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Landschaftsbilder, Reisebilder, Reiseblog

Archiv für Januar, 2010


Geschrieben am Januar 31, 2010 - von reisekalle

Eine Spazierfahrt von Rumpenheim über Heusenstamm und Jügesheim bis Hanau

Als nächste Orte besuchte ich Rumpenheim, dann Heusenstamm und Jügesheim, die beide etwas abseits liegen.  Den Abschluss bildete meine Heimatstadt Hanau.

Landkarte, Mainverlauf. Die Städte zwischen Frankfurt bis Hanau sind eingerahmt. Die Reihenfolge der Städte, wie sie nacheinander vorgestellt werden: Offenbach am Main, Rumpenheim, Heusenstamm, Jügesheim und Hanau.

Die Städte zwischen Frankfurt am Main und Hanau

Barockschloss in Rumpenheim. Weißes Schloss mit Mansardendach. Das Schloss befindet sich etwas in der Mitte des Bildes und verläuft vom linken bis zum rechten Bildrand. Darüber ist blauer Himmel. Aus der linken oberen Ecke des Bildes taucht ein großer Ast eines blätterlosen Baumes in den Himmel. Im Vordergrund verlaufen aus der linken unteren Ecke eischließlich vom unteren Bildrand bis über die Mitte hinaus, lange Schatten von Baumstämmen diagonal auf das Schloss zu.

Schloss in Rumpenheim

In Rumpenheim gibt es ein Barockschloss, das um 1780/ 90 für den Landgrafen Friedrich von Hessen erbaut wurde und die evangelische Pfarrkirche von 1756 – 61, welche im Schlosspark steht.  Durch glückliche Umstände konnte ich recht interessante Motive herausholen. Beim Schloss ware es die langen Schatten. Bei der Kirche  erlaubten die vom Laub befreiten Herbstbäume bei blauem Himmel eine gute Sicht auf die sonst verdeckte Kirche.

In der linken Bildhälfte ist im Schlosspark die evangelische Pfarrkirche durch die blätterlosen Bäume hindurch zu sehen. Rechts im Hintergrund das Schloss. Durch die Lichtstraheln der frühen Morgensonne scheinen Kirche und das sonst weiße Schloss eher rötlich.

Die evangelische Pfarrkirche im Schlosspark von Rumpenheim

Der barocke Torbau in der Frankfurter Straße in Heusenstamm wurde 1764 zu Ehren von Kaiser Franz – in anderen Quellen wird Kaiser Joseph II genannt – in der Form eines Triumphbogens errichtet. Durch das Tor betritt man die Schlossstraße, die durch die kleine schnuckelige Altstadt führt.

Torbau in dr Art eines Triumphbogens in Heusenstamm.

Torbau von der Frankfurter Straße aus gesehen

Gleich hinter dem Torbau steht links die katholische Pfarrkirche St. Cäcilia, deren Innenausstattung mir sehr gut gefiel.Für kunstinteressierte möchte ich erwähnen, dass für die Deckengemälde der Asam-Schüler Christoph Thomas Scheffler und für den Hochalter und anderen bildhauerischen Kunstwerken Johann  Wolfgang von der Auwera zuständig war. Wenn man die Schlossstraße weiterläuft findet man auf der rechten Seite Schloss Schönborn, einen Barockbau, der aber in seinen Umrissen noch ganz der Tradition der Renaissance verhaftet war.

Heusenstamm:

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In Jügesheim erregte der 1938 errichtete Wasserturm meine Aufmerksamkeit, der mir immer ins Auge fiel, wenn ich von Hanau kommend in Richtung Dieburg fuhr.Der zylindrische Wassebehälter wird von über Kreuz stehenden Backsteinpfeilern gehalten.

Zwei Bilder vom Wasserturm in Jügesheim im Hochformat sind nebeneinander gesetzt. Das linke Bild zeigt den Turm von unten nach oben in ganzer Größe. Das rechte Bild zeigt eine Nahaufnahme vom Eingang. Der Wasserturm besteht aus roten Ziegelsteinen. Der zylindrische Wasserbehälter wird von über Kreuz stehenden Pfeilern getragen. Das rechte Bild wird fast gänzlich von den Ziegelsteinen ausgefüllt. Vorne ist ein Drahtzaun mit blätterlosen Hecken. Hinter dem geschlossenen Zaun ist die verzierte schwere Eingangstür zu sehen.

Wasserturm von Jügesheim aus dem Jahre 1938

Wie in vielen deutschen Städten schrecken auch in Hanau die ausgedehnten Industrie- und Gewerbegebiete erst einmal ab. Bei so viel Häßlichkeit kann ich mir oft nicht vorstellen, dass kulturelle Schmuckstücke zu finden sind.

Blick von einer Autobahnbrücke auf die vierspurige  Autobahn am Hanauer Kreuz. Drei auf den linken Fahrspuren auf gleicher Höhe überholende LKS versperren den Weg. Hinter ihnen sammeln sich fahrende PKWs. .

Der Wahnsinn am Hanauer Kreuz

Erschwerend kommt noch hinzu, dass Hanau fast rundum mit Schnellstraßen und Autobahnen zugebaut ist. Von den Brücken kann man den täglich Verkehrswahnsinn beobachten. Und als Höhepunkt steht ganz in unserer Nähe das Staudinger Kraftwerk, eines der größten Energielieferanten Deutschlands. All diese Dinge schaffen natürlich eine besondere Lebensqualität.

Ungeachtet dessen ist Hanau Besitzer einiger Superlativen, auf die es stolz sein kann. Beginnen wir mit Schloss Philippsruhe, welches 1700 bis 1725 für den Grafen Philipp Reinhard errichtet wurde. Da Hanau die Geburtsstadt der Gebrüder Grimm ist, liegt es nahe, dass hier Märchenspiele abgehalten werden. Diese finden seit 1986 jährlich im Schlosspark oder im Amphitheater hinter dem Schlosspark statt. Im Jahre 2006 wurde der Millionste Besucher registriert. Damit hat sich Hanau als Festspielstadt etabliert.

Schloss Philippsruhe:

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Das Alte Rathaus wird auch das Goldschmiedehaus genannt. Es zählt zu den bedeutendsten historischen Bauten in Hanau und gleichzeitig zu den wichtigsten Ausstellungszentren de Gold- und Silberschmiedekunst in Deutschland.

Das Alte Rathaus oder Goldschmiedehaus. Ein beeindruckendes Haus mit rotem Fachwerk. Davor ein Ziehbrunden.

Das Goldschmiedehaus

Nicht weit davon entfernt steht ein moderner Bau, der Congress Park.

Congress Park - Das Gebäude erschein in einem modernen Weiß. Das das dreieckige Vordach wird von sechs Säulen getragen und läuft in die linke obere Ecke spitz zu. Die Spite selbst ist nicht mehr zu sehen. Ein kleines quadratisches Fentser befindet sich links und eine nach unten hin schmales längliches Fenster befindet sich rechts. Letzt spiegelt rötliche Farben wider. Das ander Fenster, gelbe.

Congress Park

Die Wallonisch-niederländische Kirche in der Französischen Allee ist eine Doppelkirche. Die kleinere,achteckige niederländische Kirche wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. Die größere zwölfeckige wallonische Kirche blieb Ruine. Diese Doppelkirche hat in zweifacher Hinsicht historische Bedeutung:
1. Im 16.Jht. nahm Graf Philip Ludwig II. von Hanau-Münzenberg die wallonischen und niederländischen Flüchtlinge, gründete die Neustadt und ließ die Kirche errichten, die als Symbol für die Zweisprachigkeit und gleichzeitig für die konfessionelle Einheit der beiden Glaubensgemeinden steht. Da diese Flüchtlinge wohlhabend waren und sich auf die Produktion von Luxusgütern verstanden, erlangte Hanau einen europaweit einen erheblichen wirtschaftlichen Einfluß.

Die Wallonisch-Niederländische Kirche ist eine Doppelkirche. Im Vordergrund ist die große zwölfeckige Wallonische Kirche zu sehen. die seit dem Weltkrieg nur noch Ruine ist. Im Hintergrund sieht man durch die großen offenen Fenster der Wallonischen Kirche die kleine achteckige Niederländische Kirche.

Die Wallonisch-Niederländische Kirche

2. Am 3. April 1848 trafen sich hier unter anderem Turnvater Jahn und August Schärrtner und gründeten im Rahmen des ersten allgemeinen Turntages den Deutschen Turnerbund, den DTB.

Der Hanauer Wochenmarkt gilt mit seinen über 100 Ständen als einer der größten und schönsten in Hessen. Er bietet Mittwoch und Samstag von 6.00 Uhr bis 14.00 Uhr Spezialitäten aller Art; angefangen von Obst und Gemüse bis hin zu Kräutern, Blumen, Käse aus ganz Europa, Geflügel und Wild.

Hanauer Wochenmarkt:

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Der Hanauer Hafen ist eine wichtige Schnittstelle von Wasser, Schiene und Straße und zählt zu den umschlagsgrößten Häfen am Main, Main-Donau-Kanal und Donau.

Der Verlauf des schiffbaren Mains bis Bamberg. De Main-Donau-Kanal und die Donau bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Von links nach rechts sind alle wichtigen Häfen eingezeichnet. Frankfurt am Main, Hanu, Bamber, Nürnberg, Regensburg, Passau, Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad und Bukarest. Ander wird durch einen roten Kreis besonders hervorgehoben.

Die Häfen am Main, Main-Donau-Kanal und Donau

Der Hanauer Hafen:

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Wilhelmsbad war ein Kurbad. Angeblich sollen hier zwei Kräuterfrauen eine Quelle gefunden haben, der man aufgrund seines Mineralienreichtums heilende Wirkung zusprach. Heute wird stattdessen nur noch Bier und andere Getränke ausgeschenkt. Zwischen 1177 und 1785 ließ der Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel einen der ältesten Englischen Gärten anlegen. Im Gegensatz zu den französischen Barockgärten wird hier versucht ein begehbares Landschaftsgemälde zu schaffen. Künstlerische Elemente, wie die Pyramideund die Burgruine sollen das Auge erquicken.

Wilhelmsbad:

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Steinheim ist ein Stadtteil Hanaus. Hier findet man gut erhalten Befestigungsanlagen, wie kaum sonst wo am Untermain; zum Beispiel die Stadtmauer mit Turm, das Schloss. Auch der Kirchturm der Gedächtniskirche war ein ehemaliger Wehrturm. Das kann man an den schmalen Schießscharten erkennen.

Steinheim:

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Die Alte Fasanerie geht auf das Jahr 1710 zurück. Sie wurde damals als Jagdrevier der Mainzer Bischöffe und später von den Herzögen von Hessen-Darmstadt genutzt. 1967 wurde das 107 ha große Gelände als Wildpark angelegt.Es soll natürliche Lebensbedingungen für einheimische Tierarten schaffen. Seit 2000 enstanden hier große artgerechte Anlagen. Auf über 15 Kilometer langen Wanderwegen können die Tiere beobachtet werden.

Alte Fasanerie:

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Liebhaber der Eisenbahn werden ihre Freude haben. Auf das Eisenbahnmuseum bin ich durch Zufall gestoßen, als ich lange an einem Bahnübergang warten musste und dabei der alte Rangierbahnhof mein Interesse weckte. Das Museum wird in privater Iniative liebevoll aufrecht erhalten.

Das Eisenbahnmuseum:

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Zum Schluss einfach noch ein paar Impressionen über Hanau. Manchmal  braucht es keine Worte.

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Geschrieben am Januar 30, 2010 - von reisekalle

Entlang des Mains zwischen Frankfurt bis Hanau: Offenbach

Landkarte, Mainverlauf. Die Städte zwischen Frankfurt bis Hanau sind eingerahmt. Die Reihenfolge der Städte, wie sie nacheinander vorgestellt werden: Offenbach am Main, Rumpenheim, Heusenstamm, Jügesheim und Hanau.

Die Städte zwischen Frankfurt am Main und Hanau

Der nächste Abschnitt meiner Reise entlang des Mains liegt zwischen Frankfurt am Main und Hanau. Zur besseren Übersicht habe ich diese Orte auf der Landkarte eingerahmt. Die nächstgelegene Stadt nach Frankfurt, die ich besucht habe, ist Offenbach. Offenbach hat 118.000 Einwohner und ist somit die fünftgrößte Stadt in Hessen.Als wichtiger Industriestandort wurde sie im 2.Weltkrieg stark zerstört. Fast alle historischen Bauten wurden vernichtet. Entsprechend fehlt ein gewisses Ambiente. Deswegen ist Offenbach nicht gerade meine Lieblingstadt. Dennoch konnte ich ihr ein paar nette Motive entlocken. Das Offenbacher Schloss aus dem 16. Jht. hat die Zerstörung überlebt. Das Büsing-Palais entstand in seinen Grundzügen um 1780 und beherbergt heute das Klingspor-Museum. Es ist das Museum für Buchkunst und zählt zu den bedeutensten Spezialmuseen in Deutschland. Die französisch-reformierte Kirche von 1718 wurde nach dem 2.Weltkrieg wiederhergestellt.

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Offenbach war einmal das Zentrum der Lederwarenindustrie. Davon zeugt das Ledermuseum- und Schuhmuseum. Ich finde, dass es einen Besuch wert ist. Man erfährt viel über die verschiedenen Arten, die Herstellung und die Eigenschaften von Leder. Es ist eines der wenigen Museen, das mich fesselnkonnte. Das Schuhmuseum ist angegliedert. Man kann hier die skurilsten Formen, sowie einen Schuh von den Spicegirls und von Uwe Seeler bewundern.
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Geschrieben am Januar 29, 2010 - von reisekalle

Geschichten aus den Jahren 1981 bis 1987: 01-Begegnung im Teutoburger Wald

Heute habe ich in Bezug auf meine Weltreise Kontakt mit Vodafone aufgenommen. Ich brauche eine Lösung für eine weltweite bezahlbare Internetverbindung, insbesondere und naheliegend für Afrika. Wenn jemand diesen Artikel lesen sollte, der Erfahrung mit extravaganten Bedürfnissen in Bezug auf Internet in außereuropäischen Ländern hat, der möge mich doch bitte kontaktieren. Vorerst warte ich in Hanau, wie sich die Dinge entwickeln werden. Während ich so warte, krame ich Erinnerungen aus langer Zeit hervor.

Die Zeit zwischen 1980 bis 1987 war eine wilde Zeit. Es ist  damals so viel passiert, das ich meine Erlebnisse nicht mehr auf ein genaues Datum fixieren kann. Exakt weiß ich nur, dass mein fester Wohnsitz – meistens eigentlich nur eine Anschriftadresse –  Berlin war. Manchmal eine Wohngemeinschaft, manchmal ein Bekannter, der mir seine Adresse zur Verfügung stellte und manchmal tatsächlich eine eigene Wohnung, die ich – allein um Geld zu sparen - meistens auflöste, wenn ich länger als drei Monate unterwegs war. Es gab auch Mitwohngelegenheiten, in denen ich für eine gewisse Zeit unterkommen konnte. Insegesamt hatte ich in Berlin mindesten 15 verschieden Adressen gehabt. Die Umzüge waren recht unproblematisch. Alles was ich brauchte, passte in zwei oder drei Koffer rein. Es war eine fantastische Zeit; ein acht Jahre andauernder Augenblick der Unabhängigkeit und der Freiheit, die man sich weder durch Reichtum noch durch Macht erkaufen kann.

Eigentlich bin ich wegen der Ausbildung nach Berlin gekommen. Die Prof. Vogler-Schule war die erste Krankengymnastikschule, die mir auf meine schriftliche Bewerbung sinnvoll geantwortet hatte. Es gab nämlich Schulen, die mich auf 5 Jahre vertrösteten. Damit meinten sie nicht, dass ich in fünf Jahren dort anfangen könnte, sondern noch einmal neu bewerben. Ich entschied mich also für die Prof. Vogler-Schule und hatte gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich konnte mich augenblicklich von den familiären Ketten befreien - es lag ja nun die DDR dazwischen – und zum anderen von der Willkür, die damals unser “Demokratischer Staat” Kriegsdienstverweigeren angedeihen lies.

Westberliner waren damals vom Wehrdienst befreit. So konnte ich allen Staatsdienern, die die das freie Denken eines deutschen Staatsbürgers mit Füßen traten, über die große Mauer hinweg eine lange Nase ziehen. Meine Ausbildung hatte ich erfolgreich von zwei Jahren auf fast acht Jahre ausgedehnt. Einmal hatte ich sie abgebrochen und das andere Male unterbrochen. Beim ersten Mal musste ich nämlich wieder von vorne anfangen, beim zweiten Mal habe ich mir nur eine Semesterpause gegönnt. Immerhin bin ich doch noch Physiotherapeut geworden.

Das Bedeutende meines Berlinaufenthaltes war jedoch, dass mich das Fernweh langsam, fast unmerklich, dann aber immer heftiger ergriff. Vielleicht waren die Mauern daran Schuld, die mir ein Gefühl des Eingesperrtseins vermittelten. Jedenfalls sehnte ich mich, bald nachdem ich wieder die Schulbank drückte, auf das Wochende. Sobald am Freitag der Unterricht zu Ende war, schulterte ich meinen Rucksack, der schon den ganzen Tag bereitstand, und fuhr nach Dreilinden um meinen Daumen hochzustrecken.  Armeeschlafsack und Springerstiefel, die ich in einem Secondhand-Laden erstanden hatte, waren die einzigen Dinge, durch die ich jemals mit der Bundeswehr in Berührung kam. Und sie taten gute Dienste. Mehr brauchte ich fast nicht für meine Exkursionen. Ein wenig zu Essen und zu trinken und für alle Fälle 10 DM. Ich hatte nicht einmal ein Zelt dabei. Aufgrund dieser minimalistischen Ausstattung und weil ich fast bei jedem Wetter aufbrach, ergaben sich unterwegs einige kleine Abenteuer.

Ab 15.00 Uhr diente der Freitwag meistens dazu, eine geeignete Fahrmöglichkeit und anschließend einen möglichst bequemen Übernachtungsort zu finden. Wenn ich mich an Dreilinden hinstellte, dann hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder hielt ich ein Schild mit dem geplanten Ziel vor meinen Bauch oder ich überließ es dem Schicksal, wohin ich transportiert wurde. Auf alle Fälle  gelangte ich mindestens 180 Kilometer westlich oder 280 Kilometer südlich von Berlin nach Westdeutschland.
An jenem Freitag kam ich bis in die Nähe von Osnabrück, also beschloss ich hier zu nächtigen und morgen durch den Teutoburger wald zu Wandern. Es war Herbst, es dämmerte bereits und es nieselte. Kein Wetter um im Freien und vor allem ohne Zelt zu übernachten. Ich stand irgendwo an einer Landstraße und überlegte, wo und wie ich ich denn die Nacht verbringen sollte. Den logischerweise, durch meine begrenzten finanziellen Mittel, nahe liegenden Gedanken, dass ich mich irgendwo im Wald, auf der Wiese oder unter einer Brücke, niederlassen müsste, wollte ich nicht wirklich aufkommen lassen. Da hielt plötzlich ein ziemlich großer Wagen, Mercedes oder BMW, auf alle Fälle recht edel.  Das Fenster wurde heruntergekurbelt und ich wurde gefragt ob man mich mitnehmen könnte. Es war mir recht. Auf alle Fälle trockener. Es war ein Mann und eine Frau. Die Frau musste auf den Rücksitz. Die zweite Frage, wohin ich denn wollte, konnte ich nicht so genau beantworten, weil ich es selbst noch nicht wußte. Irgendwann hielt er vor einem Hotel. Ich sagte ihm, dass ich eher an einen Ort mit viel frischer Luft angewiesen war, an dem allerhöchstens die Baumkronen das Dach bildeten. Er schaute mich ungläubig an, merkte aber bald, dass ich es ernst meinte, weil ich hier nicht aussteigen wollte. Nun gab es seinerseits eine Planänderung. Er lud mich erst einmal auf ein Bier ein. Nach der dritten Flasche schien ich ihm viele interessante Geschichten erzählt zu haben.  Er fragte aber auch viel. Er beschloss, seine Geliebte nach Hause zu bringen und mich zu sich zu nehmen. Es musste eine große Villa gewesen sein.  An viel kann ich mich nicht errinnern, weder wie die Villa aussah noch an die Einrichtung. Es sind alles Dinge, die man nicht auf eine Reise mitnehmen kann, also völlig uninteressant sind. Ich würde sagen Ballast, der eine Menge Geld kostet.   Vor der Garage stand jedenfalls als Zweitwagen ein Porsche.

