Archiv für Juli, 2010
Geschrieben am Juli 30, 2010 - von reisekalle
4. Tag: Rund um Geba
Geschrieben am Juli 28, 2010 - von reisekalle
3.Tag: Gutgehen lassen
Striptease am Morgen
Die schönste spätbarocke Kirche Ostdeutschlands
Die Kirche St.Peter und Paul soll eine der schönsten spätbarocken Kirchen Ostdeutschlands sein. Leider war die Kirche um diese Zeit noch nicht geöffnet. Ich wollte nicht warten. Dieser Tag versprach nämlich wieder richtig heiß zu werden und daher wollte ich die kühlen Morgenstunden für meine Wanderung nutzen.
Dermbach in der Morgendämmerung–
Extratour Vorderrhönweg
Hunger und Durst
Während ich zu Hause ständig Hunger oder besser gesagt Appetit habe, interessiert mich das Essen – wenn ich unterwegs bin – nur am Rande.  Bei meinen Wanderungen habe ich selten mehr als nur eine Wasserflasche dabei. Den Rest meines Rucksacks füllt die Kameraausrüstung. Wenn ich jedoch ein nettes Restaurant finde, gehe ich auch mal essen. So erging es mir an diesem Tag am frühen Nachmittag, als ich durch Kaltennordheim bummelte. Ich sah ein Café und mir fiel ein, dass ich heute noch keinen Kaffee getrunken hatte. Als ich so ganz nebenbei die Speisekarte studierte, zwangen mich quasi die regionalen Angebote zu einer Bestellung. Leider habe ich den Namen des Gerichtes vergessen. Es half auch nichts, dass ich am nächsten Tag noch einmal dort speiste und mir den Namen einzuprägen versuchte. Ich hätte es mir aufschreiben sollen. Der Name hatte irgendein Anhängsel mit …flüh oder …floh. Dieses FleischFlühFloh war tatsächlich eine Geschmackserkenntnis. Hackfleisch im Kartoffelteigkloss. Ich würde mich freuen, wenn jemand aus der Thüringer Rhön, der diesen Artikel liest, mir eventuell den Namen dieses Gerichtes offenbaren könnte.
Sehenswürdigkeiten in Kaltennordheim und in Kaltensundheim
Mangel an Übernachtungsplätzen
Geschrieben am Juli 26, 2010 - von reisekalle
2. Tag: Wandern und Stadtbesichtigungen
Auf dem Keltenpfad
Vacha
Anschließend besuchte ich ein paar Städtchen. Vacha gefiel mir am Besten. Vielleicht lag es an der Frühe des Tages, denn die Stadt ließ zu diesem Zeitpunkt keine Hektik über ihre Grenzen. Eine idyllische Ruhe lag über dem  großen langgestreckten und freundlichen Marktplatz. Hoch auf dem Turm hatten sich zwei Störche gemütlich eingerichtet.
Breitungen an der Werra und Wasungen
Zwei weitere nennenswerte Orte auf meiner Route waren Breitungen an der Werra und Wasungen.In Breitungen gefielen mir die kleine Kapelle und das Renaissanceschloss, dass zusammen mit der romanischen Basilika eine schönes Ensemble bildete. Wasungen war ebenfalls ein schönes Städtchen. Die Durchgangsstraße war zurzeit Baustelle und minderte ein wenig die Idylle. Die sengende Hitze tat ihr übriges.
Eine Flasche Rotwein für mich allein
Den Rest des Tages fuhr herum und schaute mir die Gegend an. Immerhin gewährte mir meine Klimaanlage eine erholsame Kühle. Zufällig entdeckte ich einen schönen geräumigen Parkplatz am Waldrand, in der Nähe von Dermbach. Er war von der Straße zurückgesetzt und bot einen fantastischen Blick auf die Vorderrhön. Es war gegen 21.00 Uhr und ich beschloss hier zu übernachten. Ich traf dort einen Reisenden, der ebenfalls in seinem Auto zu übernachten schien. Ich versuchte ein Gespräch, dass jedoch nicht recht in die Gänge kam. Also ließ ich es bleiben, bereitete meinen Wagen für die Nacht vor und trank meine Flasche Wein allein.
Geschrieben am Juli 23, 2010 - von reisekalle
Freiheit
Ich werde mich hüten, jemals wieder irgendwelche Vorhaben oder Pläne preiszugeben, geschweige denn zu glauben, dass ich sie durchführen würde. Jedenfalls nicht zu den vorgenommenen Terminen. Es gibt zu viele unbekannte Faktoren, die Einfluss auf meine Wünsche und Ziele haben. Ich werde also schweigen und mich erst zu Wort melden, wenn eine Handlung aktuell geworden ist.
Und siehe da, plötzlich entschied ich mich von heut auf morgen abzuhauen.
