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Landschaftsbilder, Reisebilder, Reiseblog

Posted on Juli 22, 2010 - by reisekalle

1. Tag: Überraschung in Sünna

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Eigentlich wollte ich schon am Abend vorher aufbrechen. Es wurde mir jedoch zu hektisch und ich beschloss am nächsten Vormittag zu starten. Aus dem Vormittag wurde Nachmittag. Ich weiß nicht, warum ich so schwer in die Gänge komme, bzw. warum immer so viel erledigt werden muss. Die Welt dreht sich doch trotzdem weiter.

Es war also 14 Uhr als ich im Auto saß. Gegen 15.30 erreichte  ich mein Ziel. Das Ziel hieß Sünna, ein kleines Dorf in der nördlichen Rhön. In erster Linie wollte ich wegen dem Keltenpfad – einem ca. 18 km langen Premiumwanderweg – und wegen dem Keltendorf dort hin. Ein unerwartetes Hinweisschild machte mich neugierig auf die kleine Dorfkirche und entpuppte sich im Nachhinein als der uneingeschränkte Höhepunkt dieses Tages.

Die Kirchenkunst bietet immer wieder erbauliche Überraschungen und die alten Kirchen – wenn sie nicht gerade eine Touristenattraktion sind – einen besonderen Ort der Ruhe und des Seelenfriedens. Vor allem kann man in manchen alten kleinen Dorfkirchen – nur dort, fernab jedes überdimensionalen Prunks –  diese besondere Atmosphäre finden, die nicht zu beschreiben ist. Man muss sie persönlich erfahren.
[Mit PicLens anzeigen]
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Kirche in Sünna

Diese Kirche in Sünna war eine von diesen wenigen, welche mir diese besondere Atmosphäre bescherte. Ich hatte das Glück, dass die Kirche verschlossen war, ich also dem Hinweis auf dem kleinen Zettel im Schaukasten folgen musste  und den Schlüssel im benachbarten Pfarrhaus verlangte. Der Pfarrer gab mir nicht nur den Schlüssel, sondern sogar eine persönliche Führung durch die Kirche. Obwohl ich ihn nicht nach seinem Namen gefragt hatte, wird er für mich kein Namenloser bleiben. Seine Begeisterung, mit der er die Geheimnisse der Kirche offenbarte, wurde mir zur dauerhaften Erinnerung. Die Zeit verging wie im Fluge.  Von der Flut der Informationen  kann ich nur das wichtigste in Bruchstücken wiedergeben: Obwohl die Kirche in romanischer Zeit erbaut wurde, weist sie den untypischen Grundriß eines Kreuzbaus auf. Diese Bauweise findet man bei Kirchen aus dieser Zeit nur, wenn ihnen eine hohe Bedeutung zukommt, die in diesem Fall aus der Größe und der Geschichte des Dorfes nicht ersichtlich ist. Ein weitere Besonderheit ist die programmatische Zusammenstellung der Bilder, die hier zu finden und  in Deutschland einzigartig ist. Interessierten empfehle ich selbst vorbeizukommen und sich beeindrucken zu lassen.

Als ich die Kirche verließ war es schon ziemlich spät, ca. 18 Uhr. Dennoch beschloss ich die geplante Wanderung durchzuziehen. Ich war froh, als sich herausstellte, dass der Keltenpfad nicht als Rundwanderweg, sondern in Form einer Acht angelegt war. So erreichte ich bereits nach 11 Kilometern meinen Ausgangspunkt. Andernfalls hätte mich die Dunkelheit erwischt und ich hatte weder Taschen- noch Stirnlampe dabei.
Landschaft in der Rhön. Blick vom Keltenpfad  auf die fernen Kuppeln der Rhön. Davor ist weite Wiesenlandschaft mit vereinzelten Bäumen und Büschen zu sehen.

Landschaft in der Rhön. Blick vom Keltenpfad

Der große Parkplatz am Point Alpha am Waldrand sollte meine Übernachtungsstelle werden. Dieser entpuppte sich als weniger einsam als gedacht. Da das Museumgelände nur bis 18 Uhr geöffnet war, hatte ich nicht erwartet, dass das Restaurant innerhalb dieses Geländes zu so später Zeit Gäste bewirtete. Aus reiner Vorsichtsmaßnahme übernachte ich im Freien nie dort, wo man mich sehen oder vermuten kann. Ich fuhr also vom Parkplatz aus querfeldein bis mich die Dunkelheit verschluckte.

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Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, Juli 22nd, 2010 um 17:59 geschrieben und fällt unter die Kategorie: Blog. Du kannst jedem Eintrag und jeder Antwort folgen mit dem RSS 2.0 Feed. Sie können eine Antwort, oder eine Rückverfolgung von ihrer eigenen Seite hinterlassen.

1 Kommentar

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  1. Besuche meine Webseite

    Juli 26, 2010

    Permalink

    Rante said:

    Das klingt wirklich gut mit der Kirche. Zuerst dachte ich: ‘oh, toll, wieder ne Kirche…’ Aber da scheint echt ein Pfarrer mit Herz zu ‘hausen’, der einen wahrscheinlich sogar wieder für diese Religion begeistern könnte.



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