Im Wohnzimmer machte er zur Feier des Abends eine Flasche Eiswein auf. Wir tranken noch bis spät in die Nacht und ich erzählte eine abenteuerliche Geschichte nach der anderen. Zum Schluss durfte ich im Garten in seinem verglasten Pavillon schlafen, der innen vollständig mit Fellen ausgelegt und  mit wertvollen Souvenirs aus aller Welt vollgestellt war. Selbst als ich ihm erzählte, dass ich schon in der Morgendämmerung aufbrechen würde, bevor er die Augen öffnete, ließ er mich vertrauensvoll dort übernachten.

Die nächsten zwei Tage verliefen ohne besonderen Vorkommnisse. Das Wetter wurde schöner und ich wanderte den lieben langen Tag.

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Geschrieben am Januar 28, 2010 - von reisekalle

Der letzte Abschnitt der Wetteraurundreise – Höhepunkt: Büdingen

Karte von der Wetterau. Folgende Städte, die ich besucht habe sind eingezeichnet: Bad Vilbel im Süden, weiter oben im Norden Ilbenstadt. Dann folgen im Halbkreis von links nach rechts: Friedberg, Bad Nauheim, Ober-Mörlen, Steinfurth, Echzell, Nidda, Lissberg, Ortenberg und Büdingen. In der Mitte dieses Halbkreises, nordöstlich von Ilbenstadt liegen Florstadt und die beiden Stadtteile Staden und Stammheim.

Die Wetterau

Heute stelle ich folgende Städtchen vor:  Langenhain (Ortsteil von Ober-Mörlen), Echzell, Lissberg, Ortenberg, Staden und Stammheim (Ortsteile von Florstadt) und Büdingen. Büdingen ist – mit seinem gut erhaltenen und geschlossenen Stadtbild – allemal einen Ausflug wert. Eine gut erhaltene Festungsanlage, unzählige Fachwerkhäuser und die vielen Straßencafés, Eisdielen und Restaurants in der Vorstadt bieten ein unvergeßliches Flair.

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Alle Bilder von der Wetterau aus den letzten drei Artikeln  könnt ihr auch in Bilder > Deutschland  > Categories betrachten

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Geschrieben am Januar 27, 2010 - von reisekalle

Und weiter geht es durch die Wetterau

Heute stelle ich als erstes Friedberg vor, mit einer der größten Burganlagen Deutschlands und einem der wenigen in Deutschland erhaltenen Judenbäder. Weiter geht es dann nach Bad Nauheim. Dort findet sich die größte Jugendstilanlage Europas. Zum Abschluß seht ihr Bilder von Steinfurth dem ältesten und größten deutschen Rosendorf.

Karte von der Wetterau. Folgende Städte, die ich besucht habe sind eingezeichnet: Bad Vilbel im Süden, weiter oben im Norden Ilbenstadt. Dann folgen im Halbkreis von links nach rechts: Friedberg, Bad Nauheim, Ober-Mörlen, Steinfurth, Echzell, Nidda, Lissberg, Ortenberg und Büdingen. In der Mitte dieses Halbkreises, nordöstlich von Ilbenstadt liegen Florstadt und die beiden Stadtteile Staden und Stammheim.

Die Wetterau

Wenn man über die Kaiserstraße durch Friedberg fährt darf man sich nicht von der Hektik täuschen lassen. Auf den ersten Blick hatte diese Stadt nichts reizvolles für mich. Die Straßencafés und -restaurants reihten sich entlang der stark frequentierten Durchfahrtsstraße. Eine beschauliche Ruhe schien es nicht zu geben. Sobald ich aber in die benachbarten Straßen flüchtete, wurde ich belohnt. Friedberg besitzt drei bedeutende mittelalterliche Gebäudeensemble:  die Stadtkirche Unserer Lieben Frau, das Judenbad und die Burg Friedberg.

Zwei Bilder vom Inneren der Stadkirche Unserer Lieben Frau. Links ist das 14 m Sakramenthaus im Chor zu sehen. Davor ein Altar mit Kreuz. Hinter dem Chor, die Glasmalereien der mittleren drei Chorfenster.

Friedberg: Stadtkirche Unserer Lieben Frau

Die Stadtkirche ist leider so in die benachbarten Häuser hineingezwängt, dass sich mir kein besonderes Motiv zum fotografieren bot. Dafür lohnte sich ein Besuch im Inneren der Kirche. Unabhängig von der Bedeutung einiger Kunstwerke, wie zum Beispiel eine Madonna von 1280, die zu den hervorragensden gotischen Skulpturen des Mittelrheingebietes zählt, war mir ein Gesamteindruck der Kirche wichtiger. Deswegen wollte ich nicht auf Einzelheiten eingehen. Der Höhepunkt ist das Judenbad. Die Juden mussten seit 1488 bis Anfang des 19. Jhts. in einem mit Toren abgesperrten Ghetto leben.

Ein 25 Meter tiefer Schacht führt hinunter zum Grundwasser. Mann kann auf dem Bild nur die Tiefe erahnen. Aus der rechten Ecke vom unteren Drittel des Bildes führt an der rechten Wand ein paar Stufen nach unten, bevor sie im Rechten Winkel abknickt und an der Hinterwand weiter nach untern in der Tiefe verschwindet.

Judenbad oder Mikwe in Friedberg

Das Judenbad oder Mikwe in Friedberg ist eines von den wenigen, die in Deutschland erhalten sind. Ein Mikwe ist ein rituelles Tauchbad. Die Frauen mussten es vor der Hochzeit, nach jeder Geburt oder nach der Menstruation zum “Reinwaschen” aufsuchen. Das Wasser für solche Zwecke musste natürlichen Ursprungs und durfte nicht von Menschenhand berührt sein. Es kam also nur Quell- oder Grundwasser in Frage. Die Frauen mussten durch einen 25 Meter tiefen Schacht hinuntersteigen. Ich hoffe, ihr könnt euch von dem einen Bild, das ich zur Verfügung habe, eine Vorstellung machen. Leider  hatte in diesem dunklen und engen Loch keine bessere Möglichkeit für eine andere Aufnahme.

Wenn man von der Kaiserstraße über die 1972 erbaute Steinbrücke, durch das Burgtor hinter die Mauern tritt, trifft man auf eine eigene kleine Welt. Diese Burganlage mit Schloss, Park, Schmiede, Schule, Zeughaus, Kirche und Kanzlei zählt zu den größten Burganlagen Deutschlands. Wegen der strategisch günstigen Lage hatten hier bereits die Römer 14 bis 16 n. Chr. ein Kastell errichtet. Im 9.Jht. legten die Franken einen Herrenhof an und Ende des 12. Jhts.wurde diese Burganlage im Auftrag König Barbarossas gegründet.

Burg Friedberg:

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Weiter geht es nun nach Bad Nauheim. Dort beeindruckte mich vor allem der Sprudelhof. Er wurde von dem Darmstädter Architekten Wilhelm Jost zwischen 1905 und 1911 geschaffen und ist einer der größten Jugendstilanlagen Europas. Überall, wo ich hinging, erzählten die Kunstwerke Josts und des Bildhauers Heinrich Jobst vom Mythos Wasser und seinen heilenden Kräften. Und überall findet man in Bad Nauheim einen Ort der Ruhe und Entspannung. Das Gasthaus zur Krone ist das älteste Gasthaus der Stadt und beeindruckte mich mit seiner schönen Fassadenmalerei.

Impressionen aus Bad Nauheim:

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Zum Abschluß noch ein Abstecher in Steinfurth. Steinfurth ist ein Ortsteil von Bad Nauheim. Es ist überregional durch seine Rosenzucht bekannt und zählt zu den ältesten und größten Rosendörfern Deutschland. In jedem geraden Jahr findet im Juli ein dreitägiges Rosenfest statt, an dem sich alles um diese stachelige Schöne dreht. Der Höhepunkt ist der Rosenkorso. Die unterschiedlichsten vereine und Prunkwagen, die mit tausenden von Rosenblüten geschmückt sind, präsentieren sich hier.

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Geschrieben am Januar 27, 2010 - von reisekalle

Dienstag, 10.01.2010 – Reisevorbereitungen: Komunikation mit meinem Computer

Manche haben einen Hund. Der beste Freund des Menschen. Ein Hund freut sich, wenn man ihm Zuwendung zeigt. Der Mensch erst recht, wenn der Hund an ihm hochschaut. Falls der Vierbeiner doch einmal andere Anwandlungen signalisieren sollte, dann bietet man ihm ein Leckerli an und er bekundet wieder Interesse. Bestechung hilft immer hier immer um sich Zuneigung zu erkaufen. Da ich wahrscheinlich öfters vergessen würde mit dem Hund Gassi zu gehen oder, was noch schlimmer ist, zu füttern, so machte ich den Computer zu meinem besten Freund. Der braucht nur etwas Strom und um dieser kommt von alleine, nämlich aus der Steckdose. Dennoch musste ich gestern feststellen, dass mich mein Computer nicht immer versteht.
Unter anderem bestehen meine Vorbereitungen für die große Weltreise im Erlernen bzw. Vertiefen von Fremdsprachen. Mit dem Englischen komme ich ganz gut zurecht. In Bezug auf meine Spanischkenntnisse war ich etwas entäuscht. Immer wenn ich in Spanien Probleme in spanisch lösen wollte, fingen die Gesprächspartner gleich nach meinen ersten Sätzen an  auf Englisch umzuschwenken, selbst wenn sie noch schlechter englisch sprachen als ich spanisch. Demzufolge gehört zu meinen dringlichsten Reisevorbereitungen, jene Sprache zu vertiefen. Daneben möchte ich – immer in Hinblick einer vollständigen Erdumrundung – französisch, portugiesisch und arabisch lernen. Ich habe mit französisch begonnen. Gestern war der erste Tag. Ich lerne autodidaktisch. Im Gegensatz zu den bisherigen herkömmlich Sprachkursen habe ich jetzt einen Softwaregesteuerten mit Spracherkennung. Seitdem ich mit dieser, für mich neuen Lernmethode begonnen habe, zweifle ich ob mein Computer wirklich mein Freund ist. Er will mich nicht mehr verstehen, obwohl ich einfachste Wörter zu ihm sage. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht deutsch, sondern französisch mit ihm rede.
Mir war ein beschränkter Wortschatz von  sechs Wörter vorgegeben. Ich muss gestehen, dass die Häflte davon für mich neu war. Ich sagte also zu meinem Computer “bonjour!” Ich musste es drei oder viermal wiederholen, bevor mein Computer meine Bemühungen mit einem Fragezeichen beachtete, welches hinter dem besagten Wort “bonjour” auf dem Bildschirm auftauchte. Das Fragezeichen bedeutet in etwa ” Häh?” oder “wie bitte?”  Noch einmal so viel Wiederholungen benötigte ich, bis er meine Anstrengungen mit einem gewissen Wohwollen in Form eines grünen Häkchens anstelle des Fragezeichens beantwortete. Beim nächsten Wort “salut” war ich in puncto Kommunikation mit meinem PC schon erfolgreicher. Drei Anläufe und ich hatte seine Gunst durch Anzeige dieses grünen Häkchens gewonnen. Dann kam das Wort, bei welchem ich einem Nervenzusammenbruch nahe war. Vorerst war ich von meinen kleinen Erfolgen berauscht und optimistisch. Vielleicht ging ich daher zu salopp mit dem nächsten Wort um, es hieß “willkommen”! In französisch natürlich “bienvenue.” Es kam so locker leicht von meinen Lippen. Nichts geschah. Das grüne Häkchen – das  Zeichen meines Gesprächspartners, der damit seine Zufriedenheit anzeigt – blieb aus.
Ich versuchte es mehrere Male. “Bienvenue. Bienvenue! Bienvenue!!” Ich versuchte es in allen Variationen. In tiefer und in hoher Stimmlage. Mit und ohne Stimmschwankungen. Zornig und sanft. Abweisend und verführerisch.  Mein Freund der PC hielt es nicht einmal für nötig, sein Fragezeichen erscheinen zu lassen. Er ignorierte mich. Ich übersprang dieses  Wort erst einmal. Es folgte “au revoir”. Wahrscheinlich war mein Unmut Schuld. Für “au revoir” benötige ich nämlich unheimlich viele Versuche, bis das ersehnte Häkchen hinter dem Wort auftauchte. “A bientot” war fast so schlimm wie “bienvenue”. Sschließlich konnte ich den Computer doch noch für mich gewinnen. “bonsoir” klappte schon beim ersten Versuch. Ich lächelte. Die Sprache war mir jetzt vertraut. Alles nur eine Sache der Übung und schon klappt es. Also zurück zu “bienvenue”. Meine Gesichtszüge entgleisten. Mein PC wollte mir einfach keine Antwort geben. Neben den bisherigen Versuchen unterschiedlicher Tonhöhenverläufe kam nun – anfangs unbewußt, später jedoch mit Absicht eingesetzt – ein Crescendo hinzu, dass ziemlich bald über ein mezzoforte hinaus ging. Dabei kam ich dem Mikrofon immer näher und lief beinahe Gefahr es zu verschlucken. Ab und zu flocht ich  ”salut” und “bonsoir” ein, um auf Nummer sicher zu gehen, dass mein PC nicht abgestürzt sei. Er war es nicht. Im Gegenteil fing er sogar an, mich zu ärgern, in dem er das Häkchen der Anerkennung hinter “bonsoir” setzte obwohl ich “a bientôt”  ins Mikrofon schrie. Erst als mein Rechner ahnte, dass ich ihm bald an dieGurgel gehen würde, wenn ich überhaupt noch die Kraft dazu hätte, gönnte er mir den Erfolg. Ich starrte auf den Bildschirm und konnte es kaum glauben. Das ersehnte grüne Häkchen war erschienen und sogar hinter dem richtigen Wort. Ich hatte ”bienvenue” endlich korrekt ausgesprochen. Die Franzosen könnten mich nun verstehen, wenn ich sie willkommen hieße.
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Geschrieben am Januar 26, 2010 - von reisekalle

Die Weltreise beginnt nächstes Jahr! Dieses Jahr ist Deutschland dran! Heute die Wetterau!

Neben der geplanten Weltreise ist Deutschland mein bevorzugtes Thema, aktuell die Städte und Landschaften entlang des Mainverlaufs. Wenn ihr in meinen Bilderalben gestöbert habt, dann werdet ihr wissen, dass ich bis jetzt Bilder von den Städten zwischen Mainz und Frankfurt einschließlich gezeigt habe.

Ausschnitt einer Karte entlang des Mains. Die bereisten Städte sind eingetragen. Das wären Mainz, Hochheim am Main, Rüsselsheim, Flörsheim, Frankfurt/Höchst, Dreieich-Buchschlag, Frankfurt am Main und Langen

Mainverlauf zwischen Mainz und Frankfurt

Frankfurt am Main ist ein guter Ausgangspunkt um die Wetterau kennen zu lernen. Die Wetterau liegt nördlich von Frankfurt und wird im Westen vom Taunus und im Nordosten vom Vogelsberg begrenzt. Sie hat ihren Namen vom Flüsschen Wetter, das im Vogelsberg zwischen Laubach und Schotten entspringt und bei Niddatal-Assenheim in die Nidda mündet.

Karte mit dem Mainverlauf zwischen Mainz bis zu den Quellen. Die aktuell behandelte Landschaft, nämlich die Wetterau ist eingerahmt. Ihre Lage wird im Artikel beschrieben

Die Wetterau nördlich von Frankfurt am Main

Die Wetterau gehört zu den ältesten Kulturlandschaften. Sie weist selbst unter bescheidenen Bedingungen ertragreiche Böden auf und wurde daher schon sehr früh dicht besiedelt. Dementsprechend bietet sie keine besonderen Wandermöglichkeiten in Naturreservaten an. Felder über Felder reihen sich aneinander, was auch seinen Reiz haben kann, wie die Bilder zeigen.

[Mit PicLens anzeigen]
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Auf alle Fälle lohnt sich eine Spazierfahrt durch die verschiedenen Dörfer und Städtchen. Man findet einige versteckte Kulturdenkmäler. Wir werden eine Rundfahrt machen, die in Frankfurt Seckbach beginnt und uns dann über Bad Vilbel, Ilbenstadt und in einem Halbkreis über Bad Nauheim bis nach Büdingen bringt, um schließlich in Stammheim und Staden, Stadtteile von Florsstadt, abzuschließen.

Karte von der Wetterau. Folgende Städte, die ich besucht habe sind eingezeichnet: Bad Vilbel im Süden, weiter oben im Norden Ilbenstadt. Dann folgen im Halbkreis von links nach rechts: Friedberg, Bad Nauheim, Ober-Mörlen, Steinfurth, Echzell, Nidda, Lissberg, Ortenberg und Büdingen. In der Mitte dieses Halbkreises, nordöstlich von Ilbenstadt liegen Florstadt und die beiden Stadtteile Staden und Stammheim.

Die Wetterau

Heute starten wir in Frankfurt-Seckbach und Bergen-Enkheim und begnügen uns mit Bad Vilbel und Ilbenstadt, dass einige Kilometer nördlich liegt. Bad Vilbel liegt an der südlichen Spitze der Wetterau und ist mit seinen Heilquellen überregional bekannt. Ansonsten eine kleine ruhige Stadt mit schönen Fachwerkhäusern. Einige Kilometer nördlich sehen wir schon von weitem die mächtige Klosterkirche der Prämonstratenser in Ilbenstadt. Während die Kirche bereits um 1132 errichtet worden sein muss, ist das Klostergebäude ein barocker Neubau, der zwischen 1707 und 1715 entstandt. Das Obere Tor wurde 1721 entworfen. Das Innere der Klosterkirche wurde ebenfalls völlig neu im Barock ausgestattet.

[Mit PicLens anzeigen]
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Geschrieben am Januar 25, 2010 - von reisekalle

Es geht weiter!

Wie zu erwarten war, was einige schon wußten, ich musste diese Reise abbrechen. Darüber habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Vorerst sei gesagt, dass es nur aufgeschoben ist. Es wird sehr bald weitergehen. In der Zwischenzeit werde ich weiterhin Kommentare und Artikel meiner früheren Reisen einflechten und mindestens alle zwei Tage Bilder aus Deutschland, Spanien, Tschechien hochladen. Die neuen Reisen sind in Vorbereitung und ich werde sie bald vorstellen.

Heute möchte ich ein paar Überlegungen zwischen meinen früheren und den jetzigen Reisen  darlegen. Früher, das ist schon 30 Jahre her, da dachte ich nur ans Reisen. Ich hatte weder eine Kamera und erst recht kein Laptop. Ein Computer hatte damals noch etwas geheimnisvolles. Heute muss ich fotografieren und meine Webseite pflegen. Dafür ist eine technische Ausrüstung möglich, die ich nicht in einen Rucksack stecken kann. Übernachtungen im Freien – dass heißt, sich einfach mit dem Schlafsack in den Wald legen – sind ebenfalls ausgeschlossen. Die Feuchtigkeit würde den empfindlichen elektrischen Geräten schaden. Damals, ohne die hochtrabenden Ziele einer Reisedokumentation, war das Unterwegssein viel einfacher. Da musste nur der Körper und der Geist funktionieren. Ich stand in Berlin “Drei Eichen” und hielt den Daumen hoch. Heute muss zusätzlich noch die Technik funktionieren, was ich nicht gündlich genug bedacht habe. Zu Hause bin ich ja verwöhnt. Sobald etwas nicht funktioniert habe ich den Fachmann um die Ecke. Nachschauen, Diagnose stellen und Reparieren gehen reibungslos von statten, so dass ich mir solcher Probleme nie richtig bewußt wurde.  Das Leben, bzw. die Arbeit lief ab, als ob es keine Probleme gäbe. Es gab praktisch keine Unannehmlichkeiten. Und diese “nichtvorhandenen” Schwierigkeiten  hatten sich plötzlich auf meinen Trip bemerkbar gemacht und damit bewiesen, dass man sie nicht wegdenken kann. Eigentlich gab es eine ununterbrochene Kette von technischen Katastrophen.  Letztendlich war die Tatsache, dass kein effektives Arbeiten mehr auf meinem Laptop möglich war, ausschlaggebend.

