kleinen Cafès vorbei und die Franzosen saßen sogar bei 0 Grad im Freien um ihren Grand Café zu genießen. Überall gab es kleine Bars, welche die verschiedensten Sandwiches anboten und der Supermarkt hatte eine Auswahl an Käse- und Wurstsorten, dass ich mich fragte, warum ich überhaupt so lange in Deutschland ausgehalten habe. Könnte ich Französisch und wäre es etwas wärmer, so würde ich in Frankreich bleiben.
Vor dem Bierregal fing ich an zu staunen. Eigentlich wollte ich heute wirklich keinen Alkohol trinken. Aber angesichts des exotischen Bierangebotes  ließ mich meine Neugierde über ein solches Anliegen nur verständnislos den Kopf schütteln. Ich beschloss also eine Bierprobe zu veranstalten und nahm schnell einmal sechs verschiedene Sorten mit.  Es war eine kuriose Sammlung. Ein Bier sah aus, wie in eine Sahneflasche gefüllt. Ein Etikett trug einen Totenkopf. Zwei Flaschen waren verkorkt und die größere davon sah aus wie eine Weinflasche.
Daneben kaufte ich noch ein wenig Käse und Wurst, deren unübersehbare Angebotsliste jeden guten Vorsatz und jede Sparmaßnahme ad absurdum führen würde.
Schließlich war ich um 33,12 € ärmer.  Nun ja. Die Einkäufe sollten für zwei Tage reichen, dann wäre ich bei einer durchschnittlichen Ausgabe von 15 € angelangt. Das wäre wiederum ein gutes Resultat, wenn nicht noch die Kosten von Telefon und Internet dazukämen.  Von den  Hotelkosten, die ja bereits im 4000 €-Mißgeschick untergekommen sind, muss ich sowie so schweigen.
Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle
Lifestyle in vier Akten – 3. Akt: Abnehmen
Drittens: Abnehmen
Dieser Vorsatz wird dadurch bedingt, dass ich mittlerweile unerträglich fett geworden bin.  95 Kg bei einer Körpergröße von 172 cm. Manche mögen auf so etwas stehen, ich nicht. Die Aussicht, täglich solche Körpermassen bergauf und bergrunter zu schleppen, erübrigt jede Diskussion einer Ästhetik. Obwohl schon die Vorstellung, beim Aufstehen wie ein Maikäfer der auf dem Rücken liegt, mit den Beinen wackeln zu müssen,  in mir ein Bild der Lächerlichkeit erweckt.
„Dabei esse ich nicht viel!“ Davon war ich jedenfalls überzeugt.  Eine Freundin, die sich ein wenig mit Ernährungskunde befasste, rechnete mir eines Abends – als ich wieder einmal so dahin jammerte – die zugeführten Kalorien zusammen. 4800kcal! Ich war sprachlos. Seitdem lächele ich, wenn ich jemandem begegne, der ähnlich beteuert, dass er nicht viel isst. Manchmal kann es ja krankheitsbedingt sein.  Meine einzige Krankheit diesbezüglich ist die Zügellosigkeit.
Immerhin wäre die Reduktion der Nahrungszufuhr eine bedeutende Sparmaßnahme.
Es folgt der letzte Akt!
Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle
Lifestyle in vier Akten – 2. Akt: Kein Alkohol mehr
Zweitens: Kein Alkohol mehr.
Dieser Vorsatz ist genauso schwierig wie das Sparen. Seitdem ich denken kann, habe ich Alkohol getrunken. Ich bin felsenfest davon überzeugt, bei meiner Geburt als ersten Schluck nicht Muttermilch, sondern ein Glas Vodka bekommen zu haben. Und zwar um mich zu beruhigen, denn ich schrie voller Zorn so laut ich konnte. Keiner glaubte, dass ich je wieder aufhören würde.
Mit sechs Jahren verließ ich mit meinen Eltern Bamberg. Ich kann mich jedoch so genau an eine Bamberger Spezialität, nämlich das “Schlenkerle” – ein Rauchbier – erinnern, so dass ich annehme, schon in diesen jungen Jahren, fleißig mit Alkohol in Kontakt gekommen zu sein. Wenn ich mein Umfeld betrachte, so hatte ich es immer mit Alkohol zu tun. Deswegen war ich irgendwann überrascht, als manchmal Menschen auftauchten, die im Gegensatz zu mir in einer Welt ohne Alkohol lebten. Diese absonderlichen Wesen schienen zu beweisen, dass sogar eine alkoholfrei Lebensweise ohne bedenkliche Nebenfolgen möglich ist.