Dummerweise kam mir dieser Gedanke 11 Tage vor einem wichtigen Treffen, an dem ich wieder zurück sein musste. Immerhin hatte ich 11 Tage zur Verfügung. Ich packte mein Auto und fuhr los. Endlich lief einmal alles reibungslos. Mein Toyota hielt durch. Mein Internet funktionierte. Ich hatte nur die Maus vergessen, so dass die Bildbearbeitung ein wenig umständlich gewesen wäre. Ich hatte so wie so keine große Lust zu arbeiten.
Selbst das Wohnen auf ca. 3 qm Fläche in meinem Land Cruiser hielt ich durch, ohne ein einziges Mal auf ein Hotel oder eine Pension zurückzugreifen. Immerhin hatte ich einen riesigen Vorgarten zum austoben.  In den ersten Tagen hieß dieser Garten Rhön, später Falkenhöhe. Zweimal nistete ich mich auf einem Campingplatz ein um Wäsche zu waschen und vor allem wegen dem Luxus, mehr als 5 Liter Wasser für die Körperpflege zur Verfügung zu haben. In Meiningen blieb ich sogar über Nacht. Die Schranke an der Einfahrt konnte 24 Stunden am Tag betätigt werden. Der Platz war nicht einmal zur Hälfte besetzt. Ich hatte  viel Bewegungsfreiheit.
In Rothenburg ob der Tauber verließ ich - obwohl ich für die Übernachtung bezahlt hatte - den Campingplatz bereits nach zwei Stunden. Ich kam gegen 17.00 Uhr dort an. Nachdem ich mich geduscht und zwei Bier getrunken hatte, packte mich das Grauen. Eine Parzelle war dicht an die nächste gereiht. Auf jeder Parzelle eine Familie oder ähnliches. Es erinnerte mich an die langweiligen Einfamilien- und Reihenhaussiedlungen mit ihren noch langweiligeren Vor- und Hintergärten. Spießigkeit hoch drei. Vor allem störte mich die Tatsache, dass dieser Campingplatz – wie viele andere in Deutschland – zwischen 22 Uhr abends und 8 Uhr morgens nicht mit dem Auto verlassen werden konnte, quasi ein Gefangenenlager. Jeder Hauch von Freiheit, Abenteuer und Spontaneität schien ausgelöscht. Ich ergriff die Flucht, bevor die Schranken schlossen.
Geschrieben am Juli 22, 2010 - von reisekalle
1. Tag: Überraschung in Sünna
Eigentlich wollte ich schon am Abend vorher aufbrechen. Es wurde mir jedoch zu hektisch und ich beschloss am nächsten Vormittag zu starten. Aus dem Vormittag wurde Nachmittag. Ich weiß nicht, warum ich so schwer in die Gänge komme, bzw. warum immer so viel erledigt werden muss. Die Welt dreht sich doch trotzdem weiter.
Diese Kirche in Sünna war eine von diesen wenigen, welche mir diese besondere Atmosphäre bescherte. Ich hatte das Glück, dass die Kirche verschlossen war, ich also dem Hinweis auf dem kleinen Zettel im Schaukasten folgen musste  und den Schlüssel im benachbarten Pfarrhaus verlangte. Der Pfarrer gab mir nicht nur den Schlüssel, sondern sogar eine persönliche Führung durch die Kirche. Obwohl ich ihn nicht nach seinem Namen gefragt hatte, wird er für mich kein Namenloser bleiben. Seine Begeisterung, mit der er die Geheimnisse der Kirche offenbarte, wurde mir zur dauerhaften Erinnerung. Die Zeit verging wie im Fluge.  Von der Flut der Informationen  kann ich nur das wichtigste in Bruchstücken wiedergeben: Obwohl die Kirche in romanischer Zeit erbaut wurde, weist sie den untypischen Grundriß eines Kreuzbaus auf. Diese Bauweise findet man bei Kirchen aus dieser Zeit nur, wenn ihnen eine hohe Bedeutung zukommt, die in diesem Fall aus der Größe und der Geschichte des Dorfes nicht ersichtlich ist. Ein weitere Besonderheit ist die programmatische Zusammenstellung der Bilder, die hier zu finden und  in Deutschland einzigartig ist. Interessierten empfehle ich selbst vorbeizukommen und sich beeindrucken zu lassen.
Der große Parkplatz am Point Alpha am Waldrand sollte meine Übernachtungsstelle werden. Dieser entpuppte sich als weniger einsam als gedacht. Da das Museumgelände nur bis 18 Uhr geöffnet war, hatte ich nicht erwartet, dass das Restaurant innerhalb dieses Geländes zu so später Zeit Gäste bewirtete. Aus reiner Vorsichtsmaßnahme übernachte ich im Freien nie dort, wo man mich sehen oder vermuten kann. Ich fuhr also vom Parkplatz aus querfeldein bis mich die Dunkelheit verschluckte.