Drei Mobile Connect USB Sticks vor weißem Hintergrund. Links der deutsche Schwarze von Vodafone. In der Mitte ein schwarz-oranger von dem spanischen Netzbetreiber Orange und rechts ein weißer Stick vom spanischen Vodafonebetreiber. Die Treiber dieser vier, es gab nämlich noch einen französischen von SFR, haben sich gegenseitig außer Gefecht gesetzt und sogar teilweise die Festplatte meines Laptops.
Die Übeltäter

Alle Ereignisse dieser 15 tägigen Reise werde ich bei der nächsten großen Tour berücksichtigen und vorher genauestens durchorganisieren. Diesmal werde ich mich nicht mit Kleinigkeiten abgeben. Den verlorengegangenen sechsmonatigen Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln vermisse ich nicht so sehr. Es wäre ja – im Verhältnis zu dem, was mir im Kopf vorschwebt – nur ein Kurztrip gewesen. Ich möchte spätestens nächstes Jahr im März/April alle 5 Kontinente bereisen. Dies benötigt Vorbereitungszeit. Ein Jahr wird reichen. Bis dahin habe ich vor, meine Route entlang des Mains fortzusetzen, bis Würzburg bin ich bereits gekommen und die auf der Karte markierten Städte bis Gemünden am Main und Würzburg habe ich besucht und fotografiert.

Karte vom Mainverlauf von Mainz bis Würzburg. Folgende Städte, die ich besucht habe, sind eingezeichnet: Mainz, Hochheim am Main, Rüsselsheim, Flörsheim, Dreieich-Buchschlag, Langen, Frankfurt am Main, Offenbach, Heusenstamm, Rumpenheim, Hanau, Jügesheim, Alzenau, Hörstein, Wasserlos, Kälberau, Albstadt, Seligenstadt, Aschaffenburg, Großostheim, Pflaumheim, Wenigumstadt, Niedernberg, Klingenberg, Großheubach, Miltenberg, Bürgstadt, Collenberg, Stadtprozelten, Wertheim, Kreuzwertheim, Kloster Triefenstein, Marktheidenfeld, Rothenfels, Lohr a. M., Rieneck, Burgsinn, Gemünden am Main, Würzburg

Mainverlauf von Mainz bis Würzburg

Ich werde in der nächsten Zeit die entsprechenden Bildergalerien auf meiner Webseite einbauen. Ab März – sobald die erste Schönwetterperiode beginnt – werde ich dann von Würzburg aus bis zu den Mainquellen vorstoßen. Steigerwald, Haßberge, Frankenwald, Fichtelgebirge und  Fränkische Schweiz werde ich erwanderten und dann die Reise in der Fränkischen Alb bis zur Donau fortsetzen, um zum Abschluss noch durch das Altmühltal zu wandern. Mindestens 1500 Kilometer werde ich dabei zu Fuß zurücklegen und größtenteils in meinem Auto und auf Campingplätzen übernachten.

Der gesamte Mainverlauf von Mainz bis zu den Quellen. Daneben sind alle Regionen eingezeichnet, die ich bereits erwandert habe, bzw. die ich noch erwandern werde. Von West nach Ost die Regionen nördlich des Mains: Wetterau, Vogelsberg, Spessart, Rhön, Haßberge und Frankenwald. Südlich des Mains von West nach Ost: Odenwald, Steigerwald, Fränkische Schweiz. Im Osten schließt das Fichtelgebirge ab. Im Süden ist noch Fürth, Nürnberg und die Altmühl zu sehen.

Der Mainverlauf von Mainz bis zu den Quellen

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Geschrieben am Januar 24, 2010 - von reisekalle

Freitag, 15.01.2010 – Abends hatte ich eine ganz andere Stimmung als morgens

Als ich aufwachte dämmerte es leicht. Es war kalt und ich hatte keine Lust, Finger, Zehen oder größere Körperteile dieser nicht gerade einladenden Kühle auszusetzen. So lag ich, die Decke bis über den Kopf gezogen, so dass ich noch gedankenvoll das Autodach anstarren konnte. Die Vorstellung, mich bei 6 Grad im Freien waschen zu müssen, sagte: “Nein, schlaf noch ein wenig weiter”. Die Vernunft jedoch, die mir ins Bewusstsein rief, dass hier bald Menschen auftauchen würden, sagte: “Aber dalli, dalli, mein Freund”. Ich gehorchte der Vernunft und stieg aus meinem Auto. Mit langer Jeans, dicker Jacke und den Reißverschluss meines Parkers bis zum Kinn hochgezogen, baute ich mein Badezimmer auf, hängte den Wassersack an die geöffnete Hecktür und begann erst einmal die Zähne zu putzen. So weit, so gut.

Die nächste mögliche Aktion, ohne mehr Körperteile zu entblößen, war rasieren. Ich schäumte zwar den Kragen meines Parkers mit ein, war mir aber egal. Um aber den Restschaum vom meinem Gesicht zu entfernen, blieb mir nur eine Spülung mit Wasser übrig. Damit aber das Wasser nicht aus Versehen, falsche Wege benutzte, musste ich Parker und Jacke öffnen. Nachdem ich nun soweit war, die besagten Kleidungsstücke aber trotzdem nass wurden, befreite ich letzendlich meinen Oberkörper vollständig. Als ob ich eine Kettenreaktion gestartet hätte, gab ein ausgezogenes Kleidungsstück dem anderen den Impuls weiterzumachen, bis ich da stand, wie Gott mich geschaffen hatte. Die reinigende Flüssigkeit rieselte aus meinem Wassersack und ich  wunderte mich, warum ich mich so angestellt hatte.

Bald nachdem mein Badevergnügen abgeschlossen war und die Sonne das Umfeld aufs peinlichste erhellte, erschienen die ersten Einheimischen, spazierten am Strand, schauten aufs Meer und schauten auf einen frisch gewaschenen und angezogenen Reisekalle.

Bevor ich mich auf den Weg nach Cádiz machte, spazierte ich die Mole entlang, die weit ins Meer hinausragte. Ich brauchte mindestens 20 Minuten bis ich die Spitze erreichte hatte. Die knapp über dem Horizont schwebende Sonne, der blaue Himmel, der kleine Puerto Comercial von El Puerto Santa Maria, El Puerto Real dahinter in der Ferne, rechts davon am Horizont El PUerto Comercial de Cádiz, dann das offene Meer und ganz rechts der kleine Puerto Sherry, der wieder zu El Puerto Santa María gehörte, diese gesamte Konstellation ließ mich in einem zufriedenen Fernweh verweilen.

Die Eindrücke von der Mole aus fotografiert:

[Mit PicLens anzeigen]
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In Cádiz wurde ich regelrecht auf den Boden der Tatsachen geworfen. Der Computerfuzzi teilte mir – ich kam wie vereinbart um 14:00 Uhr, kurz vor der Siesta – mit, dass er zwar Vodafone angerufen habe, aber nichts ausrichten konnte, weil er meinen Namen nicht mehr gewußt hatte. Ich sollte am Abend wieder kommen, wie üblich kurz vor Ladenschluss.

Ich ging bei Acciona vorbei und klärte ab, ob für morgen noch Plätze auf der Fähre frei seien und ob ich das Ticket morgen kaufen könnte. In dieser Richtung ging alles in Ordnung. Dann erforschte ich die restlichen Gebiete in und um Cádiz herum.

[Mit PicLens anzeigen]
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Um  20:00 Uhr erhielt ich die glorreiche Mitteilung,  dass die einzige Möglichkeit – er hatte immer noch nicht bei Vodafone angerufen – eine Neuforamtierung meiner Festplatte sei. Ich ergriff mein Laptop und verschwand mit einem kaum merklichen  Gruß.

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Geschrieben am Januar 24, 2010 - von reisekalle

Donnerstag, 14.01.2010 – Nachtrag: Schlafplatzsuche

Heute Nacht hatte ich die erste Übernachtung in meinem Wagen, die nicht auf einen Autobahnparkplatz stattfand. Ich hatte einen anscheinend ruhigen Platz am Meer gewählt, der etwa die größe eines Fußballfeldes hatte. Der Sand war durch viele Fahrzeuge festgefahren. Ich hatte ihn bereits am Morgen - als ich mich von El Puerto Santa María nach Cádiz auf den Weg machte -  gesehen. Ich vergaß, dass in Spanien das Leben erst nachts beginnt. Als ich gegen 21:30 Uhr dort ankam, hatten sich viele Spanier mit ihren Hunden versammelt. Lautes Stimmenwirrwarr, noch lautere Musik und ein noch lauteres ununterbrochenes Bellen aus dutzenden von Hundekehlen, bewogen mich, den Ort vorerst zu verlassen. Schon allein aus Sicherheitsgründen stelle ich mich meistens für Übernachtungen erst dann auf, wenn ich sicher bin, dass kein Auge mich sieht.
Ich hatte als Übergangslösung eine kleine ruhige Straße, in der Nähe des Strandes, im Sinn. Dort gab es am Randstreifen Parkplätze. Dort wollte ich ungestört lesen, bevor ich zu meiner Übernachtungsstelle zurückkehrte. Doch was tagsüber ruhig erschien, war nachts mit Leben erfüllt. Ich wollte gerade mein Buch aufschlagen, als das erste Auto von hinten heranfuhr. Es fuhr nicht vorbei, wie es normalerweise sein sollte, sondern fuhr rechts auf den Parkstreifen, recht dicht, wie ich mir einbildete, an mich heran und verlangsamte das Tempo, als ob die Insassen erkunden wollten, was ich tat. Bevor es zu Kollision kam, scherte der Wangen nach links aus und fuhr, Gas gebend an mir vorbei. Als sich das nerviger Weise innerhalb kürzester Zeit mehrmals wiederholte, erkannte ich die Ursache. Ein kleine Bodenwelle, der mein Land Cruiser wegen seinen hohen Rädern keine Beachtung geschenkt hatte, verlief quer über die Straße und sparte nur das Stückchen am Parkstreifen aus.
Diese Erkenntnis befriedigte mich trotzdem nicht. Diese relativ hoch frequentierte Straße war einfach störend. Ich entschied mich, das Hundebellen in Kauf zu nehmen. Als ich zurück kam, hatten sich Stimmengewirr, Musik und Bellen bereits  reduziert. Ich machte es mir gemütlich, las noch ein Stündchen und schlief dann bis zum Morgen durch.
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Geschrieben am Januar 23, 2010 - von reisekalle

Neue Bildergalerie – Frankfurt Palmengarten

Heute habe ich die letzte Bildergalerie über Frankfurt am Main eingefügt. Diese ist wie alle anderen unter Bilder > Deutschland > All Categories zu finden.

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Geschrieben am Januar 23, 2010 - von reisekalle

Donnerstag, 14.01.2010 – Wenn’s nicht funktioniert? Da kann man nichts machen!

Mir blieb vorerst nichts anderes übrig als einen Spaziergang durch Cádiz zu unternehmen.
[Mit PicLens anzeigen]
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Ich ging zuerst in den Vodafoneshop um meinen neu erworbenen Vodafone Mobile Connect USB-Stick zu reklamieren. Ach, wie war es so schön in Frankreich. Die Franzosen konnte man bei ihrer Ehre packen. Dort hatte ich ja ähnliche Probleme. Da mir der Angestellte versichert hatte, dass ich den USB-Stick einfach nur in mein Laptop stecken müsste und alles würde von allein funktionieren, was natürlich nicht der Fall war, stellte ich mich am nächsten Tag mit verschränkten Armen mitten in den Laden und wartete auf eine Lösung und auf den Geschäftsführer. Vorher hatten wir einen heftigen Disput. Als der Angestellte merkte, dass ich mich nicht von der Stelle rühren würde, löste er – zwar widerwillig, aber immerhin – in Verbindung mit einem einstündigen Telefonat mit der Vodafonzentrale das Problem, und konnte somit ruhigen Gewissens sein anfangs gegebenes Versprechen einhalten.
Anders die Spanier. Diese schienen keine Ehre zu haben. Als sie – ein Mann und eine Frau arbeiteten in diesem Geschäft – erkannten, dass sie diesmal mehr tun müssten, als nur Verträge verkaufen, ignorierten sie mich einfach. Ich war so gut wie überhaupt nicht mehr da. Sie vertieften sich eifrig in ihre Arbeit, was auch immer das sein mochte, und ließen mich stehen. Und ich wußte, wenn ich das gleiche Spiel wie in Bordeaux wiederholen würde, die beiden würden bei Geschäftsschluss die Türen schließen und mich stehen lassen. Ich war vergessen.
Also versuchte ich es  in Cádiz.  Eine junge Frau nahm sich meines Problems an. Kam auch nicht weiter. Sie telefonierte mit der Vodafone-Zentrale. Diese telefonierte mit mir.Und schließlicherfurhr ich: mein Laptop ist das Problem. Also ging ich damit in einen Computerladen. Der Eigentümer sah mich entgeistert und sehr arbeitsunwillig an und verkündete mir: das ist ein Problem mit Vodafone. Da ich nun nicht, wie in einer Art “Stiller Post”, die Mitteilungen hin und her tragen wollte bis irgendeiner versteht, was hier Sache ist, bat ich ihn eindringlichst, sich mit Vodafone in Verbindung zu setzen und gemeinsam dieses Problem zu lösen. Diesen Vorschlag machte ich gegen 12:00 Uhr und er versprach, er würde bis zum Abend alles geklärt haben. Ich solle kurz vor Geschäftsschluss, also gegen 20:30 Uhr wieder kommen. Das war nicht weiter schlimm, da ich sowie so für heute einen Stadtbummel durch Cádiz geplant hatte. Meine Eindrücke könnt ihr nun betrachten. Ich will aber noch vorwegnehmen, dass ich am Abend genauso widerwillig empfangen wurde wie am Vormittag. Ich bildete mir sogar ein,  einen agressiveren Unterton mitschwingen zu fühlen.  ”Er hätte sich meinen Computer noch nicht angeschaut, ich solle doch morgen kurz vor der Siesta, also gegen 14:00 Uhr wiederkommen.

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Geschrieben am Januar 22, 2010 - von reisekalle

Neue Bildergalerie – Impressionen vom Frankfurter Hauptbahnhof

Die Galerie ist ebenfalls unter  Bilder > Deutschland > All Categories > Frankfurt Hauptbahnhof  zu finden.

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Geschrieben am Januar 22, 2010 - von reisekalle

Der krönende Abschluss des Mittwochs, 13.01.2010

In der Oficina de Turisma bekam ich alles, was ich wollte. Die Adresse von Acciona, einen Stadtplan von Cádiz und eine Liste von Unterkunftsmöglichkeiten in und um Cádiz. Es war jetzt kurz nach 14 Uhr. Jeder anständige Spanier schließt sein Geschäft und macht bis 17 Uhr Siesta. Somit konnte ich mir den Weg zum Office von Acciona sparen. Das war ein Glück, denn sonst hätte ich zum zweiten Mal ein Ticket nach Lanzarote in der Hand gehabt. Diese Geschichte hebe ich mir aber als Höhepunkt bis zum Schluss auf. Ticketkauf war also im Moment ausgeschlossen. Für eine Sightseeingtour hatte ich auch keine Ambitionen, daher wurde der Stadtplan weggesteckt. Ein Vodafoneshop kam – wegen der erwähnten Siesta – auch nicht mehr in Frage. Blieb mir nur noch die Möglichkeit zu Faulenzen oder eine Unterkunft zu suchen. Ich wählte letzteres. Der Himmel hatte sich nämlich zusehends bewölkt. Es sah nach Regen aus. Und es regnete später tatsächlich. Nein, es regnete nicht nur, es stürmte.

Nicht dass ihr jetzt denkt, ich hätte mich zu einem Weichei entwickelt, weil ich nicht in meinem Wagen schlafen wollte. Die Suche nach einer Unterkunft hatte jedoch einen Grund. Ich wollte am Abend in Ruhe am Laptop arbeiten und dafür brauche ich eine Rundum-Ordnung. Im Chaos auf engem Raum kann ich mich einfach nicht konzentrieren und in meinem Auto war Chaos. Das kam daher, weil ich nach dem unwillkürlich aufgetauchten Defekt meines Toyotas in Bordeaux gleichzeitig meiner Schlaf- und Wohnstätte beraubt war. Ich musste schnellstmöglich umziehen. Alles, was ich dafür als brauchbar und notwendig erachtete, gramte ich aus allen Ecken und Winkeln meines Toyotas zusammen. Dann, als nach einer Woche alle Probleme gelöst waren, hinderte das Halteverbot und die Enge der Straße vor meinem Hotel, ein ruhiges zurückpacken des ganzen Gerümpels. Ich warf alles nur hinten in den Wagen. Planlos lag alles verstreut.

Bungalow auf dem Campingplatz in El Puerto Santa Maria. Aufgenommen in der Nacht mit Blitzlicht. Man sieht die Vorderfront. Der verglaste Eingang ist über eine kleine überdachte Terrasse erreichbar und mit einer Schiebetür zu öffnen. Das Häuschen ist in Weiß gehalten. Das Giebeldach der Terrasse hat nach vorne einen grünen Begrezungsrahhmen. Die Terrasse ist aus Holz. Das Häuschen liegt auf einer leichten Anhöhe. Rechts ist ein kleines Stück vom benachtbarten Bunglow zu sehen, der mit dem ersten fest verbunden ist.

Mein Bungalow mit Terrase

Nie und nimmer hätte ich in diesem Chaos arbeiten können. Der einsetzende Regen verhinderte, dass ich alles in seelenruhe um meinen Wagen hätte ausbreiten und im Anschluss wohl geordnet einpacken können. Und mit diesem Chaos im Rücken hätte ich nur stumpfsinnig auf mein Laptop gestarrt, während ich spürte, wie meine Reiseutensilien nach Ordnung verlangten. Ich weiß es so genau, weil ich es schon versucht hatte. Ich unterwarf mich also diesem Verlangen nach Ordnung  und quartierte mich auf einem Campingplatz in El Puerto Santa Maria ein. Gottseidank hatte der Campingplatz ganzjährig geöffnet. Ich nahm einen Bungalow und war 48 € ärmer. Damit ihr mir die Sache mit der Unordnung glaubt habe ich meinen Gepäckhaufen, bevor ich mit dem Einordnen begann fotografiert.

Mein Reisegepäck häufts sich wahllos auf der Terrasse des Bungalows und wartet auf Ordnung. Rechts eine dunkle Plastikiste mit grauem Deckel. Darauf eine blaue Plastikschüssel mit Reisegeschirr, samt Spülmittel und allem was dazugehört. Links von der Kiste stehen zwei Fünf-Liter-Wasserflaschen. Darüber ein Kosmetikköfferchen in blau. Links von den Wasserflaschen steht der Fotogrucksack in gleblichem Grün. Dahinter befinden sich wild durcheinander ein schwarzer Rucksack, eine blaue Sporttasche, ein orangener Plastikeimer mit Deckel. Ein kleiner Karton mit einem STromadapter für den Zigarettenanzünder. Zwei kleine Musikboxen, Elektrokabe und Multissteckdose uvm.

Ein wirres aufgehäuftes Chaos

Santa Maria lag 18 Kilometer nördlich von Cádiz. Auch hier gab es Vodfone-Shops. Und bald war ich der Besitzer eines spanischen USB-Sticks mit der Zulassung eines einwöchigen Aufenthaltes im spanischen Internet vodafone.es mit einem zugestandenen Datenverbrauch von 1 GByte. So ausgerüstet, belohnte  ich mich schnell noch mit dem Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft. Ich hatte ja im Bungalow eine Kochgelegenheit und die wollte ich nutzen. Ich kaufte einen Tintenfisch und etwas Thunfisch. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wie man Tintenfisch zubereitet. Bisher kannte ich ihn nur fix und fertig auf dem Teller. Manchmal in Streifen, manchmal in Ringen, manchmal in kleinen Stücken aber manchmal auch im ganzen Stück.

In der letztgenannten Form hatte ich ihn schon in der Pfanne, als mir einfiel, dass ich so ein Ding vielleicht ausnehmen müsste. Ich angelte den Kalmar also wieder aus der Pfanne und schnitt ihn auf. Das war gut so. Als ich den Bauch aufschnitt kam so allermöglicher, undefinierbarer Glipper heraus, den ich kaum anfassen, geschweige in den Mund nehmen wollte. Dann zog ich etwas heraus, von dem ich  dachte, der Tintenfisch hätte ein Stück Plastik verschluckt, das durchsichtig und einige Zentimeter lang war. Wahrscheinlich aber hatte dieses Etwas so eine ähnliche Bedeutung, wie bei uns der Knochen.  Nachdem ich alles, was zum Würgreiz einladen wollte, entfernt hatte, schmiß ich den übrig gebliebenen Rest wieder in die Pfanne.