Auch hierüber, könnte ich – genause wie über meine Sparversuche – ein Buch schreiben. Ich will es kurz machen.
Es gab drei Gründe um mit dem Trinken aufzuhören. Schon allein der Vorsatz zu sparen zwang mich dazu, denn der tägliche Konsum einer Flasche Rotwein verursachte Kosten, die bereits das Minimum erreichten, was ich als Reisekosten ausgeben wollte. Ich nehme an, dass ihr den zwingenden Grund erkennen könnt. Weiterhin wollte ich nicht so enden, wie mein Vater, der nun mit einer Leberzirrhose zum Pflegefall geworden war. Schließlich bemerkte ich im Herbst 2009 einen gewissen Konditionsverlust, den ich dem Rotwein zuschreibe. Ich hatte bei einer 20 Kilometer langen Rhönwanderung, auf der ich gerade einmal eine Höhendifferenz von 400 Metern bewältigen musste, beinahe schlapp gemacht. Die Aussicht, auf Gran Canaria innerhalb von 4 Stunden 1000 Höhenmeter oder mehr bewältigen zu müssen, ließ mich nachdenklich werden. Ich hoffe natürlich zusätzlich auf die feuchte warme und salzhaltige Meeresluft, die zusätzlich zum Verzicht auf Alkohol,  meine – mit einer chronischen Bronchitis – behafteten Atemwege einen erheblichen Aufschwung geben würde.
3. Akt folgt in Kürze!
Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle
Lifestyle in vier Akten – 1.Akt: Sparen
Drei Vorsätze hatte ich vor der Reise ins Auge gefasst: Sparen, Keinen Alkohohl mehr und Abnehmen.
Erstens: Sparen.
So ist ungefähr die Finanzierung meiner Reise aufgebaut.
Ihr werdet meine Gedankengänge vielleicht für eine seltsame Sparmethode halten. Nach Darwin aber ist dies für mich eine logische evolutionäre Entwicklung, die aufgrund meiner Unfähigkeit zu sparen, diese Überlebensnische geschaffen hat.
Seitdem ich aufgrund meines Mißgeschickes in Bordeaux festsitze (siehe “Kann es schlimmer kommen – ja es kann”), hat sich mein imaginärer Reisekredit schlagartig verdoppelt, was natürlich eine Katastrophe ist. Ich rechnete nach und beschloß  höchstens 10 € pro Tag auszugeben.  So könnte ich mindestens 800 €  der ehemals geplanten Ausgaben sparen. Das war utopisch, denn allein die Telefonkosten und Internetgebühren, die für die Pflege meiner Reisewebseite anfallen, würden sich schon auf mindestens  5 – 10 € belaufen. Wenn ich euch hier mit Zahlen bewerfe, dann sind diese – wie auch mein oben kalkulierter Reisekredit – recht fiktiv. Zahlen sind mir langweilig. Mein Gehirn will nicht wirklich rechnen. Deshalb können diese Zahlen allerhöchstens relative aber nie reale Werte darstellen.  Vielleicht könnt ihr meine Kalkulationsweise verstehen, ich nicht.
Geschrieben am Januar 8, 2010 - von reisekalle
Mittwoch 6.01.2010 – Winter in Bordeaux
Die Straßen waren so vereist,  dass die Menschen über die Zebrastreifen schlitterten und sich gegenseitig festhielten, damit sie nicht umfielen. Die Autos rutschten gerade mal so an den Straßenrand oder übten untereinander ungewollten Kontakt. 1986 gab es in Bordeaux das letzte Mal Schnee. Trotz dieses Desasters strahlten alle eine stoische Ruhe aus. Es war sowie so nicht zu ändern.
Ich wollte mit der Trambahn fahren, weil ich noch einmal zur Toyota-Niederlassung musste, um den Autoschlüssel, den ich aus versehen mitgenommen hatte, abzugeben. Ich saß ungefähr 90 Minuten  in der Trambahn fest. Genauer ausgedrückt, las ich sechzig Seiten in meinem Roman, bevor sie überhaupt losfuhr.  Der plötzliche Wintereinbruch hatte auch ihr einen Strich durch die Rechnung  gemacht.