Leicht rötlicher Strand im Vordergrund, der die Hälfte des Bildes einnimmt. Ein Lattenzaun schlängelt sich in einem Bogen nach rechts hinten ins Bild und schließt dort mit einer kleinen Baumreihe ab. Ein wenig Meer ist zu sehen. Viel bewölkter Himmel, leicht gelblich-bläulich scheinend. Nicht uninterressant. Vor dem Zaun, der wahrscheinlich als Windschutz und vor Vewehungen schützen soll sind Reifenspuren zu sehen.

Strand von El Puerto Santa Maria mit Cádiz im Hintergrund.

Falls hier jemand lachen will, weil ich mich so dämlich angestellt habe, kann ich nur sagen, ich bin normalerweise gewohnt, dass – wie zum Beispiel beim Hähnchen – alles tischfertig ausgenommen ist. Zum Schluss konnte ich meine Kochkünste genießen, schluckte den Fischgeschmack mit  einer Literflasche Cruzcampo herunter. Später musste ich zur Beruhigung noch eine Flasche Wein aufmachen, denn als ich mich gegen 20:30 Uhr an die Arbeit machen wollte, da streikte mein Vodafone-USB-Stick. Und wenn ich gewußt hätte, was die nächsten drei Tage auf mich zukommt, dann hätte ich an diesem Abend wahrscheinlich mit einem grundlegenden Besäufnis begonnen.

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Geschrieben am Januar 21, 2010 - von reisekalle

Neue Bildergalerie – Frankfurter Flughafen

Ihr findet die Galerie auch unter Bilder > Deutschland > All Categories > Frankfurter Flughafen

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Geschrieben am Januar 21, 2010 - von reisekalle

Immer noch Mittwoch, 13.01.2010 – Wer suchet, der findet!

Ich hatte auf einer Tankstelle in Cádiz halt gemacht, um zu tanken.

In anbetracht, dass ich in drei Tagen in Richtung Kanarische Inseln einschiffe, dort das Benzin nur die Hälfte kostet und ich in Cádiz wenig herumfahren werde, weil ja notgedrungen mein Hobby Problemlösungssuchender geworden ist, tankte ich nur für 20 €. Ich kann hier schon erwähnen, dass sich dieser Akt in kurzer Folge noch zweimal wiederholte.

A propo Problemlösungssuchender: Kennt ihr noch die Sendung “Heiteres Beruferaten” mit Robert Lembke. Ich dachte gerade daran, dass ich, wenn es diese Sendung noch gäbe, mich dort anmelden könnte, um die Nebenfolgen des beginnenden Geldmangels auszugleichen. Was für eine typische Handbewegung hätte ich nur machen sollen. Diese Handbewegung war vor dem Raten notwendig, damit Profirater, einen Anhaltspunkt oder noch mehr Verwirrung hätten. Ich hätte die Wahl gehabt, verzweifelte Hände über den Kopf zusammenschlagen oder freudige Hände gegen Himmel strecken zu lassen. Oder gleich beides? Ich habe diese Kombination einmal ausprobiert. Eignet sich gut als choreografische Einlage für einen Ausdruckstanz. Damit hätte ich schon die zweite Einnahmequelle. Ich stelle nämlich gerade eine Liste auf, was ich so neben dem Reisen als Beruf machen könnte, um das finanzielle Loch zu stopfen.

Erst einmal fragte ich jedoch den Tankwart nach der Oficina de Turismo und war äußerst überrascht, dass er mich genau entgegen des zuletzt gesehenen Hinweisschildes schicken wollte. Genauer gesagt an das andere Ende der Avenida de Andalucía, also mehr als 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Da er mir den Weg mit so einer unverschämten Sicherheit erklärte, war ich fast geneigt ihm zu glauben. Andererseits kannte ich die spanische Mentalität. Ich hatte immerhin einundeinhalb Jahre in Teneriffa gewohnt. Es sind zwar dreißig Jahre her, aber typische Eigenschaften ändern sich, glaube ich, nie. Oder höchstens sehr langsam. Gute Gründe für meine Zweifel waren das Hinweisschild, dass ja genau in die entgegengesetzte Richtung zeigte, aber ebenfalls eine Tatsache ist, die nicht stichhaltig sein muss. Auf der Autobahn wurde ich auch öfters auf eine Tankstelle oder Raststätte hingewiesen, die dann entweder nachts geschlossen hatten oder mich als Baustelle oder als Ruine begrüßten.

Der ausschlaggebende Punkt, nicht dem Tankwart zu trauen, war die Logik, dass sich Touristenbüros eher im Zentrum der Stadt befinden. Meine scharfsinnige Kombination wurde bald darauf bestätigt, als ich einen Pasanten nach dem Weg fragte. Zu dieser Zeit hatte ich mein Auto bereits im Parkhaus abgestellt und war zu Fuß unterwegs. Dieser besagte Pasant wies mich in die Nähe des Rathauses. Das war glaubhaft und nicht mehr weit weg, höchstens 500 Meter. Da ja, wie ich schon im letzten Artikel erwähnte, ab einem bestimmten Punkt alle Hinweisschilder, verschwunden waren, musste ich mich in der Nähe des Ayuntamientos (so nennt man ein Rathaus in Spanien) erneut nach dem Weg erkundigen. Die nächste Spanierin führte mich wieder vom Rathaus weg. Da ich nicht weit laufen musste, akzeptierte ich den Vorschlag. Nachdem ich eine Weile gesucht hatte, bestätigte auf Anfrage eine zweite Spanierin die Richtung, wobei sie mir zwei Straßen, in denen ich suchen sollte, als Möglichkeit anbot.

Nachdem sich nun mein anfänglich 500 Meter langer Weg durch das Ablaufen der beiden Straßen vervierfacht hatte, traf  ich endlich ein Pärchen, dass wieder zurück in Richtung Ayuntamiento deutete. Diesmal aber hatte der Himmel die beiden geschickt. Die Senora erinnerte ihren Mann mich aufzuforden, sie zu begleiten, da sie an der Oficina de Turismo vorbeikämen. Ich kam wirklich dort an.

Ihr werdet euch vielleicht wundern, warum ich mich so lange mit den vergangen Tagen aufhalte und nicht schneller schreibe. Wir befinden uns nämlich immer noch am Mittwoch den 13.01.2010. Ich kann hier nur bestätigen, was manche bereits  gerüchterweise wissen. Meine Reiseplanung hat sich notgedrungen geändert. Ich bleibe jedoch am Ball und werde demnächst meine neuen Pläne offenbaren. Bis dahin widme ich mich ein wenig ausführlicher den einzelnen Themen in Cádiz.  Außerdem habe ich Zeit, meine Deutschlandbilder endlich in Gallerien einzufügen. Spätestens bis heute abend stelle ich eine neue Gallerie vor, die ihr unter Bilder -> Deutschland > Frankfurter Flughafen findet.

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Geschrieben am Januar 20, 2010 - von reisekalle

Neue Bildergalerie – Frankfurt am Main

Falls ihr euch gern Bilder anschaut, so habe ich heute endlich in der Deutschlandgallerie speziell eine für Frankfurt am Main fertig gestellt!

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Geschrieben am Januar 20, 2010 - von reisekalle

Mittwoch, 13.01.2010 – Die Suche, Teil 2

Ich bin mit meinen Artikeln schon eine Woche im Verzug, ich weiß. Es hat aber zurzeit keine Eile und ich muss noch eine Menge nebenher erledigen. Beim letzten Artikel hatte ich mich  so lange mit der Einleitung aufgehalten, dass ich ihn in zwei Abschnitte aufteilen musste. Nun geht es weiter:

Ich suchte die Sonne, oder wenigstens warme Temperaturen. Und endlich geschah das, was ich 2443 Kilometer und ca.211 Stunden lang ersehnte. Die Temperaturen stiegen tatsächlich und schienen sich sogar zu halten. In Cádiz selbst waren es 20°.

Landschaft in Andalusien. Im Vordergrund ziehen dunkel Felder- und Wiesenlandschaft. Sie nehmen ungefähr ein sechstel des Bildes ein. Dahinter sind schemenhaft die Berge zu sehen. Der größte Teil des Bildes wird vom wolkenbedeckten Himmel ausgefüllt. Die unterschiedlichen Farbschattierungen von grau, bläulich und weiß bis hin zu leichten Gelbnuancen machen den Himmel interessant

Andalusische Landschaft im Januar

Der Himmel war noch verhangen, aber nicht so eintönig, langweilig und depressiv grau wie in Deutschland. Er war heller. Die Grundfarbe näherte sich einem lichten weiß und war mit grau-bläulichen Schattierungen versetzt, die der Wolkendecke eine interessante Atmosphäre aufdrückten. Und ganz in der Ferne schimmerten sogar gelbliche Farben durch, so als ob die Sonne mir signalisieren wollte, dass sie sich bald bequemen würde zu erscheinen. Na ja, abends stürmte und regnete es erst einmal gewaltig. Wenigstens blieb es warm.

Gegen Mittag bot sich mir ein erhebender Anblick , als ich vom Osten kommend auf der langen Brücke das Meer nach Cádiz überquerte. Cádiz liegt fast auf einer Insel. Nur

Die lange Brücke Puente José León de Carranza verbindet Cádiz mit dem Festland. Die Brücke durchzieht im unteren Drittel das Bild leicht diagonal von rechts unten nach lins oben. Vorne das smaragdgrüne Meer und über der Brücke der blaue Himmel

Puente José León de Carranza

vom Süden her – von San Fernando aus – ist die Stadt durch eine schmale Landzunge mit dem Kontinent verbunden.

Hoch über dem Wasser, die Werften schemenhaft vor Augen und den Geruch von Salz und Fisch in der Nase, stieg in mir das Fernweh und das Gefühl des Abenteuers empor.

Diese Stadt, die der Sage nach bereits von Herkules gegründet wurde, wies bereits im 6. Jht. eine erste Siedlung auf. Um 1100 von den Mauren eingenommen, später von Franzosen und Engländern bombardiert und in Brand gesetzt, geschwächt und immer wieder erschüttert, war sie doch einst der Haupthandelshafen  von Spanien für die überseeischen Kolonien. Sie erhielt sogar das Monopol für den Amerikahandel. Bei solch einer stürmischen Historie muss das Herz beben.

Neustadt und Hafen von Cádiz. In der Mitte des Bildes steht ein hoher Stahlmast. Links davon im unteren Drittel des Bildes sind die Wohnblöcke der Neustadt zu sehen. Rechts vom Mast ein Teil vom Hafen. Davor das Meer, das Cádiz vom Festland trennt.

Cádiz - Neustadt und Hafen

Nachdem ich die Brücke überquert hatte, bot mir die mehrspurige Avenida de Andalucia sofort  Ernüchterung. Sie führte mich schnurstracks kilometerlang durch die Wohnblocks der Neustadt. Auf dieser Straße schien immer Hauptverkehrszeit zu sein. Da war ein Gehetze, ein Gedrängel, ein Linksausscheren, ein Rechtsausscheren. Mopeds und sogar Motorräder schlängelten sich teilweise im Zickzack zwischen den engen Autoreihen durch. Alle drei Minuten wurde dieses Autorennen von einer kurzen Stille unterbrochen. Auf dieser über drei Kilometer langen Avenida reihten sich nämlich im Abstand von 50 – 100 Metern Fußgänger- und Kreuzungsampeln aneinander. Es gab hier keine grüne Welle. Alle Ampeln – es müssen über 100 gewesen sein -schalteten zum gleichen Zeitpunkt auf rot.  Autos und Mopeds standen still, dafür zappelten die Fußgänger kreuz und quer über die Straße.

Ich wußte nicht recht, wie – und ob überhaupt – ich in diesem Gewimmel das Touristbüro  finden sollte. Dabei war es äußerst wichtig für mich, nicht nur wegen der geplanten Sightseeing-Tour. Ich musste wissen, wo das Büro der Acciona  Fährgesellschaft liegt. Plötzlich sah ich ein Hinweisschild, dann noch eines und dann stand ich im Dunkeln, bzw. mitten in der Altstadt.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es kein weiteres Hinweisschild mehr gab und das Touristenbüro sowie so nicht zu sehen war. Dafür musste ich mich nun durch engste Gassen schlängeln. Man stelle sich nur den

Eine der vielen engen und dunklen Straßen in Cádiz, die von hohen Häusern gesäumt werden, so dass kaum Licht durchkommt.sern ges

Altstadt

Kontrast vor. Eben befand ich mich noch auf einer mehrspurigen Hauptverkehrsader und nun – von einer Sekunde auf die andere – eingezwängt zwischen alten und hohen Häusern. Wenn ich an einer Kreuzung, sofern man das Zusammentreffen zweier Miniaturstraßen so nennen sollte, abbiegen wollte, dann musste ich  mehrmals rangieren. Es dauerte jedenfalls eine geraume Zeit, bis ich trotz Navigationsgerät aus diesem Irrgarten herausgefunden hatte. Teilweise waren nämlich einige Straßen, in die mich mein Navi einlud, Einbahnstraßen. In anderen befand sich eine kleine Baustelle oder es parkte einfach ein Auto oder ein Moped, das eine Weiterfahrt unmöglich machte.  Außerdem brachte dieses nicht eingeplante Vergnügen meine Tanknadel gefährlich Nahe an die 0-Liter-Grenze, eine Tatsache, die mich nicht gerade beglückte. Jedenfalls kam ich doch noch heil heraus und fand bald eine Tankstelle.

Da die Suche nach dem Touristenbüro nicht ohne Komplikationen ablief und daher ebenfalls eine ausführliche Beschreibung benötigt, meine Freundin aber signalisiert hat, dass ich die Artikel nicht zu lange schreiben sollte, müsst ihr euch auf den nächsten Tag begnügen.

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Geschrieben am Januar 19, 2010 - von reisekalle

Die Suche

Ist man nicht ständig auf der Suche? Nach dem Sinn des Lebens zum Beispiel. In diesem Fall bin ich mir jedoch nicht sicher, ob das eventuell eine vergebliche Mühe – letztendlich nur eine Verschwendung der Zeit – wäre. Man kommt plötzlich auf diese Welt aus Gründen, die mit Sex zu tun haben. Andere hatten ihren Spaß gehabt – oder auch nicht – und ich muss dann zusehen, wie ich daraus das Beste in dieser kurzen Lebenszeit mache. Was aber können 50, 60 oder 100 Jahre schon für eine Bedeutung haben, im Verhältnis zur Ewigkeit. Dennoch  sind so viele auf der Suche. Nach Reichtum und nach Macht. Nach einem Partner fürs Leben. Nach Arbeit, nach keiner Arbeit. Manche versuchen einfach nur am Leben zu bleiben, andere versuchen sich das Leben zu nehmen. Viele versuchen sich zu entwickeln. Vor allem die Wirtschaft.

Dabei hat der ganze Entwicklungswahnsinn – und natürlich die Gier – unseren Planeten zu einem Abfallhaufen gemacht. Das wenige Schöne, dass uns geblieben ist, sind alte historische Kulturdenkmäler und ein paar wenige Oasen fast unberührter Natur. Daneben gibt es natürlich noch das Internet. Das ist die neue Welt, welche die alte Welt langsam ersetzt. Letztendlich ist das egal, denn beide Welten entstehen aus dem gleichen binären Prinzip: Ja oder nein.  An oder aus. In der Computerwelt sind es Bit oder kein Bit. In der alten Welt sind es nach dem Taoismus Yin oder Yang.

Normalerweise neige ich dazu, das Leben  auf mich regnen zu lassen. Manchmal komme ich aber auch auf die Idee, etwas zu suchen. Wenn mich solche Gedanken aus heiterem Himmel wie der Blitz treffen, dann hat es schwerwiegende Folgen. Solche Folgen sind dann meistens Geldmangel, aber auch eine totale Veränderung der Lebenssituation. Einer dieser ganz entscheidenden Blitze traf mich mit 42 Jahren. Dabei hätte alles so schön bleiben können. Ich hatte eine 20-Stunden-Woche und viel Zeit zum Bücher lesen, Rotwein trinken und Musik hören. Wenn ich vorhin erwähnt habe, dass meine plötzlichen Anwandlungen meistens zu Geldmangel geführt haben, dann war es in diesem Fall umgekehrt. Geldmangel hat mich bewogen, etwas zu tun, was ich eigentlich nie machen wollte, nämlich mehr arbeiten. Und wenn ich es mir richtig überlege, dann war es noch nicht einmal meine Entscheidung, sondern die meiner Arbeitgeber. Der erste Arbeitgeber wollte mich nicht mehr haben, obwohl ich gute Ideen eingebracht habe. Der zweite Arbeitgeber war geizig und dachte ständig, dass er mich zu gut bezahlen würde. Weil ich aber zu stolz war, um für einen Mindestlohn zu arbeiten, musste ich dort ebenfalls gehen.

Vom Staat konnte und wollte ich keine Unterstützung erwarten, da ich umgekehrt und mit großem Erfolg jede Chance genutzt habe um ihm meine Unterstützung zu verweigern. Wenn ich Einfluss auf eine sinnvolle Verwendung der Steuergelder hätte, dann würde ich auch mit mehr Freude geben wollen. Ich machte mich selbständig. Plötzlich war ich ein anständiger Bürger. Ich arbeitete 60 Stunden in der Woche und zahlte sogar Steuern.  Alles hätte gut gehen können. Ich hatte sogar das erste Mal in meinem Leben richtig viel Geld. Sagen wir mal: Verhälntnismäßig viel Geld! Dann musste mich dieser neue Ideenblitz treffen. Ich beschloss eine Kamera zu kaufen. Eine Minolta Dimage 7. Nun fing dieser Entwicklungswahnsinn an. Bald war die Minolta nicht mehr gut genug. Es musste eine Canon her und zwar die EOS 300. Sie war damals die Spitze der bezahlbaren Amateurkameras. Doch ein und einhalb Jahre später musste die semiprofessionelle 5D angeschafft werden. Mit dieser Entscheidung und dem dazugehörigen Objektivsatz hatte ich mich wieder einmal in die gewohnte Situation des Geldmangels und einer radikalen Veränderung der Lebensituation gebracht.

Was macht man denn mit einer Kamera, die so viel wie ein neuer Kleinwagen kostet. Man stellt sie sich bestimmt nicht in die Vitrine um sie jeden Tag zu bewundern. Obwohl dieser Entschluss das Loch in meinem Geldbeutel in Kürze repariert hätte. Eine Kamera degradiert man aber nicht als Anschauungsstück, sondern  macht damit Bilder. Und mit einer 5D macht man nicht nur Bilder im Urlaub und zu besonderen Anlässen, sondern man benutzt sie täglich. Ich wollte also Bilder aufnehmen. Manche sammeln Briefmarken, Bierdeckel oder Streichholzschachteln. Das habe ich bereits alles hinter mir. Manche sammeln sogar Frauen und geben damit an, obwohl ich es ja beschämend finde, weil es deutlich macht, dass wir Menschen – im Speziellen wir Männer – nicht die Herren der Schöpfung, sondern umgekehrt das Testosteron der Herr über uns ist. Ich wollte also Bilder sammeln und zwar Bilder von den letzen verbliebenen Kulturstätten und Naturoasen, bevor der Abfallhaufen Welt noch schlimmer wird. Daher beschloss ich den Wechsel von einem anständigen Steuerzahler zu einem brotlosen Fotografen und Weltenbummler. Das ist das Schöne, wenn man das Leben auf sich regnen lässt, man verbaut sich nicht sein ganzes Dasein durch Vernunft und Regeln.

Das Fotografieren und das Bummeln klappt schon ganz gut. Die Welt lässt noch etwas auf sich warten. Ich arbeite aber fest daran und bin schon bei meinen ersten Experimenten. Nun bin ich endlich dort angelangt, wovon ich schon längst erzählen wollte, nämlich von dem weiteren Verlauf meiner Reise. Da ich aber abgeschweift bin und die kurze Einleitung ein selbständiger Artikel geworden ist, werde ich meine Suche nach den warmen Temperaturen und speziell die Suche in Cádiz nach Parkplätzen, Vodafoneshops, Internetanschluss, Touristenbüro und geeigneten Schlafplätzen morgen erzählen. Heute muss oder besser will  ich noch einige Bilder bearbeiten und hoffe, dass endlich meine Bildergalerie “Entlang des Maines” vergrößert wird. Natürlich warten noch etwa 400 Bilder über Cádiz auf eine Durchsicht, die ihr dann ebenfalls morgen begutachten könnt.
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Geschrieben am Januar 18, 2010 - von reisekalle

Unvorhergesehene Ereignisse

Aufgrund einiger katastrophaler Ereignisse, die Planungsänderungen nach sich ziehen, fällt für die nächste Zeit das 1001-Schritte-Projekt aus. Allen, die mich finanziell unterstützt haben, danke ich. Da ich meine Angebote in Bezug auf Bilder-CD, Verlosung und Hilfeprojekt zeitlich nicht einhalten kann, bleibt es jedem überlassen, die eingezahlten Spenden zurückzufordern oder als Unterstützung meiner Webseite zu betrachten. Eine formlose E-Mail mit Angabe der Bankverbindung genügt.

Liebe Grüsse

Reisekalle

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Geschrieben am Januar 18, 2010 - von reisekalle

Dienstag, 12.01.2010 – Nachtrag: Das Wetter fährt Achterbahn und meine Gefühle ebenfalls

Alls ich aufwachte, es muss gegen 7:30 Uhr gewesen sein, da lachte mir Wolke 7 entgegen. Draußen waren es 0 Grad, aber das war egal. Ich hatte ja wieder saubere Wäsche im Schrank. Und, ich konnte meinen Toyota abholen.  Eine Woche musste ich mich gedulden und trotz der Kälte und der vielen grauen Tage hatte ich Bordeaux, seinen Wein und eigentlich ganz Frankreich liebgewonnen. Dennoch war ich wie ein Gefanger ohne Bewährung gewesen.  Ich musste meine Tage absitzen. Die Gefängnismauern hatten einen japanischen Namen und die Wärter waren die Kfz.-Mechaniker, die genauestens darauf achteten, dass sich die Mauern nicht vor dem 11.01. 2010 öffneten. Der Richter war das Schicksal, dass sich das erste Mal in 52 Jahren gegen mich entschieden hatte. Damit war das Ende noch lange nicht erreicht. Das wusste ich aber zu diesem Zeipunkt nicht.

Wie ich auch überlegte, so war ich mir keiner richtigen Schuld bewusst, außer vielleicht der Voreiligkeit. Wie hätte ich aber noch länger mit meiner Reise warten können, wenn sogar Menschen, die mich erst kurze Zeit kannten, bereits davon wussten, dass ich seit Jahren von einem solchen Unternehmen redete. Schon allein wegen der Glaubwürdigkeit musste ich es tun. Jawohl, diese Glaubwürdigkeit war die Übeltäterin, zusammen mit ihrer hinterhältigen Genossin, der Ungeduld. Dass diese beiden hinterlistigen Bekannten frei davon gekommen sind, während ich rücksichtslos vom Schicksal verurteilt wurde, kann ich mir nur aufgrund eines Komplottes erklären.  Die Götter – vor allem die des griechischen und römischen Himmels sollen ja manchmal neidisch sein, wenn ein Mensch zu viel Glück hat.

Vorerst öffneten sich die Tore und vermutlich kann nur ein Mensch, der eingeschlossen war, fühlen, was ich jetzt fühlte.  Ich konnte wieder frei entscheiden, wann und wohin ich gehen wollte. Gerade deswegen hatte ich es überhaupt nicht eilig. Die nächste Fähre nach Lanzarote ging erst am Samstag. Seelenruhig, quasi mit einer gelassenen Zufriedenheit duschte ich, packte meine sieben Sachen, ging die drei Stockwerke nach unten ins Frühstückszimmer und trank meinen Kaffee mit Milch. Da fiel mir ein, dass ich doch den Waschsalon fotografieren könnte. Also holte ich nach, was ich hätte gestern machen sollen.

Der Waschsalon in Bordeaux. Rechts sind die großen Wäschtrockner zu sehen. An der linken Wand sind die Waschmaschinen aneinander gereiht. Alle Maschienen sind in einem leuchtenden Rot gehalten. In der Mitte des Raumes steht im Vordergrund eine weißer länglicher Tisch.

Der Waschsalon in Bordeaux. Die Ruhe täuscht!

Und da standen sie, schön leuchtend rot.

Links die Trockner,rechts die Waschmaschinen. Der weiße Kasten rechts hinten an der Wand war das Kontrollorgan für alle Geräte. Dort musste man Geld und irgendeine Nummer eingeben und schon hatte man die Macht über alles im Waschsalon. Bis auf meine Waschmaschine!. Und dieses eigenwillige Wesen seht ihr auf dem zweiten Bild ganz rechts. Die Nummer 10. Ich zeige sie euch deshalb, für alle Fälle, falls ihr mal in Bordeaux und Pleite seit. Dann könnt ihr wenigstens kostenlos die Wäsche waschen. Ihr dürft nur nicht vergessen, später den gelben Knopf 3 Minuten lang zu drücken.
Waschsalon in Bordeaux. Im Vordergrund ist links die Ecke eines weißen Tisches zu sehen. Dahinter stehen an der Wand, diagonal von links oben nach rechts unten, sich in den Vorgrund drängend, sechs rote Waschmaschinen. Die Waschmaschine am rechten Bildrand trägt die Nr. 10 auf der Frontseite unter der Türe.

Die Nr. 10 hat ihre Tücken

Mit der Straßenbahn musste ich durch die halbe Stadt fahren. Ich sah die schönen Gebäude, die Gassen in denen ich spazieren ging und ließ die vielen kleinen Geschehnisse Revue passieren. Ich ging noch einmal am ersten Hotel vorbei, bedankte und verabschiedete mich von der Empfangsdame. Beim Toyotahändler verabschiedete ich mich ebenfalls von der Empfangsdame und nahm meinen Autoschlüssel entgegen.

Es war ein erhabener Augenblick, der mich von Wolke Sieben eine Etage höher putschte, als ich endlich wieder im Cockpit saß und langsam, jede Sekunde auskostend, den Zündschlüssel herumdrehte und dann satte 178 PS in Dieselmotor-Manier dröhnen hörte. Es war ein Gefühl, wie das erste Mal verliebt zu sein oder die erste wichtige Prüfung bestanden zu haben. Solche “Erste Mal”-Gefühle  kommen so selten vor im Leben. Beim zweiten Mal spielt schon ein Hauch der Gewohnheit mit. Ich war wieder unterwegs.

Erst nach 300 Kilometern stiegt das Thermometer auf plus 1 Grad. Das war verdammt wenig. Ich wollte gerade eine Hochrechung machen, um sicher zu gehen mit welchen Temperaturen ich bei dieser Quote in Cádiz in Fühlung gehen könnte, als mich kurz vor der spanischen Grenze ein drastischer Anstieg auf 12° Grad überraschte. Grund genug um die Autobahn zu verlassen und eine kleine Pause an der Meeresküste zu machen. Immerhin wollte ich mein restlichen drei Stunden, die ich auf dem französischen Internetkonto hatte, nicht verstreichen lassen. Ich musste ja sparen. Also baute ich meine Arbeitsplatte auf und schloss mein Laptop mit meinen beiden externen Festplatten an.  Gerade wollte ich so richtig loslegen, als Stromschwankungen den Arbeitsfluss meiner elektrischen Geräte störten. Die Dateien konnten nicht richtig hochgeladen werden. Meine Festplatten konnten ab und zu nicht geöffnet werden und schließlich meldete auch noch mein Laptop, dass der Akku fast leer war. Als ich nachforschte, bemerkte ich, dass mein Adapter für die Stromzufuhr durchgeschmort war. Solche Augenblicke meinte ich vorhin, als ich vom Neid der Götter redete. Die drei Internetstunden konnte ich nun in den Wind schreiben. Zusätzlich quälten mich die Zweifel ob eventuell meine Festplatten einen Schaden genommen hätten. Mir blieb nichts übrig als einzupacken. Weiterhin fragte ich mich, ob es hier unten im Süden solch einen technischen Firlefanz überhaupt zu kaufen gäbe. Ich konnte mir nicht vorstellen, das Franzosen wie Spanier ihren Lebensstil mit derartigen technischen Entwicklungen einschränken ließen. Uns dagegen ist Technik, Computer und Internet wichtiger geworden, als das wirkliche Leben.

Zu allem Überdruß sanken die Temperaturen hinter der spanischen Grenze auf 1 Grad. Ich überquerte die westlichen Ausläufer der Pyrenäen. Es schneite oder regnete, was sowie so egal war.  Es war düster, neblich und überall lag Schnee. Mit einem Schlag überfielen mich depressive Anwandlungen, die mich in ein derartiges Tief hinabstürzten, von dem aus Wolke Sieben nicht einmal mehr zu erahnen war. Manchmal wünschte ich, dass ich dieses Mittelmaß besäße, in dem das Leben einfach so dahinplätschert; schön geordnet duch Paragraphen und Vorschriften. Ich hätte nicht solche Abstürze. Natürlich würde ich auch nichts erleben.

Ich hatte im Hinterkopf, dass es in Spanien MediaMärkte gäbe. Normalerweise halte ich nicht viel von diesen Supermarktketten. Egal ob Aldi, Lidl, Saturn, McDonalds und wie sie alle heißen. Überall wuchern sie wie Unkraut empor und nehmen den jeweiligen Ländern ein wenig von ihrem Charme. Irgendwann wird die ganze Welt nur noch von einem solchen Einheitsbrei beherrscht werden. Diesmal aber war ich froh bei dem Gedanken, auf so etwas Gewöhnliches stoßen zu können.

Es war 21:30 Uhr. Die Autobahn führte mich gerade durch Madrid, als mich ein riesengroßes MediaMarkt-Schild mein Herz erfreuen ließ. Noch größer wurde die Freude, als ich diesen Laden geöffnet sah. Ich musste als nicht notübernachten, sondern konnte gleich nach dem Einkauf weiterfahren. Ich kaufte – um auf Nummer sicher zu gehen – gleich zwei dieser Adapter. Zusammen 80 Euro! Im Rahmen meines akuten Sparprogramms hatte ich natürlich die Grenze der täglichen Ausgaben um ein vielfaches überschritten. Dafür aber hatte ich ein schwerwiegendes Problem gelöst. Auf den Kanarischen Inseln gibt es nämlich keine Campingplätze. Jedenfalls nicht mit diesem Standard, wie wir sie gewohnt sind. Dort bin ich in puncto Stromversorgung einzig und allein auf meine Autobatterie und natürlich auf diesen Adapter angewiesen. So endete dieser Tag doch noch mit Wohlgefallen. Gegen 3:00 Uhr  schlief ich auf  irgeinem Autobahnparkplatz, 480 Kilometer vor Cádiz  bei angenehmen Temperaturen von 12 Grad.

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Geschrieben am Januar 12, 2010 - von reisekalle

Dienstag, 12.01.2010 – Wieder unterwegs

Es ist so weit. Ich kann meinen Land Cruiser abholen. Vermutlich werde ich heute in Spanien ankommen. Was kann mich denn jetzt noch hintern, außer dass mir der Himmel auf den Kopf fällt.

Sobald ich angekommen bin muss ich mich um eine Internetverbindung kümmern. Bis jetzt hatte ich das französische Netz SFR gebucht. Die Auslandsangebote vom deutschen Vodafone sind nicht zu gebrauchen. Zu viele Einschränkungen und zu teuer. Es war bereits in Frankreich ein großer Akt etwas bezahlbares zu finden. Nun geht es in Spanien von vorne los. Es kann also sein, dass ich vielleicht für einen oder zwei Tage nicht online gehen kann, bis ich alles geklärt habe.

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Geschrieben am Januar 11, 2010 - von reisekalle

Montag, 11.01.2010 – Der Kampf mit der Waschmaschine

Es war der Tag der Entscheidung. Würde der Toyota-Händler sein Wort halten. Würde demnach mein Auto im Laufe des Nachmittags wieder fahrbereit sein. Mich überkam eine Abschiedsmelancholie. Ich hatte mich an Bordeaux gewöhnt. Trotz des Missgeschicks, trotz der vielen kleinen chaotischen Geschehnisse, trotz der Sprachschwierigkeiten. Bordeaux schmeichelte mir mit Sonnenstrahlen und blauen Himmel, wie eine egoistische Geliebte, die mich nicht fortlassen wollte. Der Gedanke abzureisen, fiel mir schwer. Dennoch traf ich am frühen Nachmittag die ersten Vorbereitungen. Mein Wäsche war fast aufgebraucht. Ein paar Ecken weiter hatte ich einen öffentlichen  Waschsalon gesehen. Ich packte meine Tasche und machte mich auf den Weg.

Da stand ich nun in diesem Saal, zwischen sieben Waschmaschinen auf der einen Seite und drei Wäschetrocknern auf der anderen. Alle Anweisungen waren auf französisch, was ja wohl normal  ist, in Frankreich. Ratespiele mochte ich noch nie und dies schien hier eines zu werden. Ich machte erst einmal die Tür der Waschmaschine auf, die mir am nähesten Stand, um erst einmal ein gegenseitiges Vertrauen zu gewinnen. Dann füllte ich die Öffnung mit Wäsche. Auch das klappte und selbst das schließen der Tür. Soweit war es wie zu Hause. Nun gab es aber Münzschlitze ohne Preisangabe, schließlich einen Automaten, der die Waschmaschinen aus der Ferne steuerte. Auch er hatte Münzschlitze. Welche sollte ich nun benutzen.  Schließlich gab es noch eine Waschpulverausgabe, die über den gleichen Automaten dirigiert wurde.

Nun habe ich aber bereits einiges vorwegenommen, was ich erst im Laufe meines  90 minütigen Aufenthaltes im Waschsalon in Erfahrung brachte. Ich stand also vor dieser –  mit meiner Wäsche gefüllten Waschmaschine – und wollte mir gerade den Kopf zerbrechen, wie es weitergehen würde, als sie plötzlich ein Eigenleben entwickelte. Zuerst machte die Trommel zaghaft eine Umdrehung. Darauf folgte bald eine zweite. Als schließlich  noch Wasser immer reichlicher dazufloß, war mir klar, dass es diese Maschine ernst meinte, obwohl ich sie weder mit Waschpulver noch mit Geld gefüttert hatte. Ohne Waschpulver waschen war etwa so, wie überhaupt nicht waschen. Es machte meine Wäsche feucht und kostete mich Zeit. Ich wollte nun die Tür zu meiner Wäsche öffnen. Die Maschine weigerte sich. Schließlich bat ich die einzige Frau, die hier anwesend war um Hilfe. Das war ein Fehler. Sie konnte mir auch nicht viel weiter helfen, weil sie nur französisch verstand und eigentlich genauso fassungslos der Eigenwilligkeit meiner Waschmaschine gegenüberstand. Nun überschüttete sie mich mit einem französischen Redefluss, den sie nur ab und zu unterbrach um sich regelmäßig mit ein paar Schlucken aus der Weinflasche zu stärken.

Da die Waschmaschine nicht anzuhalten war, ich zurzeit noch nicht wußte, wie ich das Waschpulver aus dem dazugehörigen Automaten bekommen sollte, lief ich schnell zurück zum Hotel um das meinige zu holen. Da die Maschine immer noch regelmäßig Wasser nachfließen ließ, schüttete ich einfach mein Waschmittel dazu, in der Hoffnung, dass alles gut gehen würde.

Dann vertiefte ich mich in mein Buch, während die Französin weiter aus ihrer Weinflasche trank, zwischendurch ein Wäschestück zusammenlegte und hin und wieder Unterhaltungsversuche mit mir pflegte.  Schließlich war die Weinflasche leer,  die drei Kleidungsstücke zusammengelegt und ich hatte endlich den Waschsalon für mich.  Nach einer Weile bemerkte ich den Schleudervorgang, der das Ende der Waschprozedur einleitete. Dann war endlich Ruhe. Dankbar betrachte ich eine Weile das beendete Werk. Griff zur Tür der Waschmaschine um sie zu öffnen. Sie schien zu haken. Und plötzlich, ich wollte es nicht glauben, da bewegte sich die Trommel schon wieder. Ich rüttelte an der Tür, ich ließ innerlich Schreie los. Die Waschmaschine ließ unbeeindruckt Wasser ein und begann aufs neue zu arbeiten.

Könnt ihr euch an Kishons Geschichte mit der Waschmaschine errinnern, die ebenfalls nicht mehr aufhören wollte und sich sogar durch das ganze Haus bewegte. Zusätzlich fiel mir noch Dürrematts Kurzgeschichte “der Tunnel” ein, in den ein Zug ohne Wiederkehr immer tiefer in die dunkle Ewigkeit raste. So fühlte ich mich. Eine Hilflosigkeit gegenüber der Technik mit dem Gefühl des Nie-enden-wollens. Ich glaubte, meine Wäsche nie wieder zu bekommen. Schließlich riss ich die Telefonnummer, die einsam auf einem Zettel an der Wand klebte, herunter und ging damit in mein Hotel. Ich bat den englisch sprechenden Hotelbesitzer das Problem für mich zu klären.

Ein paar Minuten später bekam ich die Lösung. Es gab einen gelben Signalknopf. Ich erinnerte mich nicht nur, ihn gesehen zu haben, ich hatte sogar probeweise darauf gedrückt, bevor das Schicksal bzw. die Waschmaschine  seinen lauf nahm. Ich müsste ihn drei Minuten  drücken – nicht kürzer, so wurde mir nahegelegt – um das Ungetüm zu stoppen.

Nun stand ich vor der Waschmaschine. Ich wartete auf den Schleudervorgang. Ich wartete auf die anschließende Ruhe. Dann drückte ich, was das Zeug hielt, auf diesen gelben Knopf. Mein Daumen verbog sich und meldete bereits Schmerzen. Nur nicht nachlassen. Nur nicht zu früh loslassen. Ich wollte nicht im Waschsalon übernachten und ich wollte meine Wäsche zurück. Diese drei Minuten waren eine Ewigkeit der Ungewißheit. Wird es gelingen? Es gelang! Die Waschmaschine gab Ruhe. Sie ließ sich öffnen, wie ein sanftes Lamm.

Nun war ich Herr des Waschsalons. Ich wusste, wie man Waschpulver bekommen, wie man eine Waschmaschine zur Vernunft bekommen würde. Ich konnte sogar die Anweisungen verstehen, auch wenn ich sie nicht aussprechen, geschweige denn merken konnte. Ich würde die Worte aber wieder erkennen. Doch morgen bin ich in Spanien.

Der Toyota-Händler hat mich angerufen. Mein Auto ist fertig. Ich feierte dieses Ereignis mit einer letzten Flasche Bordeauxwein.

Au revoir Bordeaux!

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Geschrieben am Januar 11, 2010 - von reisekalle

Sonntag, 10.01.2010 – Endlich ein normaler Tag

Ich stand das erste Mal ohne Kopfschmerzen auf, aber spät. Es war schon 9:30 Uhr. Alle anderen Hotelgäste schienen das warme Wasser bereits verbraucht zu haben. Für mich blieb nur noch lauwarmes.  Lauwarm – ob Wasser, Geschehnisse oder Emotionen – war noch nie etwas prickelndes, also begnügte ich mich mit einer Katzenwäsche. Ich wollte heute sowie so nicht unter Leute und mein Laptop würde sich bestimmt nicht beschweren. Selbst Napoleon wollte seine Joséphine  (so hieß sie, jetzt weiß ich es genau) lieber ungewaschen. Deswegen ließ er rechtzeitig eine Nachricht schicken, damit sie sich darauf vorbereiten konnte.

Ich arbeitete also bis in die Nacht. Mein Laptop hielt es mit mir aus und ich auch.

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Geschrieben am Januar 11, 2010 - von reisekalle

Samstag, 9.01.2010 – Freier Tag, Arbeitstag, Einkaufstag

Heute war wieder ein grauer, wolkenverhangener Tag und das war gut so. Er lud richtig zum arbeiten ein. Und da alle bisher aufgetauchten Probleme praktisch im Hintergrund liefen und sich auf eigene Weise zu lösen versuchten, blieb mir nichts anderes übrig als abzuwarten. Somit hatte ich genügend Zeit meine Webseite weiter zu pflegen, die bisherigen Bilder aus Bordeaux zu bearbeiten und zu sortieren, und später die Deutschlandgallerie endlich langsam mit Bildern aufzufüllen.