Nachdem mich die ersten Schweißausbrüche überfielen und ich mit weichen Knien, wie ein gehetzter Hund, die Ecken meines Hotelzimmers durchstöberte, und nachdem ich schon damit rechnete mein Auto unbezahlt in der Werkstatt zurücklassen, in der Nacht Hals über Kopf aus dem Hotel fliehen und in der Kälte unter einer Brücke erfrieren zu müssen und überhaupt nie wieder glücklich zu werden, fand ich meinen Geldbeutel an einer Stelle, die ich nie für ihn verwenden würde.
Bevor ich zur Trambahn ging, trank ich schnell noch einen Kaffee im Frühstückszimmer des Hotels. Dann verabschiedete ich mich und machte schon meine ersten Schritte  auf der Straße, als meine Hand in der rechte Parkertasche verschwand um instinktiv sicher zu stellen, dass dort mein Hotelzimmerschlüssel ruhte. Stattdessen fand ich eine beunruhigende Leere bzw. am Grunde der Tasche ein Loch. Das Loch war neu. Die darauffolgende panikartige Suche nach vermissten Gegenständen, wie in diesem Fall nach meinem Schlüssel, schien dagegen Routine zu werden. Ich durch suchte jede erdenkliche Tasche meines Parkers und meiner Jeans. Es gelangte alles mögliche in meine wühlenden Hände, von kleinen Zettelchen bis hin zu gebrauchten Papiertaschentüchern, nur nicht der Schlüssel. Ich eilte zurück ins Frühstückszimmer und fand ihn am Boden.
Ihr werdet jetzt vielleicht lachen, wenn ich euch erzähle, dass mir nun einfiel, dass ich ja neben den Hotelschlüssel noch meinen Autoschlüssel transportierte, den ich bei der Toyota-Niederlassung abgeben wollte. Dieser hätte in der gleichen Tasche sein müssen und wenn nicht, dann wenigstens in einer der anderen Taschen, die ich durchsucht hatte. Mir war jedenfalls überhaupt nicht mehr zum Lachen zumute. Ich machte zurzeit nicht gerade den Eindruck, als ob ich zu einer längeren Reise fähig, geschweige denn überhaupt lebensfähig wäre. Wie weit kommt man denn, wenn man alle Viertelstunde nach einem neuen vermissten Gegenstand suchen muss. Ich möchte euch jedenfalls nicht weiter mit der Prozedur langweilen, die ich eben wegen meinem Hotelschlüssel hinter mir hatte und sich nun in Bezug auf meinen Autoschlüssel, diesmal vielleicht noch in einer größeren Panik als vorher, wiederholte. Ich suchte zusätzlich die Straße ab, ich suchte die Hoteltreppe bis in den dritten Stock ab und natürlich auch mein Zimmer. Endlich kam mir die Idee, dass ich diesen Schlüssel vielleicht an einen sichereren Ort, nämlich in der kleinen Seitentasche meines Fotorucksackes, den ich immer bei mir trug, gesteckt hatte. Ich brauche wohl nichts weiter dazu zu sagen.
Das nächste Missgeschick  folgte in der Trambahn. Nach vier Stationen stiegen plötzlich alle Insassen aus. Ich bemerkte es ohne zu reagieren, weil ich in mein Buch vertieft war, dachte mir letztendlich nichts dabei, weil wieder eine Menge Leute einstiegen. Ich hätte auf die innere Vorahnung hören sollen, die unterschwellig in mir aufgestiegen war, zumal auf dem anderen Gleis ebenfalls eine Trambahn stand, in welche die meisten Leute, die mich gerade verlassen hatten, einstiegen. Die Gewißheit, dass etwas nicht stimmte, hatte ich endlich, als mein Zug losfuhr. Es ging wieder zurück.
Tel: 05 56 48 00
Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle
Das Vorurteil über die Franzosen
Ich treffe immer wieder Deutsche, die mir erzählen, dass die Franzosen feindlich gegenüber uns eingestellt wären. Ich weiß nicht, wie sich diese Deutschen in Frankreich verhalten. Ich konnte diesbezüglich nichts negatives feststellen.
Wenn ich mit dem unpersönlichen Kontakt mit den Autofahrern auf der Autobahn beginne, dann muss ich sagen, dass die Franzosen wesentlich vernünftiger fahren als wir Deutschen. Es gibt kaum Raser, kaum welche, die dicht auffahren. Die Franzosen bewahren selbst in der Anonymität Kultur, während ich die deutschen Autofahrer etwas pupertär und hirnlos bezeichnen würde.