Ehe ich es versah, war es jedoch Abend, ohne zufriedenstellend vorangekommen zu sein. Ich hatte noch nicht einmal die Hälfte von dem geschafft, was ich wollte. Es war 17:30 Uhr. Es war Samstag und ich musste so schnell wie möglich Lebensmittel einkaufen, denn bis auf zwei Tomaten und ein Liter Wasser war Ebbe in meinem Bestand.

Ich besuchte zum zweiten Mal, seitdem ich in Bordeaux bin, das Centre Commercial Mériadeck. Ein riesiges, dreistöckiges Einkaufszentrum,  für das ich einen Geldbeutel bräuchte, an den ich nicht einmal im Anflug zu denken wagte. Ich begnügte mich mit dem Lebensmittelgeschäft im Erdgeschoss. Dieses allein, ließ mich wünschen, ich hätte so eine Art “Tischlein deck dich”-Portemonnaie. Am Bierregal war ich diesmal standhaft. Das war kein Wunder, denn die Biere, die ich probiert hatte, schmeckten genauso exotisch, wie sie aussahen, nur nicht wirklich nach Bier. Zwei von den sechs Flaschen hatte ich zur Hälfte wegschütten müssen. Dennoch wachte ich am nächsten Morgen mit leichten Kopfschmerzen auf. Diese waren erträglich, so dass ich auf die Aspirin verzichten konnte. Immerhin war ich die Kopfschmerzen schon die letzten drei Tage gewohnt, sozusagen als kleines Present der abendlichen Flasche Bordeauxwein.

Da diese Kopfschmerzen zurzeit meine intimsten Bekannten waren, wollte ich diese Treue nicht durch ein bisschen Chemie aufs Spiel setzen. Das war gut so, denn dadurch ging ich auch ebenso standhaft an den Weinregalen vorüber. Schwach wurde ich dagegen bei den vielen verschieden Lutsch-, Kau- und Gummibonbons. Nur 1,70 €! Was soll’s. Irgendeinen Ersatz brauchte ich doch.

Wie sehr ich ihn nötig hatte, sah ich daran, wie schnell diese kunterbunte Mischung innerhalb von einer Stunde in meinem Mund verschwunden war.

An den einladenden Fleisch- und Fischständen blieb mir nichts anderes übrig, als zu widerstehen, wenn ich nicht – aus Ermangelung einer Kochstelle – diese wunderbaren Schätze roh essen wollte. Stattdessen kaufte ich viel Gesundes. Obst und Gemüse.

Ich hatte diesmal keinen Stadtplan mitgenommen, weil ich die Lage des Einkaufszentrums kannte. Worauf ich nicht gefasst war, dass ich diesmal einen anderen von den vielen Ausgängen benutzte und plötzlich die Umgebung ganz anders aussah. Zuerst ging ich in die Richtung, von der ich glaubte, dass es die meine wäre. Da aber weiterhin alles so fremd wirkte, machte ich eine 180° Wendung und übte das “Nach-Hause-Kommen” in die andere Richtung. Das fremdartige Aussehen meines Umfeldes blieb fremdartig. Ich wechselte noch ein paar Male die Richtungen. Jedoch erfolglos.

Wenn ich nicht immer wieder am Centre Commercial Mériadeck vorgelaufen wäre, dann hätte ich geglaubt, ich wäre in einer anderen Stadt. Solch eine Orientierungslosigkeit kenne ich eigentlich nur von – sie möge mir verzeihen – Helena oder überhaupt von einem großen Teil des weiblichen Geschlechts. Nachdem ich so mit zwei schweren Taschen und immer kälter werdenden Händen ein Sightseeing der besonderen Art gemacht hatte, fiel mir plötzlich ein, nach dem Weg zu fragen. Und siehe, bald entpuppte sich diese fremde Stadt zu meinem vertrauten Bordeaux.

“Zu Hause” in meinem Hotel verschwanden die Süßigkeiten, wie vorher schon erwähnt. Ich schaute wehmütig auf die Ablage an der Wand, die zwar übervoll mit Lebensmitteln, aber ohne Weinflaschen war und bereute bereits meine Entscheidung dieser “gesunden” Lebensweise. Da es auch keine Möglichkeit mehr gab dieses Fehlurteil zu korrigieren – es war 19:30 Uhr und alle Geschäfte waren, oh Graus, für zwei Tage geschlossen – machte ich mich erneut an die Arbeit. Um 1:00 Uhr nachts fuhr ich mein Laptop herunter , hatte ganz vergessen, dass  ich eventuell Wein wollte, legte mich ins Bett und schlief sofort und nüchtern ein.

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Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle

Freitag, 8.01.2010 – Ein Spaziergang in Bordeaux

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Es war 9:30 und ich war mit dem Kaffeetrinken fertig und gerade im Begriff mich auf mein Zimmer zu begeben,  als  mein Blick aus dem Fenster fiel. Ein fantastischer, wolkenlosener Himmel strahlte mir entgegen. Augenblicklich vergaß ich meine geplante Arbeit, schnappte meine Kamera und ging auf Sightseeing-Tour.

Auf meinem Streifzug sind mir Besonderheiten französischen Verhaltens an Zebrastreifen und Fußgängerampeln aufgefallen. Den Autofahrern ist es einerlei, ob ein Pasant auf den gekennzeichneten Flächen die Straße überquert, sie fahren einfach. Den Fußgängern hingegen ist es gleich, ob die Ampel für sie rot oder grün leuchtet. Sie gehen einfach. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, fand ich diese Regelung sogar gut. Zebrastreifen und Ampeln bedeuten eigentlich nur “etwas mehr aufpassen”. Man muss hier einfach mitdenken und selbst entscheiden, ob eine gefahrlose Straßenüberqüberuerung möglich ist oder nicht. In Deutschland sehe ich jeden Tag genug Idioten, die – ohne zu Denken und ohne nach links und rechts zu schauen – über die Straße laufen. Hinterher wundern sie sich, dass sie – obowhl im Recht, man staune –  überfahren werden. Selbst Kindern bringt man bei, bei rot stehen zu bleiben und bei grün zu gehen, statt sich zu vergewissern ob sie eine Straße gefahrlos überqueren können.

Am Nachmittag geriet ich in ein türkisches Viertel und ich fühlte mich wie in Hanau. Viele kleine türkische Läden, Kebabläden und verschleierte Frauen. Die Häuser waren ein wenig höher, die Straßen dafür enger. Das gab dem ganzen einen eher orientalischen Flair.

Der Eingang einer Markthalle in Bordeaux ist zu sehen. Ein modernes weißes Gebäude mit Glasdach. Über dem Eingang steht in roter Schrift  Marché des Capucins. Vor dem Eingang befindet sich links ein Stand dessen Wände aus blauer Plane bestehen. Dort werden orientalische Gegenstände verkauft. Gegenüber auf der rechten Seite des Eingangs stehen einige Paletten mit Obst und Gemüse. Im Eingang selbst stehen einige Personen in orientalischer Tracht.

Eingang einer Markthalle in Bordeaux

Ich streifte durch den Marché des Capucins und war wieder einmal überwältigt von den vielen Angeboten an Lebensmitteln. Dort aß ich – sozusagen als Vorgeschmack auf Spanien -Ein Argentinier verkauft Empaňadas. Das sind u.a. mit Fleisch, Schinken oder Käse gefüllte Teigtaschen Empaňadas. Das sind  Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen, von Fleisch angefangen über Käse und Gemüse bis in zu Gambas.
Auf der Cours d’Alsace et Lorraine sprach mich ein Franzose an, der mir etwas verkaufen wollte. Er riß mich aus meinen Gedanken. Ich wollte nichts kaufen und um ihn loszuwerden sagte ich ganz benommen “I don’t speak German”, was natürlich purer Unsinn war.  Gottseidank verstand er kein Englisch. Die Fremdartigkeit meiner Sprache hinderte ihn jedoch nicht, weiterhin aufdringlich zu sein. jetzt erkannte ich erst, dass er mir eine Kamera verkaufen wollte, was mich sehr wunderte, da ich doch ein riesiges Exemplar vor dem Bauch hängen hatte. Um ihn abzuwimmeln musste ich wirklich energischer werden. Ich deutete vor meinen Bauch und demonstrierte ihm eindrucksvol meine Canon 5D Mark II damit er endlich verstand, dass ich keinen Bedarf hätte. Er brummelte etwas Unverständliche und verschwand dann.

Obwohl die Sonne schien, war es erbärmlich kalt und ich sehnte mich nach dem warmen Süden. In drei Tagen wird es endlich weitergehen.

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Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle

Donnerstag, 7.01.2010 – Livestyle in vier Akten – 4.Akt: Lifestyle in Bordeaux

Seitdem mich mein Toyota so schmählich im Stich gelassen hatte, brauchte ich etwas zur Beruhigung.  Und was konnte sich da besser anbieten, als ein guter Rotwein der Region, nämlich ein Bordeaux. Was das Essen betrifft, so machte ich heute meinen ersten ruhigen Spaziergang auf der Suche nach Lebensmitteln. Plötzlich wurde in von einem völlig neuen Lebensgefühl überrumpelt.

Ich kam an so vielen kleinen Cafès vorbei und die Franzosen saßen sogar bei 0 Grad im Freien um ihren Grand Café zu genießen. Überall gab es kleine Bars, welche die verschiedensten Sandwiches anboten und der Supermarkt hatte eine Auswahl an Käse- und Wurstsorten, dass ich mich fragte, warum ich überhaupt so lange in Deutschland ausgehalten habe. Könnte ich Französisch und wäre es etwas wärmer, so würde ich in Frankreich bleiben.

Verschiedne Biersorten liegern vor weißem Hintergrund, wie zufällig aber doch geordnet. Bis auf eine Flasche liegen alle mit den Flaschenhälsen aufeinander. Ein Flasche liegt davor, in der rechten unteren Bildhälfte quer zum Flachenhaufen. Sie haben kuriose Namen, wie Mort Surbite, Delirium Tremens, 3 Monts, Trappistes Rochefort, Trippel Karmeliet und Pietra. Die linke Flasche sieht wie eine Sahneflasche aus. Zwei Flaschen besitzen Naturkorken und die Mittlere hat die Größe und Form einer Weinflasche.

Eine Auswahl französischer Biersorten

Vor dem Bierregal fing ich an zu staunen. Eigentlich wollte ich heute wirklich keinen Alkohol trinken. Aber angesichts des exotischen Bierangebotes  ließ mich meine Neugierde über ein solches Anliegen nur verständnislos den Kopf schütteln. Ich beschloss also eine Bierprobe zu veranstalten und nahm schnell einmal sechs verschiedene Sorten mit.  Es war eine kuriose Sammlung. Ein Bier sah aus, wie in eine Sahneflasche gefüllt. Ein Etikett trug einen Totenkopf. Zwei Flaschen waren verkorkt und die größere davon sah aus wie eine Weinflasche.

Daneben kaufte ich noch ein wenig Käse und Wurst, deren unübersehbare Angebotsliste jeden guten Vorsatz und jede Sparmaßnahme ad absurdum führen würde.

Ein Wurststand auf einem Markt. Großaufnahme. Oben ist noch ein großes Gelbes Schild zu sehen auf dem die rote Schriftfetzen" Pata Negra   Ja" zu sehen ist. Darunter hängen je auf der linken und rechten Bildseite zwei große schwere Schinkenstücke herunter. Dazwischen eine Preistafel. In der Auslage türmen sich verschiedenste Salamisorten

Wurststand

Schließlich war ich um 33,12 € ärmer.  Nun ja. Die Einkäufe sollten für zwei Tage reichen, dann wäre ich bei einer durchschnittlichen Ausgabe von 15 € angelangt. Das wäre wiederum ein gutes Resultat, wenn nicht noch die Kosten von Telefon und Internet dazukämen.  Von den  Hotelkosten, die ja bereits im 4000 €-Mißgeschick untergekommen sind, muss ich sowie so schweigen.

C’est la vie!

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Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle

Lifestyle in vier Akten – 3. Akt: Abnehmen

Drittens: Abnehmen

Dieser Vorsatz wird dadurch bedingt, dass ich mittlerweile unerträglich fett geworden bin.  95 Kg bei einer Körpergröße von 172 cm. Manche mögen auf so etwas stehen, ich nicht. Die Aussicht, täglich solche Körpermassen bergauf und bergrunter zu schleppen, erübrigt jede Diskussion einer Ästhetik. Obwohl schon die Vorstellung, beim Aufstehen wie ein Maikäfer der auf dem Rücken liegt, mit den Beinen wackeln zu müssen,  in mir ein Bild der Lächerlichkeit erweckt.

„Dabei esse ich nicht viel!“ Davon war ich jedenfalls überzeugt.  Eine Freundin, die sich ein wenig mit Ernährungskunde befasste, rechnete mir eines Abends – als ich wieder einmal so dahin jammerte – die zugeführten Kalorien zusammen. 4800kcal! Ich war sprachlos. Seitdem lächele ich, wenn ich jemandem begegne, der ähnlich beteuert, dass er nicht viel isst. Manchmal kann es ja krankheitsbedingt sein.  Meine einzige Krankheit diesbezüglich ist die Zügellosigkeit.

Immerhin wäre die Reduktion der Nahrungszufuhr eine bedeutende Sparmaßnahme.

Es folgt der letzte Akt!

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Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle

Lifestyle in vier Akten – 2. Akt: Kein Alkohol mehr

Zweitens: Kein Alkohol mehr.

Dieser Vorsatz ist genauso schwierig wie das Sparen. Seitdem ich denken kann, habe ich Alkohol getrunken. Ich bin felsenfest davon überzeugt, bei meiner Geburt als ersten Schluck nicht Muttermilch, sondern ein Glas Vodka bekommen zu haben. Und zwar um mich zu beruhigen, denn ich schrie voller Zorn so laut ich konnte. Keiner glaubte, dass ich je wieder aufhören würde.

Mit sechs Jahren verließ ich mit meinen Eltern Bamberg. Ich kann mich jedoch so genau an eine Bamberger Spezialität, nämlich das “Schlenkerle” – ein Rauchbier – erinnern, so dass ich annehme, schon in diesen jungen Jahren, fleißig mit Alkohol in Kontakt gekommen zu sein. Wenn ich mein Umfeld betrachte, so hatte ich es immer mit Alkohol zu tun. Deswegen war ich irgendwann überrascht, als manchmal Menschen auftauchten, die im Gegensatz zu mir in einer Welt ohne Alkohol lebten. Diese absonderlichen Wesen schienen zu beweisen, dass sogar eine alkoholfrei Lebensweise ohne bedenkliche Nebenfolgen möglich ist.

Während meiner Berliner Zeit zwischen 1979 und 1989 hatte ich nur Freunde, die nicht arbeiteten, weil sie studierten. Und weil sie studierten, hatten sie viel Zeit sich in Kneipen aufzuhalten. Unser Hobby war Alkohol und Dart spielen. Selbst als ich für vier Monate den Sudan bereiste, bekam ich jeden Abend – vorausgesetzt ich erreichte ein Dorf – am Lagerfeuer Dattelschnaps und Marihuana.  Mein Vater, der öfters wegen Nierensteinen operiert werden musste, bekam vom behandelnden Arzt einen Freischein zum Saufen. “Sie müssen viel trinken!” Diesen Ratschlag befolgte mein Vater mit einem  täglichen Verbrauch von Unmengen Bier. Später kam – zwecks Abwechslung des Geschmacks – anderer Fusel hinzu.  Ein emotionaler Austausch zwischen mir und ihm war nur mit Hilfe des Konsums einer Flasche Vodka möglich. Natürlich für jeden eine Flasche. Vor dem Konsum dieser Medizin hinderten unsere Komplexe einen sprachlichen Austausch untereinander, nach dem Konsum die Schwere unserer Zungen, die jede linguale Koordination derselben unmöglich machten. Es blieb uns nichts anderes übrig als uns lallend und heulend in die Arme zu fallen,  denn fallen und lallen war das einzige, was wir in diesem Zustande noch konnten. Der Tränenfluss kam wohl eher durch die alkoholbedingte Irritation der emotionalen Hirnzentren zustande.

Auch hierüber, könnte ich – genause wie über meine Sparversuche – ein Buch schreiben. Ich will es kurz machen.

Es gab drei Gründe um mit dem Trinken aufzuhören. Schon allein der Vorsatz zu sparen zwang mich dazu, denn der tägliche Konsum einer Flasche Rotwein verursachte Kosten, die bereits das Minimum erreichten, was ich als Reisekosten ausgeben wollte. Ich nehme an, dass ihr den zwingenden Grund erkennen könnt. Weiterhin wollte ich nicht so enden, wie mein Vater, der nun mit einer Leberzirrhose zum Pflegefall geworden war. Schließlich bemerkte ich im Herbst 2009 einen gewissen Konditionsverlust, den ich dem Rotwein zuschreibe. Ich hatte bei einer 20 Kilometer langen Rhönwanderung, auf der ich gerade einmal eine Höhendifferenz von 400 Metern bewältigen musste, beinahe schlapp gemacht. Die Aussicht, auf Gran Canaria innerhalb von 4 Stunden 1000 Höhenmeter oder mehr bewältigen zu müssen, ließ mich nachdenklich werden. Ich hoffe natürlich zusätzlich auf die feuchte warme und salzhaltige Meeresluft, die zusätzlich zum Verzicht auf Alkohol,  meine – mit einer chronischen Bronchitis – behafteten Atemwege einen erheblichen Aufschwung geben würde.

3. Akt folgt in Kürze!

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Geschrieben am Januar 10, 2010 - von reisekalle

Lifestyle in vier Akten – 1.Akt: Sparen

Drei Vorsätze hatte ich vor der Reise ins Auge gefasst: Sparen, Keinen Alkohohl mehr und Abnehmen.

Erstens: Sparen.

Sparen ist für mich ein Fremdwort. Ich weiß nicht wie es funktioniert. Eine ungefähre Ahnung, dass ich auf irgendeine Weise Geld zurücklegen müsste, befindet sich schlummernd in meinen grauen Zellen. Selbst wenn diese Ahnung aufwachen würde, was sie manchmal tut, bleibt mir nur dieses große innere Fragezeichen: ” Geld zurücklegen, wie macht man das?” Andererseits läuft bei mir die Tatsache, einen Kredit aufzunehmen und dann abzuzahlen, reibungslos.

So ist ungefähr die Finanzierung meiner Reise aufgebaut.

Dieser Trip auf die Kanarischen Inseln benötigt einen gewissen Zeitraum und vor allem eine gewissse Menge Geld, von deren Höhe ich keine Ahnung habe. Diesen unbekannten Geldbetrag müsst ihr euch nun als den aktuellen Kredit vorstellen, den ich langsam abbezahlen werde, in dem ich die Reisekosten auf ein Minimum reduziere. Durch die Ersparnis dieser nicht gemachten Ausgaben, versuche ich bis zum Ende der Reise den  imaginären Kredit auszugleichen und zuzsätzlich schon ein kleines finazielles Polster für die nächste Reise aufzubauen. Letzteres könnt ihr vergessen!

Ihr werdet meine Gedankengänge vielleicht für eine seltsame Sparmethode halten. Nach Darwin aber ist dies für mich eine logische evolutionäre Entwicklung, die aufgrund meiner Unfähigkeit zu sparen, diese Überlebensnische geschaffen hat.

Seitdem ich aufgrund meines Mißgeschickes in Bordeaux festsitze (siehe “Kann es schlimmer kommen – ja es kann”), hat sich mein imaginärer Reisekredit schlagartig verdoppelt, was natürlich eine Katastrophe ist. Ich rechnete nach und beschloß  höchstens 10 € pro Tag auszugeben.  So könnte ich mindestens 800 €  der ehemals geplanten Ausgaben sparen. Das war utopisch, denn allein die Telefonkosten und Internetgebühren, die für die Pflege meiner Reisewebseite anfallen, würden sich schon auf mindestens  5 – 10 € belaufen. Wenn ich euch hier mit Zahlen bewerfe, dann sind diese – wie auch mein oben kalkulierter Reisekredit – recht fiktiv. Zahlen sind mir langweilig. Mein Gehirn will nicht wirklich rechnen. Deshalb können diese Zahlen allerhöchstens relative aber nie reale Werte darstellen.  Vielleicht könnt ihr meine Kalkulationsweise verstehen, ich nicht.

Nachdem ich also 10 € pro Tag an Ausgaben als unmöglich erachtete,  erhöhte ich vorsichtshalber auf 15 € pro Tag. Intensives Nachdenken veranlasste mich nochmals, den angesetzten täglichen Bedarf auf 20 € pro Tag zu steigern. Danach ließ ich das Rechnen bleiben. Ich war einfach keine Maschine. Also machte ich es wie immer. Ich gab nicht auf und betrachtete, wie sich alles entwickeln würde.
2. Akt folgt!

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Geschrieben am Januar 8, 2010 - von reisekalle

Mittwoch 6.01.2010 – Winter in Bordeaux

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Hatte ich schon erwähnt, dass ich  nur für einen Tag  warme Kleidung, nämlich für die Fahrt in den Süden mitgenommen hatte? Jetzt saß ich schon den dritten Tag in Bordeaux fest. Und es wurde kälter. Heute hatte es sogar geschneit. Man sagte mir, dass es hier noch nie geschneit hätte. Entsprechend waren die Reaktionen. Es gab keinen Streudienst. Der Schnee blieb so lange liegen, bis er sich von selbst verabschiedete.

Man schaut durch zwei Baumreihen an der Esplanada de Quinconces. Es liegt Schnee

Winter in Bordeaux

Die Straßen waren so vereist,  dass die Menschen über die Zebrastreifen schlitterten und sich gegenseitig festhielten, damit sie nicht umfielen. Die Autos rutschten gerade mal so an den Straßenrand oder übten untereinander ungewollten Kontakt. 1986 gab es in Bordeaux das letzte Mal Schnee. Trotz dieses Desasters strahlten alle eine stoische Ruhe aus. Es war sowie so nicht zu ändern.

Ich wollte mit der Trambahn fahren, weil ich noch einmal zur Toyota-Niederlassung musste, um den Autoschlüssel, den ich aus versehen mitgenommen hatte, abzugeben. Ich saß ungefähr 90 Minuten  in der Trambahn fest. Genauer ausgedrückt, las ich sechzig Seiten in meinem Roman, bevor sie überhaupt losfuhr.  Der plötzliche Wintereinbruch hatte auch ihr einen Strich durch die Rechnung  gemacht.

Manchmal fühle ich mich wie ein Schildbürger. Oder kann es sein, dass ich langsam ein Tattergreis werde? Mir  geschehen so viele kleine Missgeschicke. Am Morgen suchte ich 15 Minuten vergeblich nach meinem Geldbeutel. Ich glaubte ihn schon verloren, was natürlich der Gipfel der ganzen Unglücksserie gewesen wäre. Ihr wisst ja, was in so einer Brieftasche alles steckt. Geld ist meistens das Geringste. Mastercard, Visacard und EC-Karte. Also alles, womit man Geld bekommen könnte, sofern etwas auf dem Konto liegt. Weiter ging es mit Führerschein, Kfz.-Schein, Personalausweis und Versicherungskarten, Dokumente mit denen man sich ausweisen könnte. In diesem Moment fühlte ich mich wie ein namenloses und geldloses armes Schwein.

Nachdem mich die ersten Schweißausbrüche überfielen und ich mit weichen Knien, wie ein gehetzter Hund, die Ecken meines Hotelzimmers durchstöberte, und nachdem ich schon damit rechnete mein Auto unbezahlt in der Werkstatt zurücklassen, in der Nacht Hals über Kopf aus dem Hotel fliehen und in der Kälte unter einer Brücke erfrieren zu müssen und überhaupt nie wieder glücklich zu werden, fand ich meinen Geldbeutel an einer Stelle, die ich nie für ihn verwenden würde.

Bevor ich zur Trambahn ging, trank ich schnell noch einen Kaffee im Frühstückszimmer des Hotels. Dann verabschiedete ich mich und machte schon meine ersten Schritte  auf der Straße, als meine Hand in der rechte Parkertasche verschwand um instinktiv sicher zu stellen, dass dort mein Hotelzimmerschlüssel ruhte. Stattdessen fand ich eine beunruhigende Leere bzw. am Grunde der Tasche ein Loch. Das Loch war neu. Die darauffolgende panikartige Suche nach vermissten Gegenständen, wie in diesem Fall nach meinem Schlüssel, schien dagegen Routine zu werden. Ich durch suchte jede erdenkliche Tasche meines Parkers und meiner Jeans. Es gelangte alles mögliche in meine wühlenden Hände, von kleinen Zettelchen bis hin zu gebrauchten Papiertaschentüchern, nur nicht der Schlüssel. Ich eilte zurück ins Frühstückszimmer und fand ihn am Boden.

Ihr werdet jetzt vielleicht lachen, wenn ich euch erzähle, dass mir nun einfiel, dass ich ja neben den Hotelschlüssel noch meinen Autoschlüssel transportierte, den ich bei der Toyota-Niederlassung abgeben wollte. Dieser hätte in der gleichen Tasche sein müssen und wenn nicht, dann wenigstens in einer der anderen Taschen, die ich durchsucht hatte. Mir war jedenfalls überhaupt nicht mehr zum Lachen zumute. Ich machte zurzeit nicht gerade den Eindruck, als ob ich zu einer längeren Reise fähig, geschweige denn überhaupt lebensfähig wäre. Wie weit kommt man denn, wenn man alle Viertelstunde nach einem neuen vermissten Gegenstand suchen muss. Ich möchte euch jedenfalls nicht weiter mit der Prozedur langweilen, die ich eben wegen meinem Hotelschlüssel hinter mir hatte und sich nun in Bezug auf meinen Autoschlüssel, diesmal vielleicht noch in einer größeren Panik als vorher, wiederholte. Ich suchte zusätzlich die Straße ab, ich suchte die Hoteltreppe bis in den dritten Stock ab und natürlich auch mein Zimmer. Endlich kam mir die Idee, dass ich diesen Schlüssel vielleicht an einen sichereren Ort, nämlich in der kleinen Seitentasche meines Fotorucksackes, den ich immer bei mir trug, gesteckt hatte. Ich brauche wohl nichts weiter dazu zu sagen.

Das nächste Missgeschick  folgte in der Trambahn. Nach vier Stationen stiegen plötzlich alle Insassen aus. Ich bemerkte es ohne zu reagieren, weil ich in mein Buch vertieft war, dachte mir letztendlich nichts dabei, weil wieder eine Menge Leute einstiegen. Ich hätte auf die innere Vorahnung hören sollen, die unterschwellig in mir aufgestiegen war, zumal auf dem anderen Gleis ebenfalls eine Trambahn stand, in welche die meisten Leute, die mich gerade verlassen hatten, einstiegen. Die Gewißheit, dass etwas nicht stimmte, hatte ich endlich, als mein Zug losfuhr. Es ging wieder zurück.

Anscheinend hatte der plötzliche Schneefall eine Störung verursacht, so dass die Straßenbahn nicht in einem Rutsch durchfahren konnte, sondern die Strecke für zwei Züge aufgeteilt werden musste. An der nächsten Station stieg ich also aus, wartete auf die  nächste Tram und fuhr wieder dorthin, wo ich hätte umsteigen müssen, was ich diesmal natürlich tat. Hier wartete ich erneut mindestens eine halbe Stunde oder länger, bevor es weiterging.
An der Endstation angekommen, wartete ich gar nicht erst auf den Bus, der mich ans endgültige Ziel bringen sollte. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, hier im Freien eine weitere  Stunde bei Minusgraden zu warten .  Ich lief den Rest der Strecke, besuchte schnell mein erstes Hotel um meinen kleinen Wecker abzuholen, den ich dort liegengelassen hatte, erledigte anschließend, was ich bei Toyota erledigen wollte und trat die Heimreise  an. Alles in allem benötigte ich – für diese normalerweise 40minütige Spritztour  - vier Stunden.
Am Nachmittag kam plötzlich die Sonne hervor, so dass ich statt am Laptop zu arbeiten, einen Spaziergang durch die Stadt vorzog.

Am späten Nachmittag betrat ich mein Hotel,  das ich zum guten Schluss erwähnen will. Es ist nicht nur  preisgünstig (33 € pro Nacht) sondern auch sauber  und  geräumig. Es ist eine bevorzugte Unterkunft für Studenten und Traveller, also eine entsprechend super Atmosphäre.
Hotel Studio
26, rue Huguerie
33000 Bordeaux

Tel: 05 56 48 00

Die Uhr zeigte erst 17:30 Uhr. Ich machte mir trotzdem eine Flasche Bordeaux-Wein auf und arbeitete so lange an meinem Laptop bis mich der gute Rote in eine selige Müdigkeit geleitete.
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Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle

Das Vorurteil über die Franzosen

Ich treffe immer wieder Deutsche, die mir erzählen, dass die Franzosen feindlich gegenüber uns eingestellt wären. Ich weiß nicht, wie sich diese Deutschen in Frankreich verhalten. Ich konnte diesbezüglich nichts negatives feststellen.

Wenn ich mit dem unpersönlichen Kontakt mit den Autofahrern auf der Autobahn beginne, dann muss ich sagen, dass die Franzosen wesentlich vernünftiger fahren als wir Deutschen. Es gibt kaum Raser, kaum welche, die dicht auffahren. Die Franzosen bewahren selbst in der Anonymität Kultur, während ich die deutschen Autofahrer etwas pupertär und hirnlos bezeichnen würde.

Ich kann auch nicht die Behauptung, dass die Franzosen, selbst wenn sie Englisch sprechen könnten, mit uns nicht englisch sprechen wollten, bestätigen. Alle, die ich traf, wollten  mit mir kommunizieren. Und bei allen, die mit mir französisch sprechen mussten, war ein Bedauern wegen dieser Verständnislosigkeit zu fühlen.

Bei einem Busfahrer hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass dieses besagte Vorurteil stimmen würde. Er kommunizierte ziemlich distanziert und sprach mit mir französisch als ob er keine andere Sprache duldete. Später aber, kurz bevor wir mein Ziel erreichten, winkte er mich während der Fahrt zu sich und erklärte mir, wo er gleich halten würde und in  welche Richtung ich laufen müsste um an mein Ziel zu kommen. Ich hätte ihm um den Hals fallen können. Und so ging es weiter. Jeder, den ich ansprach, nahm sich so lange Zeit, biß ich verstanden hatte, was ich verstehen musste. Egal ob er mit mir französisch oder englisch redete.

Ich glaubte immer, dass ich eigentlich ein Südländer, bevorzugt Spanier sei. Seit heute weiß ich, dass ich auch etwas vom Franzosen habe.
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Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle

Dienstag der 5.01.2010 – Es wird nicht nur schlimmer, es kommt zur Katastrophe.

Auch dieser Tag, war  zu aufregend, als dass ich ans fotografieren dachte.

Am nächsten Tag zahlte ich im Hotel Wilson für die Unterkunft, die Flasche Wein, ein Glas Bier und Internetzugang 115 €. Nun war ich schon bei 540 €. Damit hatte ich die Ausgaben für den ersten Reisemonat erreicht, ohne am Ziel angekommen zu sein. Da ich ein Mensch bin, der kein Geld behalten kann und daher auch nichts zurückgespart hat, so muss ich meine Reisen so planen, dass nichts schief gehen darf. Davon war ich nun weit entfernt.
Meine Kfz.Versicherung ist die HUK. Ich muss sie einfach erwähnen, weil in Bezug auf Auslandsschutz alles ganz schnell und ohne Probleme abläuft, mir ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt, Unterkunft organisiert wurde und vieles mehr. Ich fühlte mich gut aufgehoben und nicht allein. So hatte ich genügend Kraft einiges selbst zu regeln, was die HUK ebenfalls für mich geregelt hätte.
Ich erfuhr von ihr, das Deutsche bei französischen Werkstätten immer ganz an den Schluss der Reihe gestellt werden und oft einige Tage länger warten müssten, bevor sich etwas tut . Ich ging zum Toyotahändler, drückte ein wenig auf die Tränendrüsen, und bekam das Versprechen, dass mein Auto heute noch diagnostiziert würde. In der Zwischenzeit fand ich ein neues Hotel im Zentrum von Bordeaux, dass wesentlich billiger war, aber meinen Wünschen eher entsprach. Es war eine Absteige für Studenten und Traveller. Ich fühlte mich sofort wohl.
Dann kehrte ich zu Toyota zurück um meinen Land Cruiser auszuladen. Die Werkstatt hatte geschlossen, es war Mittagspause, so kehrte ich noch einmal in meinem ehemaligen Hotel ein um zu Mittag zu essen. Obwohl ich knapp bei Kasse war, ließ ich es mir gut gehen. Es gab Mittagsbuffet für 19,80 €. Später stellte ich fest, dass ich sogar günstig gegessen hatte. In Bordeaux selbst zahlte man zwischen 16 bis 25 € für eine Menu. Es hatte sich gelohnt. Das Essen war einmalig. Die französische Küche ist einfach Spitze. Ich konnte Essen so viel ich wollte, hielt mich aber zurück.  Ich aß nur zwei Hauptgerichte und zwei Desserts. Das erste Hauptgericht sah wie Geschnetzeltes aus,  roch aber wie Fisch und war Fisch. Es  schmeckte fantastisch. Als Beilage wählte ich ein bißchen Spargel, ein wenig Champignons, etwas Kartoffeln und alles so gänzlich anders, aber fantastisch zubereitet. Danach aß ich etwas, das wie Bauchfleisch aussah und vorzüglich zubereitet war. Dazu Kartoffeln, ähnlich wie Kroketten, aber besser.
Als weitere Beilagen Blumenkohl und Möhren auf französische Art zubereitet. Ich schwelgte im siebten Himmel, der durch die anschließenden Desserts noch eine Steigerung erhielt. Ich aß einen Pflaumenkuchen aus getrockneten Pflaumen, der meine Geschmacksknospen zu Höhenflügen anregte. Zu guter letzt nahm  ich etwas zu mir, das ähnlich wie ein Käsekuchen aussah, aber viel edler, viel feiner schmeckte. Die 19,80 € waren gut ausgegeben. Obwohl es mit der Flasche Wasser und dem Espresso, von dem ich dachte, dass er zum Buffet dazugehöre, 25 € ausmachte.
So, gut gestärkt, ging ich zu Toyota. Ich erhielt die Diagnose meines Autos, die Gewißheit, dass ich nun eine Woche in Bordeaux bleiben müsste, und die schaurige Aussicht, dass mich der ganze Spass 3280,00 € kosten würde. Es war die Einspritzpumpe, die mir diesen Streich spielte.
Damit hatte ich nun 90% meiner gesamten veranschlagten Reisekosten ausgegeben bevor ich die Reise richtig begonnen hatte. Dieses Trauma pflegte ich am Abend mit einer Flasche Bordeauxweines. Die Flasche ist nun leer, obwohl ich keinen Alkohol mehr trinken wollte und ich fühlte mich gut.

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Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle

Montag der 4.01.2010 – Kann es noch schlimmer kommen? – Ja, es kann!

Man möge mir verzeihen, dass ich an diesem Tag nicht in der Verfassung war, meine Reise mit Bildern zu dokumentieren.

Ich wachte am 4. Januar morgens um 8:00 Uhr auf. Es war noch dunkel und und mein Thermometer zeigte weiterhin minus 2 Grad an. Ich hatte erstaunlich gut geschlafen und unter meiner Bettdecke von der Kälte nicht viel mitbekommen. Somit war ich gut gelaunt.  Ich hatte noch 16 Stunden Fahrzeit vor mir. Die Fähre ging erst in 28 Stunden. Ich lag also gut in der Zeit. Alles lief bestens.

Die öffentlichen Toiletten auf den Autobahnparkplätzen waren im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich. Die Pissoirs befanden sich im Freien, zwar überdacht und hufeisenförmig mit Wänden umgeben, was aber keinen Schutz gegen die Kälte bot. Es gab sogar die Möglichkeit zum waschen und zum Rasieren. Ich zog das männliche Aussehen eines Ein-Tages-Bartes – und die Gefahr ein wenig zu müffeln – vor. Wahrscheinlich fahren die Franzosen im Winter auf der Autobahn keine längeren Strecken. Vielleicht sind sie jedoch abgehärteter als wir. Wahrscheinlich aber tragen sie, wenn sie länger unterwegs sind Windeln, wie die Chinesen , wenn diese um die Neujahrszeit auf Reisen sind.

Ich war noch etwas vom Schlaf betäubt, ein Zustand der sich schlagartig legte, als ich mein kleines Geschäft machte. Ich spürte sofort die eisige Kälte zwischen meinen Beinen. Außer dass ich endgültig wach wurde, hatte es, so hoffe ich,  keine weiteren Spätfolgen.

Diese kamen in einer ganz anderen Art. Mein Toyota sprang nicht an, bzw. benötigte er mehrere Versuche, was mich wunderte, weil die Batterien noch fast neu waren.

Ach, wäre es nur an diesen gelegen!

Während ich fuhr, bemerkte ich am Amaturenbrett das gelbe Warnsignal für den Motor. Ich rief sofort meine Toyotawerkstatt in Hanau an. Man beruhigte mich. Es sei kein größeres Problem. Ich könnte noch unbedenklich ein paar hundert Kilometer fahren, sollte dann aber eine Toyota-Werkstatt aufsuchen, um eine Diagnostik machen zu lassen. In meinem Serviceheft konnte  ich keine Toyota-Werkstatt in der Nähe ausmachen. Also fuhr ich auf die nächste Tankstelle um eine brauchbare Information zu bekommen.

Die Dame an der Kasse wollte sich darum kümmern, sobald sie das Problem wüsste. Sie konnte weder deutsch noch englisch und ich kein französisch. Also zeigte ich ihr das gelbe Warnblinklicht, dass plötzlich dunkel war. Eine schicksalshafte Sekunde.

Leider sprang auch mein Wagen ohne zögern an, so dass ich mich für die Störung entschuldigte und weiterfuhr. Vielleicht war es ja nur ein Wackelkontakt gewesen, eine kleine Unbekömmlichkeit meines Land Cruisers, der die feuchte Kälte ebenso hasste wie ich. Im Hinterkopf dachte ich an meine Fähre, die am nächsten Tag um 17:00 Uhr in Cádiz abfuhr. Wenigstens bis dorthin wollte ich kommen, um dann auf Lanzarote eine Werkstatt aufzusuchen. Während der Weiterfahrt, überdachte ich die ganze Sache. Ich beschloss bis hinter die spanische Grenze weiterzufahren und dort, weil ich der spanischen Sprache etwas mächtig, aber auch weil es dort wärmer war, eine Werkstatt aufzusuchen und bis dahin den Motor einfach nicht mehrauszumachen.

Es kam anders!

Nach zwei Stunden Fahrt – etwa 70 Kilometer vor Bordeaux und die Kälte hielt sich immer noch bei minus 1 Grad –  überfiel mich eine Müdigkeit, die mich zwang anzuhalten. Ich war nämlich für ein paar Sekunden eingeschlafen und befand mich plötzlich auf der linken Fahrspur. Gottseidank war die Autobahn fast leer. Ich hatte Glück. Ich befolgte jedoch dieses Warsignal und fuhr auf den nächsten Parkplatz um  zwei Stunden zu schlafen.

Dann begann die Katastrophe!

Mein Toyota sprang nicht mehr an. Als positiv denkender Mensch, konnte ich einfach nicht wahrhaben, dass ich meine Fähre verpassen und damit mein Ticket im Wert von 480 € verlieren würde. Also versuchte ich es immer wieder. Ich ließ meinen Toyota eine weile tuckern, machte dazwischen immer wieder einmal eine Gedenkpause oder eine Entspannung, in der ich mehr Spannung aufbaute, bis ich endlich zur Erkenntnis kam, dass ich mich abschleppen lassen müsste.

Und nun in Kürze:

Ich fand keine Notrufsäule aber ein Pärchen, dass ebenfalls eine Panne hatte. Sie bestellten für mich ebenfalls einen Abschleppdienst. Noch konnte sich alles in einem Zeitraum von 10 Stunden klären. Man könnte auf die Schnelle eine Leitung auswechseln oder eine Sicherung. Selbst wenn es etwas größeres wäre, dass mich 500 € kosten würde, was ich nicht hoffte, hätte ich immer noch genügend Zeit um die Fähre zu erreichen. Der Abschleppdienst kam in einer Stunde. Ich hatte immer noch genügend Zeit. Wir machten auf einer Zwischenstation halt um die Formalitäten zu erledigen. Das kostete mich bereits 145 € und was weitaus schlimmer war, weitere 2 Stunden. Dann ging es nach Bordeaux, was mich noch einmal 280 €, also insgesamt 425 € kostete. Als wir beim Toyotahändler ankamen war es 16:00 Uhr. Um 19:00 war Geschäftsschluss. Die Mechaniker hätten also drei Stunden Zeit um das Problem zu diagnostizieren und zu beheben. Selbst wenn ich erst um 24:00 Uhr, dann aber ohne Pause, weiterfahren würde, könnte ich meine Fähre rechtzeitig erreichen.