Bei einem Busfahrer hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass dieses besagte Vorurteil stimmen würde. Er kommunizierte ziemlich distanziert und sprach mit mir französisch als ob er keine andere Sprache duldete. Später aber, kurz bevor wir mein Ziel erreichten, winkte er mich während der Fahrt zu sich und erklärte mir, wo er gleich halten würde und in  welche Richtung ich laufen müsste um an mein Ziel zu kommen. Ich hätte ihm um den Hals fallen können. Und so ging es weiter. Jeder, den ich ansprach, nahm sich so lange Zeit, biß ich verstanden hatte, was ich verstehen musste. Egal ob er mit mir französisch oder englisch redete.
Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle
Dienstag der 5.01.2010 – Es wird nicht nur schlimmer, es kommt zur Katastrophe.
Auch dieser Tag, war  zu aufregend, als dass ich ans fotografieren dachte.
Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle
Montag der 4.01.2010 – Kann es noch schlimmer kommen? – Ja, es kann!
Man möge mir verzeihen, dass ich an diesem Tag nicht in der Verfassung war, meine Reise mit Bildern zu dokumentieren.
Ich wachte am 4. Januar morgens um 8:00 Uhr auf. Es war noch dunkel und und mein Thermometer zeigte weiterhin minus 2 Grad an. Ich hatte erstaunlich gut geschlafen und unter meiner Bettdecke von der Kälte nicht viel mitbekommen. Somit war ich gut gelaunt.  Ich hatte noch 16 Stunden Fahrzeit vor mir. Die Fähre ging erst in 28 Stunden. Ich lag also gut in der Zeit. Alles lief bestens.
Die öffentlichen Toiletten auf den Autobahnparkplätzen waren im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich. Die Pissoirs befanden sich im Freien, zwar überdacht und hufeisenförmig mit Wänden umgeben, was aber keinen Schutz gegen die Kälte bot. Es gab sogar die Möglichkeit zum waschen und zum Rasieren. Ich zog das männliche Aussehen eines Ein-Tages-Bartes – und die Gefahr ein wenig zu müffeln – vor. Wahrscheinlich fahren die Franzosen im Winter auf der Autobahn keine längeren Strecken. Vielleicht sind sie jedoch abgehärteter als wir. Wahrscheinlich aber tragen sie, wenn sie länger unterwegs sind Windeln, wie die Chinesen , wenn diese um die Neujahrszeit auf Reisen sind.
Diese kamen in einer ganz anderen Art. Mein Toyota sprang nicht an, bzw. benötigte er mehrere Versuche, was mich wunderte, weil die Batterien noch fast neu waren.
Ach, wäre es nur an diesen gelegen!
Die Dame an der Kasse wollte sich darum kümmern, sobald sie das Problem wüsste. Sie konnte weder deutsch noch englisch und ich kein französisch. Also zeigte ich ihr das gelbe Warnblinklicht, dass plötzlich dunkel war. Eine schicksalshafte Sekunde.
Leider sprang auch mein Wagen ohne zögern an, so dass ich mich für die Störung entschuldigte und weiterfuhr. Vielleicht war es ja nur ein Wackelkontakt gewesen, eine kleine Unbekömmlichkeit meines Land Cruisers, der die feuchte Kälte ebenso hasste wie ich. Im Hinterkopf dachte ich an meine Fähre, die am nächsten Tag um 17:00 Uhr in Cádiz abfuhr. Wenigstens bis dorthin wollte ich kommen, um dann auf Lanzarote eine Werkstatt aufzusuchen. Während der Weiterfahrt, überdachte ich die ganze Sache. Ich beschloss bis hinter die spanische Grenze weiterzufahren und dort, weil ich der spanischen Sprache etwas mächtig, aber auch weil es dort wärmer war, eine Werkstatt aufzusuchen und bis dahin den Motor einfach nicht mehrauszumachen.
Es kam anders!
Nach zwei Stunden Fahrt – etwa 70 Kilometer vor Bordeaux und die Kälte hielt sich immer noch bei minus 1 Grad –  überfiel mich eine Müdigkeit, die mich zwang anzuhalten. Ich war nämlich für ein paar Sekunden eingeschlafen und befand mich plötzlich auf der linken Fahrspur. Gottseidank war die Autobahn fast leer. Ich hatte Glück. Ich befolgte jedoch dieses Warsignal und fuhr auf den nächsten Parkplatz um  zwei Stunden zu schlafen.
Dann begann die Katastrophe!
Mein Toyota sprang nicht mehr an. Als positiv denkender Mensch, konnte ich einfach nicht wahrhaben, dass ich meine Fähre verpassen und damit mein Ticket im Wert von 480 € verlieren würde. Also versuchte ich es immer wieder. Ich ließ meinen Toyota eine weile tuckern, machte dazwischen immer wieder einmal eine Gedenkpause oder eine Entspannung, in der ich mehr Spannung aufbaute, bis ich endlich zur Erkenntnis kam, dass ich mich abschleppen lassen müsste.
Und nun in Kürze:
Ich fand keine Notrufsäule aber ein Pärchen, dass ebenfalls eine Panne hatte. Sie bestellten für mich ebenfalls einen Abschleppdienst. Noch konnte sich alles in einem Zeitraum von 10 Stunden klären. Man könnte auf die Schnelle eine Leitung auswechseln oder eine Sicherung. Selbst wenn es etwas größeres wäre, dass mich 500 € kosten würde, was ich nicht hoffte, hätte ich immer noch genügend Zeit um die Fähre zu erreichen. Der Abschleppdienst kam in einer Stunde. Ich hatte immer noch genügend Zeit. Wir machten auf einer Zwischenstation halt um die Formalitäten zu erledigen. Das kostete mich bereits 145 € und was weitaus schlimmer war, weitere 2 Stunden. Dann ging es nach Bordeaux, was mich noch einmal 280 €, also insgesamt 425 € kostete. Als wir beim Toyotahändler ankamen war es 16:00 Uhr. Um 19:00 war Geschäftsschluss. Die Mechaniker hätten also drei Stunden Zeit um das Problem zu diagnostizieren und zu beheben. Selbst wenn ich erst um 24:00 Uhr, dann aber ohne Pause, weiterfahren würde, könnte ich meine Fähre rechtzeitig erreichen.
Dann kam das aus.
“Heute ist keine Diagnose möglich.Vielleicht morgen. Vielleicht auch übermorgen”. Ich war sprachlos, am Boden zerstört und kurz vor dem Heulen. Glücklicherweise fand sich 3 Minuten vom Toyotahändler ein Hotel, das noch ein Zimmer für höchstens eine Nacht hatte. Ich musste jedenfalls nicht unter den Brücken schlafen und hatte die Hoffnung, dass ich vielleicht morgen weiterfahren könnte.
Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle
Am 03.01.2010: Kann es schlimmer kommen?
Zuerst wollte ich ja schon am 2. Januar, nachmittags, losfahren. Irgenwie gab es jedoch so viel zu erledigen,dass aus dem Nachmittag längst später Abend geworden war.”Na ja, dann packe ich morgen, im Laufe des Vormittags mein Auto und fahre gemütlich ab 13 Uhr los”, so dachte ich.
Zeitliche Verschiebungen scheinen bereits eine feste Institution in meiner Organisationsstruktur geworden zu sein. Denn auch diesmal entwickelte sich aus dem geplanten 13 Uhr eine vierstündige Verzögerung.
Endlich war es soweit! Schnell noch ein Abschiedsfoto und los gings.
Geschrieben am Januar 3, 2010 - von reisekalle
Outdooraktivitäten – Von den chaotischen Anfängen bis zur Perfektion
Anfangs schaute ich noch frohgemut in den Himmel. Später merkte ich, dass Reisen, wenn ich es ernsthaft anging, kein Zuckerschlecken war. Eine Matratze im Auto war mein Schlafplatz. Auf meinem Bett war das Reisegepäck wahllos verstreut. In den Zeiten des Zubettgehens und des Aufstehens gab es daher ein ständiges Umplatzieren. Eine Tatsache, die mich, der ich die
Ordnung liebte,  aber mit den Genen eines chaosmachenden Individuums bestückt war, fast zum Wahnsinn trieb.
Meine Waschgelegenheit bestand aus ein paar Wasserkanistern. Es war nicht gerade erhebend, wenn ich in der einen Hand den Wasserbehälter über mich hob und mit der anderen Hand versuchte, die Seifenflüssigkeit sinnvoll über meinen Körper zu streichen, danach abzuspülen und noch darauf zu achten, dass das Seifenwassern nicht in der Erde versickerte.