Dann kam das aus.

“Heute ist keine Diagnose möglich.Vielleicht morgen. Vielleicht auch übermorgen”. Ich war sprachlos, am Boden zerstört und kurz vor dem Heulen. Glücklicherweise fand sich 3 Minuten vom Toyotahändler ein Hotel, das noch ein Zimmer für höchstens eine Nacht hatte. Ich musste jedenfalls nicht unter den Brücken schlafen und hatte die Hoffnung, dass ich vielleicht morgen weiterfahren könnte.

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Geschrieben am Januar 7, 2010 - von reisekalle

Am 03.01.2010: Kann es schlimmer kommen?

Reisekalle steht mit seinem Toyota vor dem Eingang seiner Physiotherapiepraxis. Logo, Name und Anschrift sind auf dem Gebäude im Hintergrund zu sehen. Reisekalle ist warm angezogen, mit Jeans, Parker und Mütze. Es hat geschneit

Die Reise beginnt

Zuerst wollte ich ja schon am 2. Januar, nachmittags, losfahren. Irgenwie gab es jedoch so viel zu erledigen,dass aus dem Nachmittag längst später Abend geworden war.”Na ja, dann packe ich morgen, im Laufe des Vormittags mein Auto und fahre gemütlich ab 13 Uhr los”, so dachte ich.

Zeitliche Verschiebungen scheinen bereits eine feste Institution in meiner Organisationsstruktur geworden zu sein. Denn auch diesmal entwickelte sich aus dem geplanten 13 Uhr eine vierstündige Verzögerung.

Endlich war es soweit! Schnell noch ein Abschiedsfoto und los gings.

Ich hatte geglaubt, dass ich für die nächsten Tage nichts besonderes zu schreiben hätte, außer “ich fahre auf der Autobahn” und “ich übernachte auf dem Autobahnparkplatz”. Dies hätte sich zweimal wiederholt, wobei zum Schluss das Übernachten auf dem Parkplatz eine dramatische Änderung in “ich warte auf die Fähre” erfahren hätte. Es kam, leider, ganz anders.
Anfangs verlief alles normal. Fast normal! Ich erwartete ja – wir sind jetzt wieder am 3.Januar und ich auf der Autobahn – dass sich die Temperaturen, je weiter ich in Richtung Süden fuhr, langsam erhöhten. Ich wäre ja mit 1 Grad auf 300 Kilometern zufrieden gewesen. Dass es aber erst einmal in die umgekehrte Richtung von 0 Grad in Hanau auf – 4 Grad in Frankreich abfiel, erzeugte in mir ein wenig Mißtrauen. Konnte es sein, dass mich mein Navi in eine falsche Richtung schickte? Immerhin war es schon 4 Jahre alt und wußte vielleicht nicht mehr, wo Cádiz liegt. Jetzt erinnerte ich mich, dass ich einen Bordkompass hatte. Ein Blick darauf verschlug mir fast die Sprache, wenn ich jemanden zum sprechen gehabt hätte. Mein Kompass zeigte tatsächlich nicht nach Süden, sondern nach Westen und manchmal sogar erschreckend nach Nordwesten.
Es soll ja mittlerweile Menschen geben, die das Denken aufgegeben haben und alles , was so ein Navi oder auch andere Institutionen und Paragraphen vorschreiben, voller Hörigkeit machen . Manche drehen auf der Autobahn, wenn eine süße Frauenstimme aus dem Display “bitte wenden” befiehlt. Ich überprüfte lieber eimal, wohin mich mein Navigationsgerät zu führen gedachte.
Hätte ich früher kontrolliert, dann wäre ich lieber über Straßburg gefahren. Schon allein deswegen, um die lästigen Autobahngebühren in Frankreich zu verringern. Nun war ich aber auf dem Weg über Paris, das nun wirklich nicht im Süden lag.  Erst hinter der französischen Hauptstadt wurde  die Straßenführung so gnädig, mich langsam in die ersehnte Richtung fahren zu lassen.
Bevor ich nun fortfahre, möchte ich ein kleines Erlebnis loswerden, dass sich gegen 21:30 Uhr in einem Außenbezirk von Paris ereignete. Mein Tank war fast leer und just verpasste ich die Einfahrt einer Tankstelle, bei der ich gerade noch aus dem Augenwinkel erkennen konnte, dass der Diesel nur 1:07 € kostete. Das war ein guter Preis, denn sonst hatte ich nur Angebote  zwischen 1:15 € und 1:16 € gesehen. Also schlussfolgerte ich, dass hier die Großstadtpreise günstiger sind, wie es ja auch bei uns in Frankfurt der Fall ist. Ich erhöhte meine Konzentration, damit mir das vorhergehende Mißgeschick nicht noch einmal passieren würde. Leider näherte ich mich schon der Stadtgrenze und es gab anscheinend keine Aussicht auf eine Tankstelle. Dummerweise schien mein Navi die in Deutschland so bequeme Funktion der Tankstellensuche nicht für Frankreich bereitzustellen. Mir blieb nichts anderes übrig, als auf dem kleinen Display Tankstellensymbole zu finden und ähnlich wie beim Schiffe versenken Treffer zu landen. Fast eine Stunde benötigte ich für diese Prozedur. Die ersten zwei Tankstellen hätte ich fast übersehen, weil sie schon dunkel waren. Nun ja, es half mir auch nicht weiter, weil eine dunkle Tankstelle einfach bedeutet, dass es hier kein Benzin gibt. Jedenfalls nicht um diese Zeit. Man stelle sich vor: in Paris! Unmöglich! Selbst in unserer verschlafen Kleinstadt Hanau gibt es mehrere Tankstellen, die 24 Stunden geöffnet haben. Und nun irrte ich verzweifelt in dieser Weltstadt umher.
Die dritte Tankstelle lud mich mit ihrer Beleuchtung zu einem Tankversuch ein. Natürlich nahm ich dankend an. Etwas störrisch wollte der Automat meine Kreditkarte erst nicht akzeptieren, scheiterte dann aber an meiner Beharrlichkeit. Letztendlich behielt er die Oberhand, weil er mir kurz darauf hämisch – so bildete ich es mir jedenfalls ein – mitteilte, dass die Dieselzapfsäule nicht funktionstüchtig sei. Dies war nun der Moment, in dem ich beinahe etwas gemacht hätte, wofür ich normalerweise ganz naiv
ausschließlich irgendwelche Randalen verantwortlich machen würde.
Nun hatte ich bei dieser Suchaktion so viel Sprit verfahren, dass ich mir nicht sicher war, ob ich rechtzeitig die nächste Autonbahntankstelle erreichen könnte. Also gab ich in meinem Navi Hanau als Zieladresse ein, in der Hoffnung, dass ich die zuerst gesichteten Tankstelle wieder träfe. Das war dann auch der Fall. Leider muss ich zu meinem Nachteil gestehen, dass ich noch dreimal wie im Kreisverkehr dicht an der Dieselausgabestelle vorbeigefahren bin.Das erste Mal, weil ich die Einfahrt zum zweiten Mal verpasste. Danach führte mich das undurchsichtige Straßensystem immer nur dicht an derTankstelle vorbei aber nie darauf.
Schließlich tankte ich doch noch, aber für 1,16 € statt 1,07 €, wie ich es im Kopf hatte und fragte mich nun, ob ich nicht vielleicht doch eine andere Tankstelle gesehen hatte oder ob ich in dem ganzen Streß auf einem ähnlich großen Schild die Frequenzangabe eines Radiosenders von 107,7 MHz mit dem Dieselpreis verwechselt hatte. Egal!
Endlich war ich wieder auf meiner Route in Richtung Cádiz. Kurz nachdem ich an der Stelle vorbeigekam, an der ich wegen der Suche nach Sprit die Autobahn verlassen hatte, traf ich auf eine Tankstelle mit einem Dieselpreis von 1,13 €. Ironie des Schicksals.
Ich fuhr noch bis 1 Uhr nachts, in der Erwartung, dass endlich die Temperaturen steigen würden. Schließlich erkannte ich die Auswegslosigkeit und schlief  bei -2 Grad auf einem Autobahnparkplatz kurz hinter Tours.
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Geschrieben am Januar 3, 2010 - von reisekalle

Outdooraktivitäten – Von den chaotischen Anfängen bis zur Perfektion

Am Anfang dachte ich es mir easy. Ein bisschen herumreisen, die Welt anschauen, fotografieren und den lieben Gott Gott sein lassen. Pustekuchen!


Reisekalle in Outdoormontur. Er steht auf einer Wiese. Büsche unscharf im HIntergrund. Er steht lässig, in leichter Schrittstellung und die Arme auf dem Rücken verschränkt. Er trägt eine Wolfskin-Jacke., Sonnenbrille und eine Schirmmütze.. Träumerisch schaut er in den Himme.l.

Reisekalle träumt vom Reisen

Anfangs schaute ich noch frohgemut in den Himmel. Später merkte ich, dass Reisen, wenn ich es ernsthaft anging, kein Zuckerschlecken war. Eine Matratze im Auto war mein Schlafplatz. Auf meinem Bett war das Reisegepäck wahllos verstreut. In den Zeiten des Zubettgehens und des Aufstehens gab es daher ein ständiges Umplatzieren. Eine Tatsache, die mich, der ich die

Reisekalle liegt auf der Ladefläche seines Land Cruisers. Er ist halb mit seinem Schlafsack bedeckt. Der leicht erhobene Kopf und seine Füße schauen hervor.at den Kopf leicht erhoben. Das waren die Anfänge seines mobilen Schlafzimmers.

Die Anfänge meines mobilen Schlafzimmers

Ordnung liebte,  aber mit den Genen eines chaosmachenden Individuums bestückt war, fast zum Wahnsinn trieb.

Meine Waschgelegenheit bestand aus ein paar Wasserkanistern. Es war nicht gerade erhebend, wenn ich in der einen Hand den Wasserbehälter über mich hob und mit der anderen Hand versuchte, die Seifenflüssigkeit sinnvoll über meinen Körper zu streichen, danach abzuspülen und noch darauf zu achten, dass das Seifenwassern nicht in der Erde versickerte.

Mehrere Fünf-Liter-Wasserflaschen vor dem Hinterrad des Länd Cruisers. Davor ein paar Waschutensilien. Neben dem Rad hängt ein in rosa gestreiftes Badetuch

Am Anfang waren die Wasschszenarien ziemlich urig.

Reisekalle - links im Bild - sitzt am einem Holztisch im Wald und arbeiten an seinem Laptop. Rechts steht der Land Cruiser. Davor liegt der Fotorucksack und andere Gepäckstücke.

Ein Versuch, im Freien zu arbeiten.

Mein Büro baute ich in der freien Natur auf. Gegen frische Luft war ja nichts einzuwenden. Leider legte sich abends Feuchtigkeit auf die elektrischen Geräte und ich wusste, dass diese – bei aller Freundschaft mir gegenüber- bald streiken würden.

So kaufte ich  mir ein Zelt. Damit war das Problem mit der Feuchtigkeit behoben. Ich hatte einen guten Schutz. Die Schlafstätte behielt ich weiterhin im Wagen. Nun hatte

Innenraum meines Zeltes. Im Hintergrund steht in der Mitte ein Tisch mit Laptop. An der linken und rechten Zeltwand reihen sich verschieden Gepächstücke, wie Kamerarucksack, Reisetasche und vieles mehr. Es sieht recht chaotisch aus.

Im Zelt spielte sich immer eine gewisse Unordnung ab.

ich das Problem mit dem Zelt auf- und abbauen. Ich bin eher ein Träumer und ein Abenteurer als ein praktisch und handwerklich veranlagter Mensch. Nicht, dass ich technische Probleme nicht bewältigen könnte. Ich machte sie einfach missmutiger, freudloser und daher auch umständlicher.  Meine Gene verbieten es mir einfach in dieser Richtung tätig zu werden. Ich bekomme Koordinationsstörungen und Schweißausbrüche. Die Stunde, die ich für das Zeltaufbauen benötigte, war wie ein Leben in der Hölle. Das Zeltabbauen war auch nicht viel besser. Kurz und gut: Das Auf- und Abbauen des Zeltes benötigte viel zu viel Zeit. Nachdem ich ein paar Male diese Prozedur hinter mich brachte, da wusste ich , dass es für mich nur zwei Möglichkeiten gäbe: Das Zelt oder das Reisen aufgeben. Ich muss noch erwähnen, dass ein Hotel oder eine Pension als Alternative für mich nicht nur zu teuer sondern auch zu langweilig ist. Ich betrachte Hotels als Ghettos für Touristen und Geschäftsleute. Es gibt hier nicht viel zu erleben,außer vielleicht einen Seitensprung und ein All-inclusiv-Paket, dass mich zwingt soviel wie möglich zu essen und zu trinken.

Reisekalle arbeitet an seinem Laptop im Zelt. Die Rückwand des Zeltes ist zwecks Durchlüftung geöffnet, so dass man Büsche sehen kann.

Das Zelt verhindert, dass sich abends Feuchtigkeit auf die elektronischen Geräte legt.

Schließlich kam mir der blendende Einfall, meinen Land Cruiser als mobilen Schlaf- und Arbeitsplatz auszubauen. Alle Probleme waren gelöst. Das Zelt war Vergangenheit. Ich habe nun genug Stauraum. Alle Gepäckstücke sind fein säuberlich sortiert und ich muss vor dem Schlafengehen nicht immer mein Bett umräumen.

Blick in meinen Land Cruiser durch die geöffnete Hecktür. Rechts ist mein Bett. Links reicht ein Regalsystem fast bis zum Dach des Autos. Auf der Heckseite sind vier Spiegelfliesen befestigt. Auf einem kleinen Vorsprung stehen von links nach rechts vor den Spiegeln eine Toilettenrolle, ein Rasierpinsel  und eine lindgrüne Tasse mit Naßrasierer und Zahnbürste.

Mein Land Cruiser ist perfekt ausgebaut

Nun kann ich überall stehen bleiben, wo ich lustig bin. Ich bin an keinen Ort gebunden. Das ist absolute Freiheit. Heute beginne ich meine große Reise. Bald werde

Blick von der Fahrerseite auf mein mobiles Büro. Im Cockpit meines Land Cruisers ist der Beifahrersitz ausgebaut. Statt dessen wurde eine Arbeitsplatte eingebaut, auf die ich bequem mit Laptop arbeiten kann.

Ein perfektes Outdoorbüro

wissen, ob das Leben auf diesem engstem Raum gut ist, oder ob ich mir etwas neues einfallen lassen muss. Mal sehen! In ca. drei Stunden werde ich losfahren. Ausgerechnet heute zeigt mir der Winter, dass er noch nicht verlernt hat ein Winter zu sein. Es schneit unaufhörlich. Ich bin auf die Straßenzustände gespannt. Ich kann jedoch nicht länger warten. Ich muss fahren, sonst verpasse ich die Fähre nach Arrecife.

Und dann sch… ich auf die Kälte in Deutschland!

Das braungebrannte Gesicht von Reisekalle - fast bildfüllend, vor blauem Himmel - ist zu sehen, und zwar von den Augen abwärts bis zum bärtigen Kinn. Die Augen sind nur zur Hälfte zu sehen. Ganz groß und dominieren zieht auf der linken Bildseite Reisekalles Stinkenfinger die Aufmerksamkeit auf sich.

Sch... auf den Winter!

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Geschrieben am Januar 1, 2010 - von reisekalle

1001 kleine Schritte für eine gute Tat

Der kleine Schritt
Reisekalle hat seine Kamera auf der rechten Schulter umgehängt. In der linken Hand benutzt er das Stativ als Spazierstock. Er läuft in Richtung rechte untere Bildecke. In einer Gedankenblase vollzieht er die vielen kleinen Schritte, die zu einer guten Tat führen können.

Die ersten kleinen Schritte für eine gute Tat

Ein kleiner Schritt ist nicht so anstrengend wie ein großer. Er fällt kaum ins Gewicht. Wenn viele einen kleinen Schritt machen, so kann dieser kleine Schritt zu einem mächtigen Werkzeug werden und viel bewirken. Wenn ihr alle einen kleinen Schritt wagt, habt ihr die Möglichkeit sowohl meine Webseite zu unterstützen als auch eine soziale Einrichtung im Ausland. Im Gegenzug habt ihr die Möglichkeit einen einwöchigen Pauschalurlaub und eine CD mit den aktuellen Highlightbilder zu gewinnen. Der kleine Schritt kostet nur 5 €.


Die gute Tat
Meine Webseite ist kostenlos. Jeder kann sie nutzen. Damit es weiterhin so bleibt, hoffe ich, dass mich bald Sponsoren finanzieren werden.
Wenn euch meine Seite gefällt, so könnt ihr mich auf zweierlei Arten unterstützen.
Macht ein wenig Werbung und erzählt es vielen Freunden. Denn wenn viele auf meine Seite gehen, dann wird sie für Sponsoren interessant.
Oder:
Ihr könnt mich mit 5 €, die ihr über Paybal einzahlt unterstützen.

Das gibt es zu gewinnen
Jeder, der mindestens 5 € einzahlt und zwei weitere Interessenten findet, die 5 € einzahlen, bekommt am Ende des Reiseprojektes eine CD mit den Highlightbildern der aktuellen Reise. Die CD wird mindestens 300 Bilder mit hoher Auflösung enthalten, so dass ihr sie ohne weiteres in DINA3-Format oder sogar größer ausdrucken könnt.
Jeder, der 5 € einzahlt – unabhängig davon, ob er zwei weitere Interessenten gefunden hat –  hat die Möglichkeit am Ende des Reiseprojektes an der Verlosung eines einwöchigen Pauschalurlaubs teilzunehmen.

Es gibt aber eine Bedingung: Siehe  nächsten Abschnit
t!

1001 kleine Schritte für eine gute Tat
Die Verlosung findet nur dann statt, wenn mindestens 1001 Menschen zusammengekommen sind, die mich mit 5 € unterstützt haben.
Sobald 1001 oder mehr CDs verschickt werden können, möchte ich für jede CD mindestens 1 € also insgesamt mindestens 1001 € an eine soziale Einrichtung, an ein Umwelt- oder Tierschutzprojekt meines aktuellen Reisegebietes stiften. Ich werde das Geld persönlich an die zuständige Person der ausgewählten Institution übergeben und eine kleine Bildreportage die Ziele und Praxis dieser Institution.
Ich versuche der Fluss der Spendengelder so transparent wie möglich zu halten.


Über Vorschläge von eurer Seite würde ich mich freuen.

Der Zeitrahmen
Jede Spendenaktion mit CD-Versand, Verlosung und Übergabe der Spendengelder ist an die Dauer des aktuellen Reiseprojektes gekoppelt. Das Reiseprojekt wird jeweils im Reiseblog als auch „Über mich“ vorgestellt. Im

reisekalle ist am Ziel angekommen. Er steht unter der Zielfahne und spreizt seine Arme voller Freude gegen den Himmel. Die Zuschauer um ihn herum jubeln.

1001 Schritte sind vollbracht.

letzteren Fall stehen die aktuellsten Reiseprojekte immer am Ende des Artikels.

Die Verlosung und Bekanntgabe des Gewinners findet am letzten Tag des aktuellen Reiseprojektes statt. Da für das Projekt Kanarische Inseln ein Zeitraum von Januar bis Mai 2010 veranschlagt wurde, ist somit der der 31. Mai festgelegt. Der genaue Termin wird auch noch einmal in „1001 Schritte für eine gute Tat“ oder im Reiseblog bekannt gegeben.
Das Reiseziel des Pauschalurlaubs richtet sich nach dem Zeitpunkt, an dem der 1001. Empfänger feststeht. Wenn ich mich zu diesem Zeitpunkt in Gran Canaria aufhalte, dann ist das Reiseziel des gewonnen Pauschalurlaubs Gran Canaria.
Ebenso hängt die Wahl der unterstützten Einrichtung von dem Zeitpunkt ab, an dem der 1001. Spender mindestens 5 € eingezahlt hat. Wenn ich mich zu diesem Zeitpunkt in Fuerteventura aufhalte, dann wird eine soziale Einrichtung auf dieser Insel unterstützt.

Auch hier bin ich für Anregungen dankbar.

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