Mein Büro baute ich in der freien Natur auf. Gegen frische Luft war ja nichts einzuwenden. Leider legte sich abends Feuchtigkeit auf die elektrischen Geräte und ich wusste, dass diese – bei aller Freundschaft mir gegenüber- bald streiken würden.
So kaufte ich  mir ein Zelt. Damit war das Problem mit der Feuchtigkeit behoben. Ich hatte einen guten Schutz. Die Schlafstätte behielt ich weiterhin im Wagen. Nun hatte
ich das Problem mit dem Zelt auf- und abbauen. Ich bin eher ein Träumer und ein Abenteurer als ein praktisch und handwerklich veranlagter Mensch. Nicht, dass ich technische Probleme nicht bewältigen könnte. Ich machte sie einfach missmutiger, freudloser und daher auch umständlicher.  Meine Gene verbieten es mir einfach in dieser Richtung tätig zu werden. Ich bekomme Koordinationsstörungen und Schweißausbrüche. Die Stunde, die ich für das Zeltaufbauen benötigte, war wie ein Leben in der Hölle. Das Zeltabbauen war auch nicht viel besser. Kurz und gut: Das Auf- und Abbauen des Zeltes benötigte viel zu viel Zeit. Nachdem ich ein paar Male diese Prozedur hinter mich brachte, da wusste ich , dass es für mich nur zwei Möglichkeiten gäbe: Das Zelt oder das Reisen aufgeben. Ich muss noch erwähnen, dass ein Hotel oder eine Pension als Alternative für mich nicht nur zu teuer sondern auch zu langweilig ist. Ich betrachte Hotels als Ghettos für Touristen und Geschäftsleute. Es gibt hier nicht viel zu erleben,außer vielleicht einen Seitensprung und ein All-inclusiv-Paket, dass mich zwingt soviel wie möglich zu essen und zu trinken.
Schließlich kam mir der blendende Einfall, meinen Land Cruiser als mobilen Schlaf- und Arbeitsplatz auszubauen. Alle Probleme waren gelöst. Das Zelt war Vergangenheit. Ich habe nun genug Stauraum. Alle Gepäckstücke sind fein säuberlich sortiert und ich muss vor dem Schlafengehen nicht immer mein Bett umräumen.
Nun kann ich überall stehen bleiben, wo ich lustig bin. Ich bin an keinen Ort gebunden. Das ist absolute Freiheit. Heute beginne ich meine große Reise. Bald werde
wissen, ob das Leben auf diesem engstem Raum gut ist, oder ob ich mir etwas neues einfallen lassen muss. Mal sehen! In ca. drei Stunden werde ich losfahren. Ausgerechnet heute zeigt mir der Winter, dass er noch nicht verlernt hat ein Winter zu sein. Es schneit unaufhörlich. Ich bin auf die Straßenzustände gespannt. Ich kann jedoch nicht länger warten. Ich muss fahren, sonst verpasse ich die Fähre nach Arrecife.
Und dann sch… ich auf die Kälte in Deutschland!
Geschrieben am Januar 1, 2010 - von reisekalle
1001 kleine Schritte für eine gute Tat
Ein kleiner Schritt ist nicht so anstrengend wie ein großer. Er fällt kaum ins Gewicht. Wenn viele einen kleinen Schritt machen, so kann dieser kleine Schritt zu einem mächtigen Werkzeug werden und viel bewirken. Wenn ihr alle einen kleinen Schritt wagt, habt ihr die Möglichkeit sowohl meine Webseite zu unterstützen als auch eine soziale Einrichtung im Ausland. Im Gegenzug habt ihr die Möglichkeit einen einwöchigen Pauschalurlaub und eine CD mit den aktuellen Highlightbilder zu gewinnen. Der kleine Schritt kostet nur 5 €.
Die gute Tat
Das gibt es zu gewinnen
Es gibt aber eine Bedingung: Siehe  nächsten Abschnitt!
1001 kleine Schritte für eine gute Tat
Über Vorschläge von eurer Seite würde ich mich freuen.
letzteren Fall stehen die aktuellsten Reiseprojekte immer am Ende des Artikels.
Auch hier bin ich für Anregungen dankbar.
















































